Pinot Noir Brauneberger Mandelgraben * trocken

Markus Molitor

Pinot Noir Brauneberger Mandelgraben * trocken 2013

seidig & aromatisch
strukturiert
frische Säure
94–95
100
2
Pinot Noir 100%
5
rot
13,5% Vol.
Trinkreife: 2019–2036
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94–95/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pinot Noir Brauneberger Mandelgraben * trocken 2013

94–95
/100

Lobenberg: Alle Pinot Noir bei Molitor stehen zu 100% auf Schieferboden. Diese geben bekanntlich etwas deutschfruchtige Aromen. Das bedeutet i.d.R. weniger Kirsche als im kalksteinhaltigen Burgund und Baden. Stattdessen Himbeere, Erdbeere, Pflaume und Hagebutte, aber auch etwas Schlehe. Genau das zeichnet diese Weine aus. Die Weine werden bei Molitor zum Teil mit den Rappen vergoren, gemäß der Methode: Komplette Entrappung und die reifsten Rappen werden wieder zugegeben. Diese sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich in der Menge. Die Alkohole liegen bei allen Pinot Noirs aus 2013 bei 13,5%. Komplett durchgegoren. 2013 war bis dato, zusammen mit 2010, sicherlich der größte Jahrgang den Markus Molitor je erzeugt hat. Das mag vielleicht von 2015 getoppt werden, aber das müssen wir noch abwarten. Das spannende an dieser Verkostung ist, wir haben erst die Referenz 2010 Mandelgraben * probiert, danach 2013. Und der 2013 hat einen etwas höheren Anteil an wieder zugegebenen Rappen in der Vergärung. Natürlich Spontanvergärung, wie bei allen Weine hier im Holz, und auch der Ausbau erfolgt zu 100% im Holz. Die Weine kommen recht spät auf den Markt. Die 2013er sind z.B. erst 2017 in die Auslieferung gekommen. Die Nase ist so genial und von dieser Krautwürzigkeit der Rappen geprägt. Wir sind hier schon in der Erinnerung an Dujac aus dem Burgund, der Großmeister der Ganztraubenvergärung. Selbst bei diesem Einstiegs Pinot Noir von Markus ist das so. Das ist ganz großes Kino. Sehr viel Hagebutte und Schlehe. Aber bei diesem 2013er kommt auch ein wenig tiefe, würzige, schwarze und rote Kirsche, unglaubliche Länge und Schiefer-Terroir-Typizität. Im Mandelgraben liegt auch ein bisschen Lehm auf den Schieferböden, sodas wir hier etwas mehr Wärme, Tiefe und Wucht im Wein haben. Und trotzdem bleibt das etwas ganz Filigranes. Das Finale endet Cabernet Franc-artig auf zerquetschter Himbeere mit Rappen, die sich, wie man beim 2010 gesehen hat, nach einigen Jahren komplett integrieren. Das bringt Spannung, Würze und Druck. Fast zweiminütiger Nachhall. Das ist wirklich ein aufregender, spannender Pinot Noir in dieser sehr eigenen Schiefer-/Moselstilistik und in dieser würzigen, durch Rappen geprägte Ausrichtung. Das ist Dujac aus Deutschland. Traumhafter Wein. 94-95/100

Mein Winzer

Markus Molitor

Als der blutjunge Markus Molitor 1984 mit 20 Jahren das Weingut an der Mosel vom Vater übernahm, fing er praktisch bei Null an; ohne jede eigene Anbaufläche. Also harte Maloche auf gepachtetem Rebland.

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