Weingut Max Ferd. Richter: Riesling Wehlener Sonnenuhr Auslese *** Fass 42 2024

Weingut Max Ferd. Richter: Riesling Wehlener Sonnenuhr Auslese *** Fass 42 2024 0,375 l

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
7,0% Vol.
Trinkreife: 2031–2074
sehr süss
mineralisch
exotisch & aromatisch
Lobenberg: 100/100
Mosel Fine Wines: 98/100
Galloni zu 2023: 98/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Wehlener Sonnenuhr Auslese *** Fass 42 2024

100
/100

Lobenberg: Mit knapp unter 100 Oechsle gelesen, aber auch über 10 Gramm Säure. Auch die Auslesen werden bei Richter alle im Holz ausgebaut, klassische Fuderfässer. Aus uralten Reben im Kernbereich der Wehlener Sonnenuhr, allerbeste Parzellen und aufwändige Handarbeit bei diesem urtraditionellen Familienbetrieb. Wie fast alles bei Max Ferd. Richter ist auch dieser Wein direkt im Fass spontanvergoren. Wir sind in 2024 auch analytisch im Auslese-Bereich und nicht bei einer quasi-BA wie in 2023. Die Botrytis ist wirklich hochfein, nicht wuchtig, sondern mit höchst noblem Beerenton, Blütenhonig, kandierter Ingwer, Curry und Geißblatt. Die ganze Geschichte ist wirklich gefährlich trinkig, zieht mit so viel Schmackes über die Zunge. Es war auch tatsächlich heroischer Weinbau überhaupt so eine Auslese im ***-Niveau zusammenzusuchen, da musste man schon ordentlich selektieren, selektieren, selektieren. Und was dabei rauskam ist zwar hochfein und so berauschend wie selten, aber eben verschwindend gering in der Menge. Dass sich Familie Richter diesen Arbeitsaufwand antut für rund 200 Liter Wein, ist an Leidenschaft und positiver Verrücktheit kaum zu überbieten. Mehr war eben einfach nicht drin. Qualitativ dafür ganz weit vorne, weniger wuchtig als das Konzentrat aus 2023, nein, es ist spannungsreicher, ziselierter, noch vibrierender.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

Verkostungsnotiz
98
/100

Mosel Fine Wines über: Riesling Wehlener Sonnenuhr Auslese *** Fass 42

-- Mosel Fine Wines: The 2024er Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese *** - 42 -, as it referred to on the consumer label, was made from 40-50%-botrytized grapes harvested at 123° Oechsle on 100-120-year-old un-grafted vines and was fermented down to noble-sweet levels of residual sugar (125 g/l). It offers a stunning nose of white flowers, brown sugar, cassis, smoke, and cream. The wine is gorgeously playful and fresh on the palate despite the concentration and leaves an airy and superbly fresh note of fruits in the long finish. This is a stunning Auslese lange GK styled wine to enjoy in a decade or more.

Verkostungsnotiz
98
/100

Galloni zu 2023 über: Riesling Wehlener Sonnenuhr Auslese *** Fass 42

-- Galloni zu 2023: The 2023 Riesling Wehlener Sonnenuhr Auslese *** comes from botrytized fruit of 120-year-old vines in the core parcel of the Sonnenuhr. The nose opens with slate, candied passionfruit and a touch of smoky conifer, followed by the juicy force of peach. Candied peach and clementine define the palate, which is exquisitely sweet, thrillingly tart, excitingly svelte and superbly poised. This succession of superlatives tries to do the utter elegance, linearity and precision some justice.

Mein Winzer

Weingut Max Ferd. Richter

Mosel-Riesling - seit 1680! Viele Betriebe rühmen sich mit Historie und Tradition, aber nur bei wenigen ist es so zutreffend wie bei Max Ferd. Richter. Ein Familienbetrieb in zehnter Generation, der seit 1880 einen der größten und umfangreichsten Fasskeller der Mosel besitzt. Knapp 20 Hektar in den...

Riesling Wehlener Sonnenuhr Auslese *** Fass 42 2024