Riesling Oberhäuser Tonschiefer Gutswein 2016

Dönnhoff: Riesling Oberhäuser Tonschiefer Gutswein 2016

Limitiert

Zum Winzer

94–95
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2017–2027
Verpackt in: 6er
9
mineralisch
frische Säure
leicht & frisch
3
Lobenberg: 94–95/100
Suckling: 92/100
Gerstl: 18/20
6
Deutschland, Nahe
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Oberhäuser Tonschiefer Gutswein 2016

94–95
/100

Lobenberg: Der Weinberg liegt auf dunklem Tonschiefer, das bezeichnet man auch als Carbonschiefer. Dieser Carbonschiefer geht bis ins Tiefschwarze. Der Schiefer ist kalkiger, hat kaum Ölanteile, und dieser Stein verwittert extrem schnell zu Ton, weil er eben so weich ist. Der Tonschiefer hat im Gegensatz zum Gutswein immer einen expressiveren Fruchtausdruck und etwas weniger Wildheit. Viel geschliffener, eleganter und filigraner. Die Nase ist vom Feuerstein gekennzeichnet. Der Alkohol liegt in 2016 genau wie in 2015 bei 12%. Die analytischen Werte ähneln durchaus 2015, auch mit 8 Gramm Säure. Der Restzucker liegt mit 5 Gramm etwas tiefer. Die Eleganz der Nase ist, im Gegensatz zum wilden, fast Sponti riechenden Gutswein, ischon sehr ausgeprägt. Das hier ist schon richtig ein erwachsener Wein. Trotzdem das gleiche Spiel wie beim Gutswein im Mund. Die Augen ziehen sich zusammen, die Zunge rollt sich. Diese Pikanz, diese wunderschöne süße Extraktsüße, die die massive Säure aus Orangen, Mandarine, pinker Grapefruit balanciert. Nichts ist spitz, und trotzdem ist alles total präsent. Wunderschöner mineralischer Abdruck, große Länge, aber das Entscheidende ist, dass es so unglaublich köstlich und lecker ist. Weil diese Balance zwischen dieser Extraktsüße und der ganz reifen Säure, reifer denn je, auf einem ganz anderen Stern gelegen ist. Das ist der leckerste und köstlichste Tonschiefer, an den ich mich erinnere. Das macht so unglaublich viel Freude. 94-95/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

92
/100

Suckling über: Riesling Oberhäuser Tonschiefer Gutswein

-- Suckling: A finely-nuanced medium-bodied dry riesling with plenty of floral delicacy, but also a firm mineral backbone and a long filigree finish. Drink or hold. Made from organic grapes and Fair'n Green certified. From the excellent Leistenberg site. Screw cap. 92/100 Stuart Pigott

18
/20

Gerstl über: Riesling Oberhäuser Tonschiefer Gutswein

-- Gerstl: Wow, so genial verspielt habe ich diesen Wein noch nie erlebt, schon der Duft kitzelt die Nase auf eine sagenhaft raffinierte Art, was ist der doch delikat! Die Art und Weise, wie er sich an den Gaumen schmiegt, ist kaum zu beschreiben; hei, ist der lecker, der ist so herrlich süffig im positivsten Sinne des Wortes, ich weiss gar nicht, wie ich das Vergnügen beschreiben soll, das mir dieser Wein bereitet. Das war ja schon immer ein genialer Wein, aber dieser 2016er ist nochmals eine Kategorie besser als der geniale 2015er. 18/20

Mein Winzer

Dönnhoff

Den heilige Gral des deutschen Rieslings – nicht wenige Liebhaber verorten ihn bei den Dönnhoffs im Nahetal. Helmut Dönnhoff gehört völlig ohne Zweifel zu den fünf besten Weißwein-Erzeugern des Erdballs und ist heute eine lebende Riesling-Legende. Sein Sohn Cornelius hatte also große Fußstapfen zu...