Guffens-Heynen

Macon Pierreclos Tri de Chavigne 2014

Limitiert

mineralisch
voll & rund
96–97+
100
2
Chardonnay 100%
5
weiß
13,5% Vol.
Trinkreife: 2020–2038
Verpackt in: 12er
3
Lobenberg: 96–97+/100
6
Frankreich, Burgund, Maconnais
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Macon Pierreclos Tri de Chavigne 2014

96–97+
/100

Lobenberg: Die beiden Besitzer Monsieur Guffens und Madame Heynen sind Belgier aus Flandern. Der Hauptteil der Rebfläche, für den die Familie Guffens-Heynen berühmt ist, ist ein vier Hektar großer Weinberg in Mâcon mit einer Pflanzdichte von 10.000 Stöcken pro Hektar. Der Weinberg teilt sich auf in jüngere Reben, die Anfang der 2000er gepflanzt wurden und in alte Reben, die 80 bis 90 Jahre alt sind. Die Erträge gehen nie über 25 Hektoliter je Hektar, manchmal sogar unter 20 Hektoliter. Im Keller werden die Ganztrauben eingemaischt und auf einer uralten Korbpresse händisch gepresst, der Saft wird in drei Fraktionen aufgeteilt: Der Free Run, der mittlere Teil und die harte Pressung. In den Topweinen landet ausschließlich der Vorlaufsaft mit seiner hohen Säure bei gleicher Reife wie in den anderen Fraktionen. Über drei Monate hinweg wird ganz langsam fermentiert. Die Reduktion in der Nase des finalen Weins wird ein bisschen über den Zeitpunkt des Starts der Fermentation in den Barriques gesteuert. Nach der Presse wird der Vorlaufsaft bei manchen Weinen etwas länger sedimentiert und somit mit einem geringeren Hefeanteil in die Barriques gegeben. Bei den Topweinen wird der Saft relativ schnell in die Barriques gegeben, sodass sich die Hefe nicht so stark absetzen kann. Das fördert die Reduktion und gibt eine zusätzliche Komponente und Feinheit. Man muss allerdings sehr aufpassen, das Ganze nicht zu übertreiben, da sonst die Weine zu reduktiv werden. Der Holzkontakt liegt insgesamt bei nur zehn Monaten, 20 Prozent des Holzes ist neu. Guffens-Heynen ist ein Verfechter der späten Ernte, die phenolische Reife der Schale muss komplett gegeben sein. Umso wichtiger ist es später während der Pressung, den Free Run Juice abzutrennen und nur diesen für die Topweine zu verwenden, um die hohe Säure bei hoher phenolischer Reife zu erreichen. 2019 gar es winzige Erträge, sicherlich 30 bis 40 Prozent unter dem Durchschnitt. Alle Werte, inklusive Säure und Aromatik, wurden so komplett aufkonzentiert. Ein Problem war, bei voller Reife zu lesen und dennoch die Säure nicht zu verlieren. Das funktioniert nur, indem man den Presssaft trennt, um so die phänomenale Reife, die Aromatik und die Säure gleichzeitig zu retten. Tri de Chavigne ist eine Weinbergsselektion aus den ältesten, 70 bis 100 Jahre alten Reben im Chavigne. Hier wird drei bis vier Mal durch den Weinberg gegangen, in 2014 sogar fünf Mal. Der erste Lauf ist in der Regel dem normalen Le Chavigne vorbehalten, der Tri der Chavigne ist eine Spezialselektion von sehr reifen Trauben aus dem zweiten, dritten und teils sogar aus dem vierten und fünften Lesegang. Nicht in jedem Jahr wird der Tri de Chavigne erzeugt, es gab zum Beispiel trotz der hohen Klasse von 2019 keinen Wein aus diesem Jahrgang, vielleicht gibt es einen in 2020. Selbstverständlich wird hier nur der Vorlaufsaft verwendet, um die hohe Reife und die hohe Säure zu behalten. 2014 war für diesen Tri perfekt, weil das Jahr eine hohe Reife bei gleichzeitig extremer Frische hat. Der 2014 verblüfft in der Nase mit einer fast rauchigen Intensität. Rauch, Salz, Gesteinsmehl, gleichzeitig eine Spur Holz, obwohl dieser Wein nur zu 20 Prozent neues Holz gesehen hat. Rauchigkeit, Grafitnoten und eine leichte Schärfe schon in der Nase. Das Ganze mit hocharomatischer Frucht, die aber nicht fett ist. Gelbes Steinobst, auch weiße Früchte. Das Ganze unterlegt mit provenzalischen Kräutern. Aromatisch ist das ein hochspannendes Elixier. Famose Länge im Mund, hohe Intensität, Salz und Gestein, Säure und Frische. Der Wein vibriert. Ein Chardonnay, der seine Üppigkeit hinter dieser grandiosen Mineralität, der Frische und der Länge verbirgt. 2014 ist nicht ansatzweise im trinkreifen Stadium, er fängt frühestens in weiteren vier bis fünf Jahren an, braucht also zehn Jahre Flaschenreife. Ein Wein, der für Anfänger überhaupt nicht geeignet ist, weil er einfach so extrem in seiner frischen Mineralität ist. Trotzdem strahlt er für mich eine Harmonie aus. Das ist schon mit in der ersten Reihe der Chardonnays des Burgunds. Trotzdem hat er einen eigenwilligen Stil. Mâcon Pouilly-Fuissé ist sicherlich neben Mercurey mit das Spannendste, was sich hier im Burgund abspielt. Das südliche Burgund holt dramatisch schnell auf und kostet dafür immer noch recht bescheidenes Geld. Top Wein! 96-97+/100

Mein Winzer

Guffens-Heynen

Unter Burgund-Insidern seit Jahrzehnten eine Kult-Domaine, dennoch sieht man die Weine selten auf dem Markt, denn sie sind extrem rar und nur bei wenigen Händlern weltweit vertreten. Gerade einmal etwas mehr als 5 Hektar herausragender Einzellagen im Umland von Vergisson im Mâconnais umfasst die...

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