Bodegas Artadi de Laguardia

Vina El Pison 2015

Limitiert

voluminös & kräftig
tanninreich
seidig & aromatisch
98–100
100
2
Tempranillo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2021–2046
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 98–100/100
Suckling: 99/100
Parker: 98+/100
Penin: 98/100
6
Spanien, Rioja und Navarra
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Vina El Pison 2015

98–100
/100

Lobenberg: Vorbemerkung zum Jahrgang in Rioja: Das Jahr war geprägt von extrem hoher Feuchtigkeit im Winter, Schnee im frühen Frühjahr, ausreichend Feuchtigkeitsspeicher. Dann ein sehr warmes und schnelles Frühjahr mit schnellem Austrieb, ein sehr heißer Sommer, der in jungen Rebanlagen teilweise Hitzestress auslöste. Im September ausreichend Regen, um die ganze Reife wieder zu beschleunigen, teilweise zu viel und sich abzeichnende Fäulnis, und dann – wie in Europa in diesem Jahr so verbreitet – im September und Oktober den Jahrgang rettende trockene Tage und sehr kühle Nächte. Die Tage waren warm, aber nicht zu heiß. Das Ganze wurde somit final von großer Frische bestimmt. Artadi und alle Winzer in den Hochlagen von 600 und mehr Metern konnten warten bis zur ersten Lese Anfang Oktober, waren aber doch ein bisschen getrieben vor der Furcht vor Regen. Dann immer mehr zuwartend bei diesen perfekten Nacht- und Tageskonditionen. Man konnte wirklich Parzelle für Parzelle, je nach Reife und phenolischer Entwicklung, bis Ende Oktober oder Anfang November ernten. Artadi, Remelluri und Telmo Rodriguez waren die letzten in diesem Jahr, wo es ja nach Überwindung der ersten Furchtschwelle diesen ganzen Erntedruck im Oktober gar nicht mehr gab. Der Alkohol liegt um gut 14 Grad, was völlig normal ist. Der PH-Wert liegt um 3,3-3,4 und die Säure bei 4,3-4,4g/l. Das ist für einen Rotwein eine sehr beachtliche Größenordnung. - Artadi hat mit dem letzten Jahrgang die offizielle DO Rioja verlassen und ist jetzt außerhalb der Rioja. Die Weine werden nicht mehr als Rioja klassifiziert, da Artadi sich mit den Behörden nicht einigen konnte über die Lagenbezeichnung der Weinberge. Bei Artadi werden grundsätzlich alle Trauben komplett entrappt und das Ganze wird nur sehr vorsichtig eingemaischt und vielfach auch als ganzen Beeren vergoren. Wie alle Weine von Artadi von der Familie Juan Carlos und Carlos de la Calle biodynamisch bearbeitet und zwar in extremster Form. Dieser Weinberg wurde vom Großvater von Juan Carlos angepflanzt und ist jetzt weit über 70 Jahre alt, wurde immer biologisch bearbeitet und seit vielen Jahren nun biodynamisch. Nur Pferde werden neben Menschenhand eingesetzt. Die Erde wird im Frühjahr aufgebrochen um den Reben Luft und Feuchtigkeit zuzuführen, dann wieder angefüllt. Das Ganze im Herbst noch mal. Die Handarbeit ist extrem hier und wir haben hier all das, was 2015 auszeichnet. Der Holzeinfluss ist deutlich reduziert. Sie sind zwar immer noch nicht auf Tonneaus und 1500l Fässer gegangen, sondern bleiben im Barrique, sogar häufig neues Holz mit geringer Röstung, aber 2015 erreicht auf natürlichem Weg das, was ich eigentlich für das Optimum halte. Nämlich kaum Vanille, kaum Toasting, sondern nur Frucht. Mit dem El Pison bleiben wir in der ganz großen feinen Linie. Wir sind im Grunde da, wo der Carretil war in der schwarzen Kirsche, kriegen aber ein bisschen Maul- und Brombeere dazu, werden würziger, tiefer, dichter, reicher, voluminöser. Der tiefere Lehmboden bringt wuchtigere Weine als der Carretil. Ich weiß nicht wo ich es hinpacken soll als Vergleich, muss man ja aber auch nicht, Pison steht für sich! Dieses Spektrum an feiner Kirschfrucht mit Holunder, Brombeere und Maulbeere in ultrafeiner Form, auch ein bisschen an Cabernet Franc erinnernde würzige Himbeere, grandios. Ich persönlich fand den Carretil noch feiner, noch eher zum Reinspringen schön und köstlich, aber ich attestiere, dass der Pison der vielleicht etwas größere Wein ist, mit mehr Wucht und mit mehr Dichte kommend, und trotzdem überhaupt nicht fett. Allerdings hat er auch einen winzigen Hauch grüner Elemente. Die erste Lesewoche war vielleicht zu früh aus Furcht vor Fäulnis, erst dann hat man auf Grund des nun perfekt kühlen Wetters nochmal bis Ende Oktober gewartet. Wir sind dennoch, wenn ich mich an meine ganz lange Verkostungsgeschichte bei Artadi zurückerinnere, in einem Jahrgang, wie ich es in dieser Feinheit und Frische selten hatte. Der Mund zeigt noch weitaus mehr Elemente als die Nase. Wir bleiben bei schwarzer Kirsche, würziger Himbeere, Brombeere, Blaubeere, wir kriegen jetzt aber auch scharfe Holunderwürze, schwarze und grüne Oliven dazu, der winzige Touch an Unreife verleiht schöne Kanten, Garriguewürze, grüner Pfeffer. Das Ganze ist schon mit extremer Intensität im Mund verbleibend, mit hoher Säure, tolle Spannung und Vibration zeigend, aber auch hier kein Holz sondern nur eine intensive Vibration dieser mineralisch eingefärbten Frucht. Wie ich es schon in der Nase sagte, der El Pison ist der Wein mit mehr Größe und vielleicht auch nach 30 Jahren größer als der Carretil. Carretil ist aber wunderbar fein und etwas reifer, genau mein Wein. Pison mag ein Hauch mehr Größe haben, es ist genau so ein 100 Punkte Wein, nur in der Charakteristik einfach noch viel kraftvoller, viel mehr Druck zeigend und trotzdem köstlich von der ersten Sekunde. Ich bin so froh extra in die Rioja geflogen zu sein für diese Primeur-Verkostung. Es war jede Stunde Zeiteinsatz wert. Im Nachhall zeigt der Pison auch deutliche Aromatik von Kaffee, Espresso, Macchiato, Karamell. Diese immense Dichte, dazu kubanische Tabake. Das bringt einfach diese extra Dimension zum super feinen Carretil. Im zweiten und dritten Verkosten zeigt sich auch ein bisschen blaue Frucht, neben grünen Elementen auch eine schöne Blumigkeit, aber die Frische der leicht grünen und blauen Frucht, wie diese vorher angemerkte grüne Olive, kommt doch immer wieder hoch. Das ist aber ein unglaublich würzig belebendes Element und bringt diesen Kick Besonderheit in diesen pinothaften dichten Wein. Ganz am Ende der Verkostung würde ich den Wein doch mehr noch in St Emilion 2015 verorten als im Burgund. Ich denke, die größte Ähnlichkeit besteht mit den großen Weinen auf den Kalksteinfelsen Saint Emilions, nicht an einen Cabernet Franc von Cheval Blanc erinnernd, sondern mehr an einen der ganz großen Weine von der Kalksteinkante. Irgendwo Affinität zu Ausone, Pavie und Tertre Roteboeuf. Auf jeden Fall großer Stoff aus einem super feinen St Emilion Jahr. Und doch ganz klar Lehm-Kalkstein-Terroir Pison auf 700 Metern Höhe in der Rioja. Ich werte ihn trotz des Überjahrgangs hinter den reiferen und eleganteren Carretil, wer mehr Power möchte muss aber zum Pison greifen. 98-100/100

