Victorino Tempranillo 2021

Teso La Monja - Eguren

Victorino Tempranillo 2021

voluminös & kräftig
seidig & aromatisch
fruchtbetont
97–98+
100
2
Tempranillo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2057
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–98+/100
6
Spanien, Toro
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Victorino Tempranillo 2021

97–98+
/100

Lobenberg: Die Nase ist deutlich komplexer als die des Almirez. Wir kriegen viel reiche rote Frucht dazu eine fast schwarze Himbeere. Ein bisschen Cabernet-Franc-Touch in der Nase. Dann kommt schwarze Frucht wie von der Nordrhône – Crozes-Hermitage lässt grüßen. Feine Lakritze dahinter und ein bisschen Garrigue-Würze mit Estragon. Sehr komplex und vielschichtig, deutlich mehr ins Rote gehend als der Almirez. Und durch die hohe Komplexität und die Feinheit der Tannine sicherlich der interessantere Wein. Der Mund verblüfft dann auch, obwohl ich so etwas erwartet habe. Eine wunderbare Komposition aus roten und schwarzen Früchten, aber das Rote siegt mit Sauerkirsche, konzentrierter, aber saurer Himbeere und süßer roter Kirsche. Langsam kommt Schwarzkirsche, aber auch diese bleibt auf der frischen, säurebetonten Seite. Langsam dominiert die schwarze Kirsche. Ganz feines Süßholz dahinter, alles bleibt zart. Die Tannine sind seidig. Veilchen kommt dazu mit Orangenzesten, dazu in Puderzucker gewälzte Limette, pinke Grapefruit für die Frische. Und trotzdem bleibt das Ganze wie ein seidiger Teppich, wie eine extreme Feinheit im Mund kleben. Lang und nicht enden wollend, trotzdem unendlich fein und verspielt. Für mich ein idealer Zechwein mit ganz großer Klasse! Im Stile des 2019er – vielleicht mit etwas mehr kühlem Charakter. Superspannender Wein und ein Muss-Kauf in diesem Preisbereich. 97-98+/100 *** Victorino war der Sohn von Amancio und der Vater von Guillermo und somit die zweite Generation der Eguren-Dynastie. Victorino ist eine Auslese alter wurzelechter Reben aus bestimmten Plots auf 700 bis 900 Metern Höhe in Nordexposition, natürlich mit Sandböden, wie alles hier. Die Reben sind zwischen 40 und 100 Jahre alt. Im Weingut werden die Trauben entrappt, die Maische anschließend recht lange kaltmazeriert und später in offenen Edelstahlbehältern vergoren. Die Pigeage wird mit den Füßen durchgeführt, wir haben also eine extrem sanfte Extraktion. Ausgebaut wird der Wein für 18 Monate in 100 Prozent neuen Barriques. Es wird nichts gepumpt, alles wird mit Schwerkraft bewegt.

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

Mein Winzer

Teso La Monja – Eguren

Die in der Rioja berühmte und alteingesessene Familie Eguren, denen auch die erstklassigen Weingüter Senorio de San Vicente und Sierra Cantabria gehören, hat 2007 das bis dato berühmteste und teuerste Weingut Toros, Numanthia, an einen internationalen Konzern verkauft. Kasse machen nennt man das...