Moric: Tokaj

Moric: Tokaj "G" Görbe Furmint 2023

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Furmint 100%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2050
mineralisch
unkonventionell
frische Säure
Lobenberg: 98/100
Falstaff: 95/100
Parker: 95/100
Österreich, Burgenland
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Tokaj "G" Görbe Furmint 2023

98
/100

Lobenberg: G wie Görbe – der neue Grand Cru von Moric in Tokaj! Ein Wein, der Geschichte atmet und Zukunft schreibt. Die Lage Görbe, erstmals 1644 urkundlich erwähnt, zählt zu den ältesten und renommiertesten Weinbergen der Region – schon im 18. Jahrhundert als Erste Lage klassifiziert. Roland Velich und Gergő Filep machen daraus einen der spannendsten trockenen Tokajer der Gegenwart. Alte Reben – teils über 100 Jahre –, tief verwurzelt im Rhyolith und verkieselten Tuff, südexponiert, auf knapp einem Hektar in den Hängen von Tállya. Ein Stück Kulturlandschaft in flüssiger Form. 2023 war ein ruhiger, klassischer Jahrgang. Keine Extreme – dafür ein langes, kühles Finale im Herbst, das Frische und Reife ideal zusammengeführt hat. Geerntet selbstverständlich von Hand, sanft gepresst, spontan vergoren und Malo. Dann rund ein Jahr auf der Hefe, teils im 500-Liter-Fass, teils im Stahl. Wie immer bei Moric: keine Eingriffe, keine Schönung, keine Kosmetik. Der Wein beginnt leise, fast verschlossen. Feine Reduktion, kühle Hefenoten und zarter Rauch. Zerstoßener Kalkstein und Austernschale. Dann blitzen erste Aromen auf: weiße Blüten, Orangenzeste, Amalfizitrone, Kamille, grüne Mango, etwas Quitte. Nach einigen Minuten im Glas: kandierte Zitrusfrucht, reifer Apfel, Blutorange, ein Hauch Muskat und zarte tabakige Würze. Am Gaumen vibrierend frisch, dabei aber erstaunlich tief und substanzreich. Furmint pur – mit steiniger Textur, feinem Tannin-Grip und einer salzigen, fast kreidigen Ader, die von Beginn bis weit in den langen, strukturierten Abgang trägt. Alles ist präzise, aber nie hart. Die Säure ist präsent, aber vollständig eingebunden. Ein Hauch Walnuss, etwas nasser Stein, viel Energie und ein enorm salziges, durchdringendes Echo, das minutenlang bleibt. Das ist kein großer Weißwein im klassischen, breitschultrigen Sinn – sondern viel mehr ein ultra präzises Statement für Herkunft, Reduktion und Textur. Stilistisch irgendwo zwischen Jura und Chablis, aber letztlich ganz Tokaj. Kein barocker Tokajer, kein restsüßer Opulent, sondern: Spannung, Dichte, Mineralität. Ein grandioser, nerviger, salziger Furmint mit messerscharfem Fokus – und einem Charakter, der sich erst mit Zeit und Luft ganz entfaltet. Ganz großes Kino!

95
/100

Falstaff über: Tokaj "G" Görbe Furmint

-- Falstaff: Helles Grüngelb, Silberreflexe. Feine gelbe Tropenfrucht, ein Hauch von Birne, kandierte Orangenzesten, mit etwas Quitte unterlegt, reifer Apfel, tabakige Nuancen. Saftig, feine gelbe Tropenfrucht, mineralische Textur, ein Hauch von Walnuss und Blutorangen, bleibt gut haften, ein staubtrockener Speisenbegleiter, sicheres Reifepotenzial.

95
/100

Parker über: Tokaj "G" Görbe Furmint

-- Parker: Roland Velich's and Gergö Filep's 2023 Tokaj Furmint G (the 'G' stands for 'Görbe,' a south-facing grand cru in Tokay rising from 150 up to 260 meters above sea level, is from 50- to 85-year-old vines on rhyolite soils. Bottled in November, this promising Furmint is clear, deep, dense and intense yet also very elegant and subtle on the complex, floral/herbal and sustainable nose that is reminiscent of bright, ripe stone fruits but also lemon aromas, which intermingle with sur lie notes and crushed stones. On the palate, this Görbe is a medium- to full-bodied, elegant, textured stimulating saline grand cru with very fine tannins on the long, intense and palate-cleansing, very mineral and grippy finish that is followed by a long and saline aftertaste. Frisky and finessed yet also substantial and provided with remarkably fine tannins, this is a superb, precise and irresistibly juicy Furmint Tokaj grand cru that starts in the style of a Chablis when poured straight from the fresh opened bottle but becomes a true and textured, wonderfully nervous and energetic Tokaj after generous aeration. Although still young, this is a pure and very promising classic that was bottled slightly filtered under a technical cork in November 2024. 13% stated alcohol. Tasted from the barrel in September 2024 and from the bottle in March 2025.

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Je mehr sich Moric Weine von der internationalen Massenkompatibilität entfernen, desto mehr sind sie geprägt von regionalen Eigenschaften des Burgenlands.

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