Riesling Rotenberg Großes Gewächs 2021

Gut Hermannsberg Riesling Rotenberg 2021

Zum Winzer

95–97
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2048
Verpackt in: 6er
9
voll & rund
mineralisch
frische Säure
3
Lobenberg: 95–97/100
Suckling: 95/100
6
Deutschland, Nahe
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Rotenberg Großes Gewächs 2021

95–97
/100

Lobenberg: Die Reben sind um die 70 Jahre alt und stehen auf Porphyr, Rotschiefer, Tonschiefer und von Kupfer durchzogenen Felsschichten, also ein sehr rötlicher Boden. Nur kurze Maischestandzeit, abpressen, Spontanvergärung im Stahl und Holz und bis Juni auf der Vollhefe verbleibend. Die Nase ist unglaublich schön. Die Nase ist sehr dicht, gleichzeitig, sehr dezent, geheimnisvoll. Am Rotenberg ist es immer etwas kühler als bei Hermannsberg am Gut. Es liegt höher und ist etwas kühler exponiert. Diese Bodenausprägung gibt immer eine Rauchigkeit in der Nase, hat tonische und zestige, berauschend frische Elemente. Der Wein zeigt sich noch recht verschlossen, aber mit gewisser Tiefe und wunderbarer Würze. Und trotzdem ist Zug drin, wirkt kühl und rassig. Der Mund ist sehr geradlinig, vibrierend und klar. Viel Reneklode, roter Weinbergpfirsich, feine Grapefruitbitternote. Hohe Intensität, total cleanes Lesegut. Botrytisfrei und trotzdem zeigt der Wein eine gute Dichte. Pinke Grapefruit, reife aber total intensive Säure. So viel Zug und immer wieder hochrollend, vom Terroir bedingten Speckigkeit. Das klingt als sei es ein fetter Wein. Das ist überhaupt nicht der Fall, Karsten Peter hat es schon geschafft hier nur die Kühle und die Finesse herauszuarbeiten. Das Gegenteil, es ist ein feiner Wein. Er hat nur unglaublich viel Kraft und Druck. Viel Stein, viel Terroirabdruck. Ein genialer Riesling mit dezenter rotschiefriger Würze. 95-97/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

95
/100

Suckling über: Riesling Rotenberg Großes Gewächs

-- Suckling: 26 Jul, 2022 – The wild-berry and herb aromas, together with radical minerality and mouthwatering freshness paint a picture of a windswept, precipitous hillside vineyard, surrounded by cliffs and forest. Dark and dangerous at the very long and dangerously refreshing finish. From organically grown grapes with Fair'n Green certification. Drink or hold. 95/100

Mein Winzer

Gut Hermannsberg

Im Jahr 1901 gründete der preußische Staat die Domäne und erwarb die ersten Flächen: steiles, zerklüftetes und felsiges Gelände inklusive einer ehemaligen Kupferschürfung.