Oestrich Riesling Quarzit trocken

Peter Jakob Kühn

Oestrich Riesling Quarzit trocken 2019

BIO

leicht & frisch
mineralisch
96
100
2
Riesling 100%
5
weiß
12,5% Vol.
Trinkreife: 2021–2035
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96/100
6
Deutschland, Rheingau
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Oestrich Riesling Quarzit trocken 2019

96
/100

Lobenberg: Dieser Wein ist aus den Oestricher großen Lagen Doosberg und Lenchen und aus der Ersten Lage Klosterberg geerntet, das ist einer von zwei Ortsweinen des Hauses Kühn. Es gibt den Hallgartener Rheinschiefer und den Oestricher Quarzit und der letztere ist mir in der Regel der Liebere, weil er etwas erhabener ist und mehr zur Größe tendiert. Der Rheinschiefer ist etwas schlanker und läuft mehr auf der Säure. Quarzit zeigt schon mehr diese Ausgeglichenheit und diese innere Größe, für die die Kühn’schen Weine stehen. Peter Bernhard hat uns erklärt, dass er in der Regel pro Trieb 2 lockerbeerige Trauben ziemlich nah am Stock hatte, die optimal für die trockenen Weine geerntet werden konnten. Meist hatte sich im oberen Triebbereich noch eine dritte Traube gebildet, die etwas stockferner gelegen zur Erntezeit teilweise schon von Botrytis befallen war und somit sehr gut für die edelsüßen Weine. Durch diesen Umstand konnten die trockenen und die edelsüßen Weine weitestgehend in denselben Lesedurchgängen geholt werden, was eigentlich nur selten der Fall ist. Die Stockdichte liegt hier bei den neueren Anlagen von Kühns bei ca. 8000 Stöcken, in den alten Anlagen bei circa 5000. Der Ertrag liegt im Schnitt über alle Weine des Betriebes in guten Jahren bei maximal etwa 60 HL/ha. Die Frucht ist sehr europäisch, Sommerapfel und Birne, die hohe Reife des Jahrgangs bedeutet weniger zitrische Frucht als sonst, etwas Orangenschale, Limette und reife Quitte, aber nichts ist aggressiv, alles ist mild und weich, sehr von der geschliffenen, reifen Weinsäure dominiert. Kühn-typisch ist auch die feine Kräutrigkeit da, Grüntee, Heu. Eine Fortsetzung des Gutswein Jacobus mit etwas mehr Schmelz, etwas mehr Intensität. Und dann kommt der Mund, der diese schöne Frische darunterlegt und die Reife dabei gar nicht konterkariert, sondern mit der Reife zusammenläuft in eine langes, geschmackvolles Finale. Sehr delikat, sehr lecker und trotzdem aufregend, weil Reife und Frische sich so ganz hervorragend zu diesem Spiel vereinen. Das ist ein ganz fantastischer Ortswein, der qualitativ zwar kein Quantensprung über dem überragenden Gutswein Jacobus liegt, aber auf jeden Fall in die erste Reihe der Ortsweine gehört. Ein wunderbarer Ortswein als Turboversion des genialen Gutsweins Jacobus. 96/100

Mein Winzer

Peter Jakob Kühn

Dass man nicht immer Mainstream sein muss, um großen Erfolg zu haben, beweist Familie Kühn mit Ihrer herausragenden Arbeit als Demeter-Aushängeschild des Rheingaus. 1978 übernahmen Angela und Peter Jakob Kühn das Gut in Oestrich-Winkel von Peters Vater, der kurz darauf nach langer Krankheit...

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