Lobenberg: G wie Görbe – der neue Grand Cru von Moric in Tokaj! Ein Wein, der Geschichte atmet und Zukunft schreibt. Die Lage Görbe, erstmals 1644 urkundlich erwähnt, zählt zu den ältesten und renommiertesten Weinbergen der Region – schon im 18. Jahrhundert als Erste Lage klassifiziert. Roland Velich und Gergő Filep machen daraus einen der spannendsten trockenen Tokajer der Gegenwart. Alte Reben – teils über 100 Jahre –, tief verwurzelt im Rhyolith und verkieselten Tuff, südexponiert, auf knapp einem Hektar in den Hängen von Tállya. Ein Stück Kulturlandschaft in flüssiger Form. 2023 war ein ruhiger, klassischer Jahrgang. Keine Extreme – dafür ein langes, kühles Finale im Herbst, das Frische und Reife ideal zusammengeführt hat. Geerntet selbstverständlich von Hand, sanft gepresst, spontan vergoren und Malo. Dann rund ein Jahr auf der Hefe, teils im 500-Liter-Fass, teils im Stahl. Wie immer bei Moric: keine Eingriffe, keine Schönung, keine Kosmetik. Der Wein beginnt leise, fast verschlossen. Feine Reduktion, kühle Hefenoten und zarter Rauch. Zerstoßener Kalkstein und Austernschale. Dann blitzen erste Aromen auf: weiße Blüten, Orangenzeste, Amalfizitrone, Kamille, grüne Mango, etwas Quitte. Nach einigen Minuten im Glas: kandierte Zitrusfrucht, reifer Apfel, Blutorange, ein Hauch Muskat und zarte tabakige Würze. Am Gaumen vibrierend frisch, dabei aber erstaunlich tief und substanzreich. Furmint pur – mit steiniger Textur, feinem Tannin-Grip und einer salzigen, fast kreidigen Ader, die von Beginn bis weit in den langen, strukturierten Abgang trägt. Alles ist präzise, aber nie hart. Die Säure ist präsent, aber vollständig eingebunden. Ein Hauch Walnuss, etwas nasser Stein, viel Energie und ein enorm salziges, durchdringendes Echo, das minutenlang bleibt. Das ist kein großer Weißwein im klassischen, breitschultrigen Sinn – sondern viel mehr ein ultra präzises Statement für Herkunft, Reduktion und Textur. Stilistisch irgendwo zwischen Jura und Chablis, aber letztlich ganz Tokaj. Kein barocker Tokajer, kein restsüßer Opulent, sondern: Spannung, Dichte, Mineralität. Ein grandioser, nerviger, salziger Furmint mit messerscharfem Fokus – und einem Charakter, der sich erst mit Zeit und Luft ganz entfaltet. Ganz großes Kino!