Dönnhoff

Riesling Dellchen Großes Gewächs trocken 2018

Limitiert

mineralisch
frische Säure
exotisch & aromatisch
100
100
2
Riesling 100%
5
weiß
13,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2046
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 100/100
Suckling: 99/100
Elias Schlichting: 96–98/100
6
Deutschland, Nahe
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Dellchen Großes Gewächs trocken 2018

100
/100

Lobenberg: Das Dellchen steht auf grauem Schiefer mit Porphyr. Eine große Mulde („Dellchen“) mit Terrasse und Amphitheater-Charakter. Durch die Erosion liegt circa 3 Meter Verwitterungsschiefer mit einer felsig, gerölligen und dunkelsandigen, krümeligen Schicht über Porphyrgestein. Deswegen ist das Dellchen insgesamt ein bisschen fetter als die anderen GGs bei Dönnhoff. Es gibt noch keine endgültigen Analysewerte zum Zeitpunkt der Probe, aber alle GGs liegen 2018 zwischen 12% und 13% vol. beim Alkohol. Schiefer und Vulkan zusammen in einem Weinberg ist schon spannend, das erklärt vielleicht auch die Expressivität und Multikomplexität des Dellchens zusammen mit der warmen Exposition, die das Dellchen immer ein bisschen exotisch und sexy macht. Das ist 2018 in diesem warmen, trockenen Jahr sicher nicht anders, im Gegenteil, da kommt es schon dick. Aber weil das Jahr so gesund war und es keine Botrytis gab, bleiben wir quasi frei von Exotik, manchmal gibt es hier Ananas und Maracuja, nicht so in diesem Jahr. Saftige Quitte mit Apfel und Birne, sehr klar bleibend, für ein Dellchen unglaublich geradlinig. Im Mund bilden Salz und Säure zusammen einen unglaublichen Zug, gleichzeitig ist der Wein archetypisch für einen Riesling wie er sein sollte. Wenn man sich einen Riesling zusammenreimen wollte, so könnte das Dellchen gut Pate dafür stehen, hier stimmt alles. Lang und mineralisch, salzig, Säurebeladen, tolle europäische Frucht, ohne jemals fett zu werden. Mit seinem moderaten Alkohol bleibt er hochelegant. Kann man ihm etwas ankreiden? Ihm fehlt ein bisschen die Ecke, der Schmutz, der Fehler, aber das macht eben die Weine von Dönnhoff aus. Sie sind eben in der Spitze ziemlich oft fehlerlos in der Perfektion. Das mindert ein klein wenig den Reibepunkt an dem man sich stören könnte, aber es mindert nicht die Perfektion dieses Weines. 100/100

96–98
/100

Elias Schlichting über: Riesling Dellchen Großes Gewächs trocken

-- Elias Schlichting: Nicht ganz so tropisch-expressiv wie letztes Jahr, aber dennoch mit hohem Oszillographen in alle Richtungen, viel Zitrusfrucht, viel Stein, viel herbe Kräuterwürze, sehr dicht und kompakt wirkend aktuell, feine Schärfe aus Ingwer und Zitronengras, unreife Aprikose nebst Limettenfrische, alles auf ein feines Hefepolster gebettet. Der Wein öffnet sich zunehmend die Frucht wird voller und die Konzentration tritt mehr hervor, tolle Balance zwischen Filigranität und Intensität. Am Gaumen wie immer ein geschliffen-feines Powerteil, immens viel Feuerstein und Gripp, fest zupackend, fesselnd, das Dellchen lässt einen nicht mehr los. Herbsaftige Quitten-Aprikosen-Kombination, in Melone und Salz aufgehend. Unglaubliche Intensität, kompromisslos rassig, den Jahrgang-negierend. Ein Energiebündel ohne Gleichen, dass trotz der hohen Reife und der packenden Aromatik extrem stromlinienförmig geschliffen bleibt. Ein Balancewunder. 96-98/100

Mein Winzer

Dönnhoff

Helmut Dönnhoff gehört völlig ohne Zweifel zu den fünf besten Weißwein-Erzeugern des Erdballs. Die Nahe wurde lange unterschätzt, aber was Dönnhoff hier von seinen erstklassigen Terroirs holt, ist inzwischen extrem gesucht. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt klar im Weinberg.