Weingut Max Ferd. Richter: Riesling Juffer Sonnenuhr Auslese 2024

Weingut Max Ferd. Richter: Riesling Juffer Sonnenuhr Auslese 2024

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, süß
7,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2074
sehr süss
mineralisch
exotisch & aromatisch
Lobenberg: 96–98/100
Suckling zu 2023: 97/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Juffer Sonnenuhr Auslese 2024

96–98
/100

Lobenberg: Auch die Auslesen werden bei Richter alle im Holz ausgebaut, klassische Fuderfässer. Viel Power aus gelber Frucht, mit einem gewissen Botrytisanteil selektiert, obwohl es in 2024 relativ wenig Botrytis gab. Aber die sauberen Edelbeeren wurden mit reingelesen. Verblüffende Eleganz, was eben auch von diesem hohen Blauschieferanteil in der Sonnenuhr kommt. Eingekochte Quitte, Apfeltarte und Meringue und salzige Himbeere, auch etwas Crème Brûlée. Sehr lang und intensiv, aber die enorme Spannung der 2024er von einer berauschenden Säurestruktur getragen. So intensiv und zugleich hochfein. 2024 ist ein Mega-Jahr für die restsüße Mosel, wie es 2023 auch schon war, aber 2024 ist feiner und zarter. Einfach top! 96-98/100

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

Verkostungsnotiz
97
/100

Suckling zu 2023 über: Riesling Juffer Sonnenuhr Auslese

-- Suckling zu 2023: This deep and beautiful Mosel Auslese is brimming with floral honey and super-ripe melon aromas. With aeration, notes of tropical flowers and a slew of stone fruit join them. Fabulous interplay of richness and freshness, acidity and succulent grape sweetness. Super-long and very clean finish. Probably the best vintage of this wine since the great 1990.

Mein Winzer

Weingut Max Ferd. Richter

Mosel-Riesling - seit 1680! Viele Betriebe rühmen sich mit Historie und Tradition, aber nur bei wenigen ist es so zutreffend wie bei Max Ferd. Richter. Ein Familienbetrieb in zehnter Generation, der seit 1880 einen der größten und umfangreichsten Fasskeller der Mosel besitzt. Knapp 20 Hektar in den...