Mecurey 1er Cru Blanc Champs Martin

Bruno Lorenzon

Mecurey 1er Cru Blanc Champs Martin 2019

fruchtbetont
leicht & frisch
95–96
100
2
Chardonnay 100%
5
weiß
13,5% Vol.
Trinkreife: 2022–2042
Verpackt in: 12er
3
Lobenberg: 95–96/100
6
Frankreich, Burgund, Cote Chalonnaise
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Mecurey 1er Cru Blanc Champs Martin 2019

95–96
/100

Lobenberg: Es gab an der Côte Chalonnaise - im Gegensatz zur Côte d’Or - weniger Frost und Hagel in 2019, Bruno war überhaupt nicht getroffen. Dennoch sind seine Erträge ja auf natürliche Weise immer extrem gering, er hat 14.000 bis 20.000 Stöcke in den Anlagen stehen, schneidet super knapp an. Lorenzon erntet selbst in einem normalen Jahr nur 30 hl/ha. Nach dem Ausbau im zu 25% neuen, sonst gebrauchten Barriques aus eigenem, handselektiertem Holz und vor der Flaschenfüllung, gibt es für alle Weißweine bei Lorenzon nochmals bis zu 6 Monate Ruhezeit im Stahltank, um weitere Präzision zu gewinnen. Bruno ist befreundet mit einem benachbarten Tonnelier, der ihm die Fässer exakt nach seinen Wünschen baut. Er sucht alle Bäume in den Wäldern nordöstlich von Chablis selber mit ihm aus. Er lagert das Holz anschließend auf seinem eigenen Grundstück für mindestens 3 Jahre bevor dann beim Tonnelier ein Fass daraus wird. Das Toasting ist immer minimal. Ich glaube, ich habe nur extrem selten einen solch perfektionistischen Winzer getroffen. Die Weißweine werden niemals gepumpt, sondern nur mit CO2-Druck bewegt, um Sauerstoffeinträge zu vermeiden. Genau wie beim herausragenden 1er Cru Croichots zeigt auch Champs Martin eine atemberaubende Frische und Transparenz, wie sie typisch ist für Lorenzon und auch für die Weine seines guten Freundes Jean Marc Vincent aus Santenay, der ganz ähnlich arbeitet. Hier bei Champs Martin kommt auch ein Hauch mehr Exotik hinzu. Wir haben ebenso weißen Pfirsich, aber es kommt etwas getrocknete Ananas hinzu. Dazu eine sehr schicke grüne Note, an Fenchel und Anis erinnernd, erfrischend und kräutrig. Auch hier gibt es keinen spürbaren Holzeinfluss, alles bleibt total klar, schwebend und fein gezeichnet. Im Mund kommt Champs Martin dann allerdings mit explosiver Kraft. Der Wein ist aktuell noch leicht reduktiv, aber dennoch spürt man die Power und die innere Dichte, diese immense Konzentration, die sich explosiv im Mund ausbreitet und dann langsam in salzig-kräutriger Säurefrische aufgeht. Hier kommt auch kreidiger Tannin-Grip, ein festes Phenol-Chassis um das sich der Wein am Gaumen windet. Champs Martin ist ein genialer Weinberg. Wenn man zu Bruno Lorenzons Domaine fährt kommt man unweigerlich daran vorbei, denn sie sitzt relativ zentral über dem Ort und steigt dann steil auf. Der Boden ist mergelig und von hellen Steinen übersäht, man erkennt Lorenzons Parzellen sofort an der irren Stockdichte. Es ist ein sehr besonderer Lieu-dit und wäre er in Puligny oder Meursault sicher ganz groß gefeiert. An der Chalonnaise braucht es allerdings einen Meister wie Lorenzon, der darauf aufmerksam macht. Das ist schon ein hochkomplexer, mehrdimensionaler Wein aus dieser großen Lage. Grüne Birne, weißer Pfirsich, Fenchel und ein bisschen Dill, immense Frische und kristalline Klarheit. Immer mehr Lagen und Schichten entblättern sich am Gaumen. Alles ist fein verwoben und läuft auf einen immensen feuersteinigen Grip hinten raus. Ein Hammer-Chardonnay und ein großer Wein des burgundischen Südens. 95-96/100

Mein Winzer

Bruno Lorenzon

Bruno Lorenzon ist DER große Meister in Mercurey, mehr noch, er ist DER Magier, der Mercurey in weiß und rot rausführt aus dem unteren Mittelfeld in die Oberliga der Cotes de Beaune. Die Gemeinde Mercurey liegt im Herzen der Côte Châlonnaise im südlichen Burgund. Hier sind 95% der Fläche mit Pinot...

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