Riesling Monte Vacano trocken 2019

Robert Weil

Riesling Monte Vacano trocken 2019

Limitiert

mineralisch
voll & rund
frische Säure
100+
100
2
Riesling 100%
5
weiß
13,0% Vol.
Trinkreife: 2029–2061
Verpackt in: 1er OHK
3
Lobenberg: 100+/100
Suckling: 99/100
6
Deutschland, Rheingau
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Monte Vacano trocken 2019

100+
/100

Lobenberg: Ein winziger Teil des Weinbergs des Kiedricher Gräfenberg GGs, das in guten Jahren schon mal aus 40 Tausend Flaschen besteht, macht die nur 0,5 Hektar große Parzelle 'Lay', oder auch »Monte Vacano« aus. Emilie Weil, die Frau Robert Weils, setzte 1875 ihre komplette Mitgift aus der lombardischen Familie der Vacanos ein, um diese teuerste Parzelle einbringen zu können. Keine 2000 Flaschen aus niedrigstem Ertrag aus einem der kühlsten Filetstücke mit uralten Reben wurden immer schon separat gelesen und vinifiziert. Es ist der steilste Teil des Kiedricher Bergs im Übergang vom Gräfenberg zum Turmberg mit dem höchstem Phyllit-Schieferanteil. Abgefüllt bis 1921 zum ausschließlichen Verzehr im Kreise der Weils und Vacanos, dann endete die Tradition. Danach weiter separat vinifiziert aber bis 2017 Teil des GGs Gräfenberg. Der Monte Vacano wird in 1200 Liter Stückfässern aus Taunuseiche ausgebaut. Die Fässer sind 30 Jahre alt, aber sie wurden bevor der Monte Vacano hineinkam frisch abgehobelt und geben somit wieder einen gewissen Holztouch ab. Das ist stilistisch so gewollt und wird jedes Jahr aufs Neue so gehalten. Entsprechend eine leichte Holzunterlegung in der Nase, die aber ganz fein in diesen engmaschigen, festen Kern des Weines verwoben ist. Das Bouquet ist bezaubernd, weil es so eine wunderschöne, dichte Fruchtintensität zeigt, ohne, dass der Wein jemals laut würde. Er ist ruhig und erhaben, in sich verwoben. Der Fruchtausdruck ist enorm komplex, changiert wie ein Chamäleon zwischen reiferen, tieferen Elementen des Gräfenbergs mit satter Mirabelle, viel reifer Grapefruit und Maracuja, rotem Sommerapfel. Aber auch Charaktereigenschaften des Turmbergs finden sich hier. Etwa diese feine reduktive Spannung, das leicht rauchig-dunkle, das an Pfeifentabak und getrocknete Sonnenblumen erinnert und auch vom kargen Schieferboden des Monte Vacano kommt. Er hat etwas schwarznussiges, wie schwarzer Sesam, aber diese einnehmende, druckvolle, gelbe, exotisch nuancierte Frucht darüber. Der Duft ist betörend. Und der Mund schließt nahtlos an diese Intensität an, Mirabelle, fast Maracuja mit dieser feinsäuerlichen, spannenden Pikanz darunter, ein bisschen Kiwi, Nektarine. Was für eine köstliche, erotische, alles überstrahlende Frucht. So schick, dabei trotz der Fruchtintensität feinziseliert und fokussiert, schlank und geradeaus auf der Salzspur laufend. Eine zarte, animierende Grapefruitbitternote regt den Speichelfluss an und klingt lange nach. Dann wieder Salzigkeit, pikante Frucht, Gerbstoffgrip, alles rollt wieder hoch. Selbst nachdem der Wein den Mund verlassen hat, wiederholt sich die ganze Show im Nachhall nochmal. Ein großer, in sich stimmiger, multikomplexer Riesling, der völlig apart ist. Wirkt wie von einem anderen Planeten, wenn man ihn mit anderen Rheingauern vergleicht. Astronomisch gut. 100+/100

99
/100

Suckling über: Riesling Monte Vacano trocken

-- Suckling: This starts as discreetly as Ravel’s Bolero, the peachy aromas of the Rheingau now just beginning to emerge from behind their veil of yeast from the long maturation in barrel. Then this wine, like Bolero, steadily climbs to a very exciting and expressive conclusion. Then you experience the mineral side of this grape and region in great purity. Drinkable now, but best from 2023. 99/100

Mein Winzer

Robert Weil

Schon von weitem erkennt man die Flaschen von Robert Weil an ihrem charakteristischen Himmelblau. Nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt steht diese Farbe für Spitzen-Rieslinge auf absolut höchstem Niveau. Ein Markenzeichen, symbolisch für die kompromisslose Qualität der Weine von...