Pegaso Pizarra Garnacha 2018

Telmo Rodriguez - Pegaso Vinas Viejas Pegaso Pizarra Garnacha 2018

Holzkiste

Zum Winzer

94–95
100
2
Garnacha 100%
5
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2023–2040
Verpackt in: 6er OHK
9
fruchtbetont
voluminös & kräftig
tanninreich
3
Lobenberg: 94–95/100
Parker: 96/100
6
Spanien, Madrid, Sierra de Gredos
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pegaso Pizarra Garnacha 2018

94–95
/100

Lobenberg: Ein Wein aus der Provinz Avillar, im Süden von Castilla y Leon gelegen, nicht zu weit von Madrid entfernt. Ein Gemeinschaftsprojekt Telmos mit seinem Freund, dem Rallyeweltmeister Carlos Sainz. Auf über 1000 Meter Höhe angepflanzte uralte Garnacha von durchschnittlich inzwischen über 85 Jahren. Ein Teil der Reben des Pizarra steht auf Schieferböden, der Stil geht mehr zu Ribera del Duero, also zu etwas Blaubeere und zur kraftvollen Kirsche, ein anderer Teil steht auf Granit (Granito), der Wein ist etwas oxidativer und pflaumiger, mehr Rioja-Stil eines Vina Tondonia. Der Schiefer-Stil ist erstaunlich klar und geradlinig. Erst konzentrierte, frische Kirsche mit frischer Zwetschge in der Nase, dazu etwas Amarenakirsche, ungeheuer intensiver, betörender, wuchtiger Duft. Dann frische rote und schwarze Kirschen mit belgischen Pralinen. Leichtes Steinsalz und helle Heilerde dahinter. Sehr balancierter Mund mit satter Frucht, wieder dunkle Kirschen und Schokolade, etwas Teer und Balsamico und feines Steinsalz. Sehr konzentrierte, frische Kirsche und Zwetschge dominieren trotz der Mineralien auch den Mund, trotz der Konzentration niemals marmeladig oder fett, immer harmonisch bleibend. Rasse pur und dabei satte, warme, reife, extrem schmelzige Frucht. In der immensen Fruchtfülle und feinen Süße einen Hauch von Amarone zeigend, aber immer fein, voller Finesse und schlank. Dann wieder diese frische Dynamik. Eine satte Geschmacksexplosion im Mund und allen Platz einnehmend. Intensive Frucht im Stil eines großen Weins aus Barolo oder Chateauneuf du Pape, feine Säure mit sattem Tannin in perfekter Harmonie mit dem neuen Holz, alles unterlegt mit dezenten Vanille-Aromen. Kein Blockbuster, sondern ein Finessewein mit genug Power und großer Individualität. Und Rasse bis zum Abwinken. Fast Groß! 94-95/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

96
/100

Parker über: Pegaso Pizarra Garnacha

-- Parker: The 2018 Pegaso Barrancos de Pizarra was produced with Garnacha from 80+-year-old vines on slopes rich in schist. It fermented in oak and stainless steel vats and amphorae with indigenous yeasts and matured in 500- and 600-liter French oak barrels for 24 months. Against all odds, because the wines from schist tend to be more closed than the ones from granite, the wine is super expressive and open, aromatic, floral and perfumed. It's powerful and elegant, with structure and freshness, with balance and all the ingredients for a great development in bottle. This has to be the finest vintage of this wine since the initial 1999. Bravo! 3,906 bottles were filled in July 2020. 96/100

Mein Winzer

Telmo Rodriguez – Pegaso Vinas Viejas

Ein Weingut im Dorf Ceberos, in der Provinz Avillar, im Süden von Castilla y Leon, nicht sehr weit von Madrid entfernt. Genau an dem Punkt, so sagt der spanische Volksmund, an dem der Norden vom Süden getrennt wird.