Markus Molitor

Riesling Erdener Treppchen Kabinett Weiße Kapsel trocken 2020

frische Säure
mineralisch
94–95
100
2
Riesling 100%
5
weiß
11,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2045
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94–95/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Erdener Treppchen Kabinett Weiße Kapsel trocken 2020

94–95
/100

Lobenberg: 2020 hat als dritter trocken-heißer Jahrgang in Folge den Trauben eine unerwartet brillante, knackige Aromatik entlockt, die viel eher an schicke, ausgewogene und kühlere Jahre wie 2012 oder 2008 erinnert als an ein Hitzejahr. Die Weine sind voller Vibration und spannungsreicher Saftigkeit, dabei sind sie oft noch präziser und feiner als im beeindruckenden Vorjahr 2019. Markus Molitor hat das Kristalline und die schlankere Puristik des Jahres perfekt abgebildet und berauschende Rieslinge gekeltert, denen es bei erfrischend niedrigen Alkoholgraden kein bisschen an mineralischem Zug und moselanischer Aufregung fehlt. Dazu kommt Molitors etwas burgundisch-cremiger Stil mit perfekt abgestimmtem Holzeinsatz als perfect match, um 2020 zu einem weiteren genialen Jahrgang zu machen. Für Finessetrinker steht das etwas weniger druckvolle, finessenreichere, früher zugängliche, aber grundsätzlich ähnlich geartete 2020 vielleicht sogar vor dem Blockbuster 2019 bei den trockenen weißen Kapseln. Neben Molitors Paradelagen in Zeltingen brilliert vor allem der Hang zwischen dem Erdener Treppchen und dem dieses Jahr extraterrestrischen Ürziger Würzgarten. Das Treppchen in Erden steht auf purem Schiefergestein und ist eine der spektakulärsten Lagen der Mittelmosel, direkt an das Prälat angrenzend, das ist ein atemberaubender Landstrich hier. Diese Ecke bis zum Berncasteler Doctor ist mythisch zurecht überhöht, denn das sind die größten Lagen der Mosel. Jahrgangsspezifisch eine feine Schiefrigkeit. Sehr deutlich unterlegt von diesem Schiefer, aber auch eine unanstrengende weiße Blumigkeit, cremig, schöne Fülle anzeigend. Für einen Riesling fast burgundisch cremig daherkommend. Was für eine traumhafte Nase! Ohne jede Anstrengung und mit einer wunderbaren Opulenz. Im Mund Litschi, Quitte, süße gelbe Grapefruit, verschmolzen mit ein bisschen süßlicher Limette. Die feinste Restsüße dürfte irgendwo um die sechs Gramm liegen. Das passt perfekt, denn es macht aus dem Wein einen harmonischen Schieferabdruck mit blumiger, cremiger Fülle. Weiße Frucht kommt dazu, weißer Weinbergspfirsich, überhaupt Steinobst und gelbe süße Birne. Unanstrengend, fein und gut verwoben. Ein komplexer Spaßmacher, nicht groß, aber eine gehobene Version von Everybody´s Darling. Hedonistischer, schicker, saftiger Trinkfluss. Macht Spaß! 94-95/100

Mein Winzer

Markus Molitor

Als der blutjunge Markus Molitor 1984 mit 20 Jahren das Weingut an der Mosel vom Vater übernahm, fing er praktisch bei Null an; ohne jede eigene Anbaufläche. Also harte Maloche auf gepachtetem Rebland.