Peter Jakob Kühn

Riesling Schlehdorn PJK. Unikat trocken 2016

BIO

Limitiert

100
100
2
Riesling 100%
5
weiß
13,0% Vol.
Trinkreife: 2021–2050
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 100/100
Pirmin Bilger: 20/20
Weinwisser: 19,5+/20
6
Deutschland, Rheingau
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Schlehdorn PJK. Unikat trocken 2016

100
/100

Lobenberg: 1954 gepflanzt. Der Schlehdorn ist eine kleine Parzelle, die direkt am Großen Gewächs Saint Nikolaus liegt. Die Familie Kühn hat 2003 diesen Weinberg von der Kirche übernehmen können. Der erste Jahrgang war dann 2006. Es sind nur 1.000 Quadratmeter Schlehdorn im Rahmen von einem Hektar Saint Nikolaus. Also auch hier Sand-/Quarzitböden mit extrem guter Belüftung durch den ständigen Wind am Rhein. Die Weine werden ganz behutsam aus dem Weinberg als Ganztraube geholt – ohne jegliche Verletzungen und ohne dass etwas eventuell angequetscht wurde. Dann werden die Trauben als Ganztrauben über 10 Stunden und anfänglich nur 0,2 Bar Druck ganz langsam gepresst. Es gibt also ein bisschen Phenolik über diese lange Pressdauer. Das Ganze wird ohne Pumpvorgang von der Presse direkt in den Keller gegeben und kommt zur Vergärung in ein Halbstückfass. Die Vergärung erfolgt dann spontan. Nicht bewegt, nicht geschüttelt, nicht gerührt, keine Batonnage. Der Wein macht eine malolaktische Gärung durch und verbleibt komplett für 22 Monate auf der Vollhefe. Und er hat danach nochmal ein Jahr Flaschenreife bekommen. Dieses enorm lange Hefelager macht aus diesem ohnehin schon sehr feinen Wein aus den fast 70 Jahre alten Reben dann ein Unikat und so nennt sich der Wein auch, genau wie der Landgeflecht. Große Gewächse können die beiden nicht heißen, da es aus einer Lage immer nur ein GG geben kann, deshalb sind sie als PJK. Unikate ausgewiesen. Jeder Konsument, der ein paar Flaschen von diesen Unikaten ergattern kann, sollte ihnen ein paar Jahre Zeit zur weiteren Entfaltung lassen und sich nach Möglichkeit auch mal einige Flaschen 10 oder 20 Jahre weglegen, denn diese Weine gehören zum Größten, was wir momentan an Riesling in Deutschland produzieren. Wenn man denn diese extrem feine Art, dieses super schicke, erhabene, abgespacte trinken mag. Oder wie Peter Bernhard Kühn es ausdrückt, Weine von „vinophiler Eloquenz“ und das steht sinnbildlich für den Jahrgang 2016 mit seiner unendlichen Eleganz. 2015 war ein Bad in cremig, süßer Orange mit einem Touch Exotik, in einer Üppigkeit, die trotzdem so charmant und fein war. 2016 zeigt eine elegante Weißfruchtigkeit mit gelben Einschüben, zuerst einmal kommt eine zarte gelbe Blütenduftigkeit und dann diese extrem saftige, reife Quitte, die keiner so schön ins Glas zaubern kann wie Kühns, so reif, so saftig, dazu etwas körnige Birne, Netzmelone, Orange, Orangenblüte, ein bisschen Kamille und Frische aus Minze und Eukalyptus. Alles ist fein verwoben und wird von einem Hauch Salz umweht. Und so bleiben wir auch im Mund dieser extraterrestrischen Art von Riesling treu, die wir auch 2015 schon hatten. 2016 ist nicht besser, nur etwas ruhender, etwas eleganter, etwas weniger druckvoll, dafür unendlich erhaben, leichtfüßig, schwebend fein, fast schwerelos in seiner Intensität. 2016 ist das bisherige ideale Riesling-Jahr für mich, weil es eben aus Rieslingen, die häufig zu aufgeregt, zu fordernd, zu Zitrus-beladen sind, so schicke, elegante, burgundische Weine macht. Weine, die nicht anstrengend sind zu trinken, sondern einfach nur Freude machen und einen wahnsinnigen, cremig-saftigen Trinkfluss haben. Immer wieder entfalten sich Schichten aus diesem fein verwobenen Aromenkomplex, vinophile Eloquenz, der Wein ist redegewandt, offenherzig, nicht reduktiv, nicht rassig, nicht schiebend, sondern einfach nur fein, delikat, anschmiegsam und ein wunderschönes, feingliedriges Riesling-Elixier am Gaumen. Ein wunderschöner Wein, unendlich groß und erhaben in seiner Unaufgeregtheit. Ein königlicher Riesling, der sich selbst nicht lauthals so bezeichnen muss, sondern sich einfach durch Trinkgenuss und Understatement ausdrückt. Dieser Schlehdorn ist zusammen mit seinem Vorläufer 2015 so ziemlich das Beste, was ich an Riesling je im Glas hatte. Und das ist schon eine Aussage bei den ganzen grandiosen GGs, die ich probiere. Die 100er Skala reicht für diesen Wein nicht aus. 100/100

