Wallufer Walkenberg Riesling Auslese 2018

J. B. Becker: Wallufer Walkenberg Riesling Auslese 2018

Zum Winzer

100
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2055
Verpackt in: 6er
9
voll & rund
mineralisch
3
Lobenberg: 100/100
Parker: 95+/100
Suckling: 95/100
6
Deutschland, Rheingau
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Wallufer Walkenberg Riesling Auslese 2018

100
/100

Lobenberg: Diese trockene Auslese macht Hajo Becker nicht in jedem Jahr. Aus über 70 Jahre alten Reben in bio und Spontangärung. Der Alkohol ist, obwohl es die Auslese ist, relativ moderat mit 13 Volumenprozent. Das Ganze bei zehn Gramm Säure. Die Nase ist eine Orgie, man kann es gar nicht anders sagen. Eine Orgie aus Maracuja (und das, obwohl der Wein komplett botrytisfrei ist), kandierter Limette, weißem Pfeffer, Pimentpfeffer, Chili und gelber Melone. Die Nase rührt zu Tränen. Kein Mensch wird glauben, dass das 2018 ist. Diese Frische, diese gnadenlose Mineralität. Salz und Stein hintenraus, dieser immens präsente Schiefer. Und das Ganze auf der einen Seite total schlank und auf der anderen Seite total intensiv mit einer bombastischen Fruchtfülle. Was für eine Finesse, was für eine Vielfalt. Eine multikomplexe Rieslingnase, ohne dass es von der Säure anstrengend erscheint. Der erste Mundeingang ist erstaunlicherweise Löffelbiskuit und darüber kandierte Limette und Zitrone. Zitronengras, unglaubliche Frische. Fast rasiermesserscharf. Die Augen ziehen sich zusammen, so immens kommt die Säure, die aber trotzdem nicht aggressiv ist, nur intensiv. Es ist keine spitze Säure, aber alles wird eingenommen. Der Mund Zitrus, Limette, pinke Grapefruit und wieder viel Salz und Stein. Die Süße kommt aus hohem Extrakt. Wie hat der Mann es geschafft, in 2018 so einen gnadenlos frischen Wein zu machen, der sich trinkt und probiert, als sei es 2019, 2017, 2013 oder 2010? Auf jeden Fall niemals dieses ausgewogene und reife Jahr 2018 mit der milden Säure. Hier ist nämlich nichts mild. Dieser 2018er muss für Jahre weggesperrt werden, wird aber dafür ewig halten. Bitte warten Sie mindestens acht oder gar zehn Jahre, bis Sie den Wein angehen. Ich aber muss jetzt versuchen, mir eine Menge davon für Sie zu sichern. Das ist so gnadenlos gut. Aber noch einmal, wie alle Weine von Hajo Becker, sie MÜSSEN altern. 100/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

95+
/100

Parker über: Wallufer Walkenberg Riesling Auslese

-- Parker: Hajo Becker's 2018 Wallufer Walkenberg Riesling Auslese trocken comes in with 13% alcohol and a clear, intense and elegant bouquet of super ripe and concentrated Riesling berries and mirabelles intertwined with notes of melting salts and stones. Full-bodied, rich and generous on the palate, this is a remarkably refined, perfectly balanced and elegant long-distance runner with the structure, finesse and the intensity of a Northern Rhône. The finish is stimulatingly salty, and the overall impression is that of a great, quiet wine with fine tannins and promising aging capacity. Tasted from AP 16 19 in April 2020. 95+/100

95
/100

Suckling über: Wallufer Walkenberg Riesling Auslese

-- Suckling: Tasting this is like swimming in a deep fjord of black-cherry aroma. But, in spite of its almost opulent richness, this pinot noir red is held right on track by the stunning tannins and acidity that keeps it bright. No hint of alcohol, in spite of 15%, at the very long and super silky finish. This wine, from vines planted just after World War II, saw 0% new oak. From organically grown grapes. Drink or hold. Glass closure. 95/100

Mein Winzer

J. B. Becker

Das Weingut J. B. Becker wurde 1893 von Jean Baptist Becker gegründet. Er pflanzte in den besten Wallufer Lagen (Walkenberg) überwiegend Riesling und Spätburgunder.