Riesling Steinberg Großes Gewächs 2016

Gut Hermannsberg Riesling Steinberg 2016

Zum Winzer

97–98
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
8,5% Vol.
Trinkreife: 2019–2047
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–98/100
Suckling: 95/100
Meininger: 94/100
Gerstl: 19/20
6
Deutschland, Nahe
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Steinberg Großes Gewächs 2016

97–98
/100

Lobenberg: Die Weinberge stehen komplett auf dem sehr harten Gestein Quarzporphyr. Das Rebalter liegt bei bis zu 70 Jahren. Kurze Maischestandzeit, dann abgepresst und überwiegend im Holz, teilweise aber auch im Stahl, spontan vergoren. Danach Verbleib auf der Vollhefe bis zum kommenden Juni. Der Steinberg liegt direkt am Gut Hermannsberg zwischen Kupfergrube und Hermannsberg. Eine singuläre und als Großes Gewächs deklarierte Lage auf eben sehr hartem Stein. Im Rotenberg war der Quarzporphyr durch Eisen und Kupferaneile rot gefärbt. Hier fast weiß, gelbliches, extrem hartes Gestein. Und so ist die Nase von diesem Wein, der etwa 100 Meter tiefer liegt als der Rotenberg, auch völlig anders ausgerichtet. Wir haben hier in der Nase viel gelbe Frucht, auch ein bisschen Honigsüße. Quitte, und auch wieder dieser Sponti Touch. Es zeigt sich diese Erhabenheit in Nase und Mund, wie sie auch der Hermannsberg selbst hat. Diese, vielleicht beste Lage, hier am Berg. Es ist so elegant. Man muss es so Vergleichen wie Dellchen bei Dönnhoff, dem auch sehr exotisch, erotischen Rotenberg entspricht, so ist die Hermmanshöhle das Gegenstück zu diesem Großen Gewächs. Erhaben, getragen und voller Intensität, dabei aber so fein, verspielt und trozdem lang, steinig, mineralisch. Immer mit dieser Feinheit und dieser weißen Frucht ausgestattet. Weißer Pfirsich mit viel weißer Blüte, auch Jasmin. Und diese traumhaft schöne, reife Säure, die sich mit diesem süßen Extrak so perfekt versteht. So fein vermählt. Der Wein ist hochintensiv aber extrem köstlich. In seiner Feinheit liegt er für mich einen Punkt höher als der Rotenberg. Zwei traumhafte Große Gewächse. Für diese Nahe Qualität sehr bezahlbar, weil sie einfach im Schatten der extrem teuren Kupfergrube, Bastei und Hermannsberg stehen. 97-98/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

95
/100

Suckling über: Riesling Steinberg Großes Gewächs

-- Suckling: A huge, smoky wine that has quite an analytically high acidity content, but is much more strongly marked by its enormous ripeness and the polish that brings with it. Great now, but should hold for many years to come. 95/100 Stuart Pigott

94
/100

Meininger über: Riesling Steinberg Großes Gewächs

-- Meininger: Feine klare kühle Frucht, reife Zitrusfrucht, minzige Kräuternoten, appetitlich kühl; stoffig, saftig, Säure in fruchtigen Schmelz gehüllt. 94/100

19
/20

Gerstl über: Riesling Steinberg Großes Gewächs

-- Gerstl: Das ist sooo schön, hier haben wir ein glattes Gegenstück zum Rotenberg, hier haben wir fast pure weisse und gelbe Frucht, im Gegensatz zur Zitrusfrische des Rotenbergs, ein Hauch Tropenfrucht mischt sich dazu. Der reife Fruchtausdruck lässt aber immer Platz für die mineralische Seite des Duftes. Am Gaumen kommt er etwas sanfter daher als der eher kühle, rassige Rotenberg, dennoch ist auch hier irre Rasse angesagt. 19/20

Mein Winzer

Gut Hermannsberg

Im Jahr 1901 gründete der preußische Staat die Domäne und erwarb die ersten Flächen: steiles, zerklüftetes und felsiges Gelände inklusive einer ehemaligen Kupferschürfung.