Lobenberg: Der Jesuitengarten überrascht mich immer wieder aufs neue mit seiner enormen Feinheit, Klarheit und Eleganz. Kristalline, gelbe Frucht mit unendlichem Feinschliff, das Holz ist perfekt hineingewoben. Fast abgehobene Erhabenheit mit nur ganz dezentem Rauchschleier, Aprikose darunter, feine Kräuternuancen. Auch nussige Komponenten von grüner Mandel. Totale Balance und auch Ruhe ausstrahlend. Die Nase hat so ein verführerisches, mineralisches Spiel, aber leiser und hintersinniger, mehr in einer Art Quartz- oder Kieselsteinausprägung. Klar wie ein Gebirgsbach. Ich mag dieses ultraschicke, diese Gentleman-like zurückgenommene Eleganz des Jesuitengarten. Kein Schreihals, sondern elegant ganz oben mitspielend, ohne große Glocke. Er kann nie ganz mit dem Pechstein mit, der immer mehr beeindruckt, der macht einfach mehr Musik. Aber Jesuitengarten ist so animierend und ziseliert mit seiner fast kreidigen Mineralität. Wie immer extrem gut. Der Understatement-Riesling von Winning, es ist am Ende eben wieder die große Eleganz aus Forst. 97-98/100