Riesling Tausend Sterne *** trocken

Alexander Laible

Riesling Tausend Sterne *** trocken 2016

mineralisch
exotisch & aromatisch
97–98
100
2
Riesling 100%
5
weiß
13,0% Vol.
Trinkreife: 2017–2036
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–98/100
6
Deutschland, Baden
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Tausend Sterne *** trocken 2016

97–98
/100

Lobenberg: Dieses ist quasi das „Große Gewächs“ des Weingutes. Das ist eine bestimmte Parzelle mit den ältesten Reben vom Kalkmergel. Der Wein wächst in Baden-Baden-Sinsheim auf Granitböden mit Kalk und Verwitterungsgestein. Zwei Wochen vor der Lese wird das untere Drittel noch mal mit der Schere herausgeschnitten. Alexander füllt seine Weine ungewöhnlich früh. Ende März sind alle Weine, auch dieser, auf der Flasche, weil er hier in der warmen Ortenau lange Hefelager ablehnt. Die Weine werden zu fett und zu breit. Eine Erkenntnis, die wir ja aus Südbaden in Zusammenhang mit Riesling kennen. Baden ist generell eher grenzwertig für Rieslinge. Die etwas kühlere Ortenau ist klar die beste Möglichkeit. Deswegen sind Alexander Laible und auch sein Bruder, der das Weingut Andreas Laible betreibt, im Grunde die größten Lichtblicke im Riesling in Baden. Aber auf jeden Fall muss man viel dafür tun um diese Frische und dieses Spiel zu behalten. Alexanders Weg ist eben das nicht so lange Hefelager und die Ertragsreduktion. Der Tausend Sterne stellt in der Kollektion das GG dar, wenn man es mit VDP Maßstäben messen würde. Dieser Wein fasziniert schon von der ersten Nase an. Das ist eine Einladung, das ist eine Umarmung, das ist ein Wein der sofort sagt: „Trink mich!“. Ganz viel weiße Frucht, ein bisschen Mandarinen und Orangenabrieb daneben. Aber viel weißer Pfirsich, auch Litschi. Das ist sehr schön und erinnert ein bisschen an die Weine aus Rheinhessen im Bereich Westhofen, mit diesem weißen, schmelzigen Touch. Auch im Mund diese überwältigende Freude. Eigentlich müsste dieser Wein Chara heißen, weil er so unglaublich lieb ist. Trotzdem hat er Bumms und Länge. Dieser Wein ist jetzt im Mai 2017 mit Freude zu trinken, und trotzdem hat man im Untergrund diese Kraft, die Faust im Samthandschuh. Man weiß, dass dieser Wein 10, ja vielleicht 20 Jahre ohne Probleme altern wird. Das ist superber Stoff und macht unglaublich Freude. Trotzdem hat er auch Druck dahinter. Er hat von Orangenschale und pinker Grapefruit, Mandarine, auch wieder Litschi, dann kommt auch ein bisschen Zitrusaromatik. Aber das Ganze bleibt verspielt, tänzelnd, weich und unglaublich köstlich. Vielleicht waren die 2015er die etwas druckvolleren Weine, weil wir mehr in der Zitrusfrucht waren. 2016 ist so köstlich. Für die Trinkfreude allemal kein Nachteil, man wird sie in der Tat unglaublich schnell wegtrinken, weil sie so grandios schmecken. Und was ich ganz zu Beginn meiner Tour, in den ersten Tagen, gesagt hatte, bewahrheitet sich hier. Wir alle, die tolle Rieslinge gerne trinken, werden den Jahrgang 2016 sofort wegtrinken wie Wasser. 2016 zeigt sofort alles und ist so einnehmend. Das ist ein grandioser Jahrgang, die Wiederholung von 2011 oder eher noch 12 mit viel mehr Feinheit und einer viel besseren Balance, weniger Alkohol und reiferer Säure. Das ist DER Saufjahrgang seit ich Riesling probiere. Das ist ein perfekter Konsumjahrgang. Trotzdem werden die großen 2016er Jahrzehnte halten. Das Ganze galt für Bordeaux. Und es gilt auch für Deutschland. 97-98/100

Mein Winzer

Alexander Laible

Im Jahr 2007 war es so weit: Alexander Laible, Jahrgang 1978, der jüngere Sohn des erfolgreichsten Rieslingwinzers in Baden, erfüllte sich den Traum eines eigenen Weinguts im heimischen Durbach.

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