Bodegas Artadi de Laguardia

Vina El Pison Tempranillo 2018

BIO

voluminös & kräftig
tanninreich
seidig & aromatisch
100
100
2
Tempranillo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2065
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 100/100
Parker: 99/100
Suckling: 99/100
Penin: 98/100
6
Spanien, Rioja und Navarra
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Vina El Pison Tempranillo 2018

100
/100

Lobenberg: Nach einem nassen Frühjahr in dem viel gearbeitet werden musste folgte ein Sommer, der trocken und warm war, aber nicht extrem. Im Juli und September gab es nochmal kurze, ausgiebige Regenfälle, aber es trocknete alles rasch wieder ab, es gab also keinen Krankheitsdruck. Ganz im Gegenteil, man hat auf Grund der späten Blüte Mitte Juni dann bis Mitte Oktober gewartet und in voller Reife angefangen zu ernten. Die Ernte zog sich von Mitte Oktober bis zur zweiten Novemberwoche. Es gab dementsprechend eine extrem späte, reife Lese voll gesunden Traubengutes. Die Gärungen finden komplett in großen, offenen Holzgärständern statt. Die Weine werden anschließend über Jahre ohne Batonnage im Barrique ausgebaut. Der moderate Neuholzanteil beträgt ungefähr 25% bis 30%. Die Lese hier war weitaus später als im überwiegenden Rest Europas. Die daraus resultierenden bereits sehr kühlen Nächte und sonnigen Tage mit entsprechend hoher Temperaturamplitude machen 2018 für die Rioja zu einem denkwürdigen, einem ganz großen Jahrgang der Geschichte. El Pison ist eine Amphitheaterlage und bildet zusammen mit El Carretil die Speerspitze Artadis. El Pison hat einen etwas höheren Lehmanteil, die Weine sind deshalb etwas reichhaltiger, etwas wuchtiger als der El Carretil. Das Kuriose ist die Nase dieses El Pison nach dem Carretil. Der Carretil, zugegebenermaßen mein Lieblingswein von Artadi ob seiner großen Feinheit, wird von diesem feinen El Pison eingeholt. Manche würden sagen übertroffen. Ich hatte gerade kurz zuvor den besten Carretil der Geschichte im Glas und jetzt bin ich beim El Pison. Auch dieser Wein zeichnet sich aus durch diese unglaubliche Cool Climate Charakteristik. 2018 war wie gesagt ein Jahr mit einer immens langen Vegetationsperiode bis Mitte November. Ein grandioses Jahr in voller reife und trotzdem so pur, der Sommer ohne zu große Hitze, der Regen zum richtigen Zeitpunkt, die hohen Wasserreserven der Böden. All das manifestiert sich hier in diesem Wein, etwas anders als in Bordeaux, aber vom Effekt her sehr ähnlich. Diese reiche, hochreife Frucht, die so immens frisch ist. Die Nase kommt zuallererst mit enorm viel Minze, Menthol, Eukalyptus, dann kommt Blaubeere, Cassis, Cranberry mit diesem leicht vegetalen Charakter, auch Johannisbeere, Sauerkirsche, schlank bleibend, viel Salz ausstrahlend. Schwarze Kirsche, aber nicht in gewohnter Form, viel schlanker. Das Ganze ist mit einem tollen Garrigue Touch unterlegt, das mutet an wie ein Wein aus extremer Hochlage, super spannend. Im Mund ein Mix aus Espresso, Cranberry, Blaubeere, Cassis, rote Johannisbeere, schwarzer Kirsche und das Ganze so kühl. Auch hier satte Minze, Eukalyptus und Menthol. Lang und intensiv, dass sich die Augen zusammenziehen und die Zunge sich rollt. Die Säure ist frisch und trotzdem ist nichts bissig, die Tannine sind massig und trotzdem sind die seidig, ultrafein. Ich glaube sowas wie 2018 habe ich bei Artadi und auch allgemein in der Rioja erst einmal je zuvor probiert und zwar bei Telmo Rodriguez 2015 und 2016 Las Beatas. Und nun ist diese Welle der neuen Frische auch bei Artadi angekommen. Nur noch 25% neues Holz, teilweise werden Weine auch schon in 500 Liter Demi-Muids ausgebaut, nichts wird mehr vom Holz dominiert. Diese unendliche Frische aus der uralten Tempranillo dieses biodynamisch bewirtschafteten Weinberges zieht sich lang durch. Carretil war noch etwas mehr auf der Kirsche, Pison ist mehr auf Cassis, Blaubeere, Cranberry. Beide sind immens lang und völlig unterschiedlich, Solitäre. 2015 bis 2017 hatten wir noch mehr den typischen Artadi Stil dieser reichen Tempranillo, 2018 sind wir irgendwo ungewohnt ganz anders. Das ist dieser spezielle Jahrgang mit dieser ewig langen Vegetationsperiode und seiner Frische in Zusammenarbeit mit dem leicht veränderten Ausbau. Was bei 2018 beachtet werden muss, ist, dass die Weine enorm lange Zeit brauchen werden. Wenn die 2015er schon lange ausgetrunken sein werden, darf man vielleicht das erste Mal drandenken die 2018er zu probieren. Das sind Weine für ein langes Leben, großer Stoff. Ich kann die 100 Punkte des Carretil nicht nochmal steigern, sonst müsste ich hier 101 geben. 100/100

99
/100

Parker über: Vina El Pison Tempranillo

-- Parker: The flagship single-vineyard 2018 Viña El Pisón has to be one of the finest vintages for this bottling. It's named after a plot of 2.4 hectares planted in 1945 in the village of Laguardia. The vineyard is an amphitheater with changing soils of limestone, clay and sandstone with a deep combination of limestone and silt. The grapes underwent a 24- to 48-day cold soak and fermented with indigenous yeasts in oak vats for 10-12 days, during which time the grapes were foot trodden twice per day. It matured in French oak barrels for nine months. There's something mysterious about this Pisón; it's subtle and elegant, a little austere and reticent at first. The palate is seamless, silky with very refined tannins, with gobsmacking balance and a very long, clean and precise finish. This is superb. 6,600 bottles were filled in June 2020. 99/100

99
/100

Suckling über: Vina El Pison Tempranillo

-- Suckling: Crushed blackberries and blueberries with some flowers, such as violets and lavender. Bark, too. Medium-to full-bodied with layers of ripe, refined tannins with a cool undertone. Plenty of subtle blackberry and wet-earth undertones. From organically grown grapes. Drink after 2024. 99/100

98
/100

Penin über: Vina El Pison Tempranillo

-- Penin: Mit Persönlichkeit, nachhaltig, repräsentativ, mild. Kirschrot mit granatrotem Saum. Aromen: ausgewogen, komplex, würzig, rote Früchte, reifes Obst, mineralisch. Am Gaumen: strukturiert, ausgewogen, nachhaltig. 98/100

Mein Winzer

Artadi

Eines der qualitativ besten Weingüter Spaniens gehört der Familie Lopez de Lacalle aus Laguardia.