99
/100

Suckling über: Vina El Pison

-- Suckling: --Suckling: The strength, yet agility of this wine is so impressive with deep and dark aromas of blackberries, dried mushrooms and flowers. Fresh earth in the morning. Full body, very round and silky with wonderful depth and length. Hints of chili and flowers. Great length and polish. Drink in 2022. 99/100

98+
/100

Parker über: Vina El Pison

-- Parker: I was really anxious to see what an élevage of only nine months had done to the 2015 Viña El Pisón, Artadi's top of the range from their flagship vineyard planted in 1945. 2015 is a year that combines power with elegance in a balanced way, with the freshness of slow ripening at the end of the growing cycle. The nose is nothing short of phenomenal, open and complex with tons of flowers, red fruits, wild herbs and subtle spices. The palate reveals outstanding balance, refined tannins and focused, precise flavors, nicely textured and chiseled, with verticality plus volume. 6,000 bottles produced. 98+/100

98
/100

Penin über: Vina El Pison

-- Penin: Farbe: sattes Kirschrot. Aroma: würzig, mineralisch, mit Charakter, ausdrucksstark fruchtig, rote Früchte, Röstaromen. Mund: voll nachhaltig, abgerundet, reife Tannine, lang. 98/100

Mein Winzer

Artadi

Eines der qualitativ besten Weingüter Spaniens gehört der Familie Lopez de Lacalle aus Laguardia.