Lobenberg: 13% Alkohol, unter 2g Restzucker, 9g Säure. Das erste mal aus dem legendären Weinberg. Eine kühler und relativ hoch gelegener Weinberg, überwiegend Kalkstein. Die Reben im Morstein sind erst 2012 neu gepflanzt, d.h. wir sind hier im Jahr 2015 beim ersten Ertrag. Es sind Klone von der Mosel, welche überwiegend von Nick Weis kommen. Sehr dichte Zitrusaromatik, aber doch nicht ganz die Feinheit des Kirchspiels erreichend, dafür ist das Ausgangsmaterial zu jung. Der Boden ist überwiegend Ton- und Kalkmergel. Diese Reben müssen sicherlich ein paar Jahre älter werden um Größe zu kriegen. Aber der erste Ertrag ist doch zumindest sehr spannend, und ohne dessen Feinheit deutlich mehr Volumen zeigend in Nase und Mund als das Kirchspiel. Und er kommt etwas feiner und komplexer rüber als der nette, gefällige Benn. Das ist für ein Erstlingswerk schon überraschend gut. Im Mund, natürlich dem perfekten Jahrgang geschuldet, schöne Grapefruit, Zitronengras und Zitrusnoten mit feinem süßem Schmelz unterlegt. Es fehlt noch ein bisschen die komplexe Ausdifferenziertheit, die ein Morstein von Wittmann oder das eigene Kirchspiel zeigt. Er ist ein bisschen uniform noch aber schon ausdifferenzierter als der Benn. Das hat tolles Spiel, es zeigt Terroir und den Ansatz von Größe in dieser Lage. Es ist ein toller Weg und aus der Lage wird es mal grandiose Rieslinge geben. Ein schlaues Investment! Im Finale dann schöne Teearomatik, grüner Tee, und wieder dieser süßliche Orangenschmelz mit der Grapefruit und dem Zitronengras. Insgesamt aber warm, weich und harmonisch. Der Säurekick hält das ganze aber schwebend. Noch nicht groß, aber auf Anhieb durchaus spannend. 93+/100