20
/20

Pirmin Bilger über: Riesling Schlehdorn PJK. Unikat trocken

-- Pirmin Bilger: Der Schlehdorn stammt von den ältesten Reben, welche ein Alter von 65 Jahren haben. Die Emotionen der Familie Kühn mit dieser Reblage ist gross und eine Herzensangelegenheit. Es hat eine Zeit gedauert, bis man gemerkt hat, dass dieses besondere Stück einen derart besonderen Wein gibt. Ab 2006 wurde dann der Schlehdorn gemacht. Es ist wie ein Zauber welcher einem überfährt, wenn man das erste Mal am Glas riecht. So unendlich sinnlich strömt diese reife, aber nie zu opulente, Frucht empor. Bevor ich überhaupt den ersten Schluck nehme rieche ich immer wieder an diesem noblen Nasenparfum und immer mehr Facetten kommen zum Vorschein. Der Gaumen, wird von diesem hochedlen Elixier von ersten Moment verwöhnt und in den Bann gezogen. Der Wein zeigt wahre Grösse und eine ungeheure Noblesse. Diese Struktur und diese Fülle an Aromen - alles ist in absolut perfekter Balance. Die Schönheit dieses Weines kann man nicht in Worte fassen, dass muss man selber probiert haben. 20/20

19,5+
/20

Weinwisser über: Riesling Schlehdorn PJK. Unikat trocken

-- Weinwisser: 13 Monate auf der Vollhefe, bis Mitte April 2018 auf der Feinhefe, 16 Monate Flaschenreife. Beson- dere Parzelle innerhalb vom St. Nikolaus. Enorm duftiges, konzentriertes und facetten- reiches Bouquet, sehr strahlend und extrem klar. Ein Hauch Zitrus- und Orangenblüten paaren sich zu einer gelbwürzigen Duftig- keit, sehr traubig und mit einem Hauch von Muskatnuss. Im Mund ist das sehr seidig und fein gewoben, hat ein Tick mehr Kraft und Schmelz als der Landgeflecht, blieb dennoch schwebend, die berühmte Faust im Samt- handschuh ist zuletzt noch feiner geworden. Sehr harmonisch, selten so einen traubig- seidigen Riesling im Glas gehabt, bei dem man an den Spruch denken muss: «Wenn man Wein streicheln könnte.» Fast zu schön, um wahr zu sein. 19,5/20

Mein Winzer

Peter Jakob Kühn

Dass man nicht immer Mainstream sein muss, um großen Erfolg zu haben, beweist Familie Kühn mit Ihrer herausragenden Arbeit als Demeter-Aushängeschild des Rheingaus. 1978 übernahmen Angela und Peter Jakob Kühn das Gut in Oestrich-Winkel von Peters Vater, der kurz darauf nach langer Krankheit...