Riesling Kreuznacher Kahlenberg Erste Lage 2017

Dönnhoff Riesling Kreuznacher Kahlenberg 2017

Zum Winzer

96
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2018–2033
Verpackt in: 6er
9
exotisch & aromatisch
frische Säure
mineralisch
3
Lobenberg: 96/100
Pirmin Bilger: 18+/20
Suckling: 92/100
6
Deutschland, Nahe
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Kreuznacher Kahlenberg Erste Lage 2017

96
/100

Lobenberg: Ganz alte Weinberge in Hanglange, 500 Meter weit weg vom Fluss. Kies und Quarzit mit leichten Porphyranteilen. Offizielle Bezeichnung ist Kreuznacher Kahlenberg. Der 2017er ist sehr puristisch, unter 3 Gramm Restzucker. Extrem trocken ausgebaut. Das merkt man auch schon in der Nase mit der größeren Frische. Hier kommt das erste Mal auch ein bisschen Zitrusfrucht zum Tragen. Neben Birne und weißem Pfirsich. Schöne Frucht, sehr aromatisch. Und eine gute Frische und Salz schon in der Nase. Der kalte September mit seinen kühlen Nächten tut sein Werk. Wir haben also hier im Mund richtig Gripp – extrem viel Gripp und das bei relativ wenig Restzucker. Unglaubliche Länge, viel Wucht, Mineralität, Salz. Richtig Schärfe neben der hohen Extraktsüße. Ich schätze den Wein auf über 30 Gramm Extrakt. Es ist verglichen mit 2016 der weitaus größere Kracher. Ein richtig fetziges Ding und nicht so weit weg von einer GG-Qualität. Angriffslustig, hoch intensiv und trotzdem reife Frucht. Das ist Pikanz pur. Das ist etwas in der Qualität was im letzten Jahr der Höllenpfad war. Das haben wir jetzt schon im Kahlenberg. Toller Stoff, wenngleich anspruchsvoll und nicht unanstrengend in seiner extremen Ausprägung, aber allemal ein Top Wert. 96/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

18+
/20

Pirmin Bilger über: Riesling Kreuznacher Kahlenberg Erste Lage

-- Pirmin Bilger: Sehr sinnliches und feingliederiges Bouquet mit einer kühlen Armoatik, welche aus der Tiefe kommt. Die Zitrusfrucht scheint hier so verspielt leicht und doch so prägnant. Am Gaumen zeigt er sich sehr straff und mit viel Druck ausgestattet. Samtig, seidig und wunderschön cremig schmiegt er sich am Gaumen entlang. Eine sehr stark, nicht minder geniale, ausgeprägte mineralsiche Aromatik - ja man kann schon fast sagen ein Feuerwerk an Mineralität. Die knackige Säure unterstreicht dies noch eindrücklich und gibt ihm zusätzlich diese Frische, welche diese vibrierende Energie in sich hat. Absolut puristisch ausgebaut und von strahlender Schönheit. 18+/20

92
/100

Suckling über: Riesling Kreuznacher Kahlenberg Erste Lage

-- Suckling: Generous fruit-salad character and floral notes make this the easiest of this producer's dry rieslings to understand and to enjoy right now. Yet, behind the juiciness, the palate has quite a firm structure and the finish is anything but short. From organically grown grapes. Fair'n Green certification. Drink or hold. Stuart Pigott 92/100

Mein Winzer

Dönnhoff

Den heilige Gral des deutschen Rieslings – nicht wenige Liebhaber verorten ihn bei den Dönnhoffs im Nahetal. Helmut Dönnhoff gehört völlig ohne Zweifel zu den fünf besten Weißwein-Erzeugern des Erdballs und ist heute eine lebende Riesling-Legende. Sein Sohn Cornelius hatte also große Fußstapfen zu...