Riesling SL *** 2021

Alexander Laible: Riesling SL *** 2021

Zum Winzer

93+
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2022–2031
Verpackt in: 6er
9
exotisch & aromatisch
mineralisch
3
Lobenberg: 93+/100
6
Deutschland, Baden
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling SL *** 2021

93+
/100

Lobenberg: SL steht für Selektion. Die Serie SL steht für die Reduktion der Trauben pro Trieb. Es gibt insgesamt pro Trieb (insgesamt 10 pro Rebe) nur noch ein Träubchen. Also insgesamt nur noch 1 Kilo pro Pflanze. Und es stehen 5000 Pflanzen pro Hektar. In allen neu angelegten Anlagen pflanzt Alexander allerdings 6000 Pflanzen pro Hektar. Natürlich ist die Zielsetzung bei dieser Arbeit auf Dauer die Stockdichte zu erhöhen, und vor allem den Ertrag pro Pflanze, denn um den geht es, nicht um den Hektarertrag, runterzuziehen auf unter ein Kilo. Die besten Winzer sind ja schon weit unter einem Kilo. Alexander ist aber auf jeden Fall auf einem sehr guten Weg. Schlanke gelbe Frucht, viel Melone, grüne Birne, nichts Exotisches, total gesundes Traubenmaterial, keine Rosinen, keine Fäulnis. Was für eine schöne Riesling-Nase, schön gelbfruchtig, Pfirsich, Aprikose, ganz klassisch, kühl und fein. Einfach nur wunderschöner Beerensaft mit diesem weißen Pfirsich dazu, sehr traubig, gar nicht fett, sondern saftig und fein. Die Dichte ist für einen kühleren Jahrgang schon überraschend, hat schon richtig Substanz und Kraft, die Extraktwerte sind so hoch wie selten. Der Mund ist so saftig und so lecker, die Animation von 2021 ist grandios. Die badischen Rieslinge sind wirklich zum Reinspringen schön, so köstlich in ihrem mundwässernden Spiel. Dennoch hat er Biss und ein gutes Volumen. Diese Frische lässt schon ein wenig die Augen zusammenziehen und diese Kombination macht es sehr pikant. Alles ist so reif und fein in 2021, wunderbar saftig. Es bleibt ein Wein mit schöner, süßer Frucht, mit Saftigkeit und ganz viel Charme. Ein extrem guter Wein für jeden Tag und für jede Gelegenheit, ein Wein für die Freude. 93+/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

Mein Winzer

Alexander Laible

Im Jahr 2007 war es so weit: Alexander Laible, Jahrgang 1978, der jüngere Sohn des erfolgreichsten Rieslingwinzers in Baden, erfüllte sich den Traum eines eigenen Weinguts im heimischen Durbach.