Bodegas Artadi de Laguardia

La Poza de Ballesteros Tempranillo 2020

BIO

voluminös & kräftig
strukturiert
seidig & aromatisch
97–99
100
2
Tempranillo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2061
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 97–99/100
6
Spanien, Rioja und Navarra
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
La Poza de Ballesteros Tempranillo 2020

97–99
/100

Lobenberg: Wie im benachbarten Bordeaux war auch in der Rioja der Winter und das Frühjahr extrem nass und kühl, die Böden waren voll gesogen und gesättigt von Feuchtigkeit. 235 L/qm im März bis zur Blüte im Juni. die Hälfte der durchschnittlichen Jahresmenge. Dazu das sehr gut Wasser speichernde Kalkgestein, günstige Voraussetzungen für trockene Jahrgangsverläufe. Der Sommer war trocken und heiß, bis zu 38 Grad im Juli und August, dazu kühle Nächte, eine hohe Tag-Nacht-Amplitude. Das bedeutet kaum Pilzkrankheiten, superb für biologisch arbeitende Weingüter wie Artadi. Wen wunderts, dass auch in der Rioja, ähnlich wie in Bordeaux, neben einer hohen Reife eine große Frische, sehr spannungsgeladene, agile, lebendige Weine voller Vibration, dazu die sehr reifen, seidigen Tannine und hochreife Frucht. 2 Regionen, 2 grandiose Ergebnisse. Wie in Bordeaux folgt auf das weiche, mollig charmante 2018 ein atemberaubend vibrierend frisch-reifer Jahrgang 2019 und danach ein Jahrhundertjahr in klassischer Generosität. Trilogien dieser Art gibt es gern mal um die Null herum, 88-90, 98 bis 2000, 2008 bis 2010 und nun, dank Klimaverschiebung und großen Fortschritten in der Weinbergsarbeit (Dichtpflanzung mit rigoroser Ertragsbeschränkung je Stock, besseres Wissen um das Laubmanagement und der Einzug der Biologie und Biodynamie), die beste Trilogie aller bisherigen Zeiten. Die Gärungen finden komplett in großen, offenen Holzgärständern statt. Die Weine werden anschließend über Jahre ohne Batonnage im Barrique ausgebaut. Der moderate Neuholzanteil beträgt ungefähr 25% bis 30%. Brutal intensive, kühle Fruchtaromatik. Satte Kirsche mit Brombeere, Eisen, Holunder, Eukalypus, Minze, aber nichts ist fett, alles bleibt voller Mineralität, Salz. Hohe Intensität, aber nichts Fettes, eher auf der kühlen Seite liegend. Feine Lakritze dahinter, Veilchen, ein bisschen eine Art Saint Emilion aus Hochlage, La Poza ist immer ein wenig wie Troplong Mondot. In 2020 mehr Saint Emilion als Burgund, aber auch der Eindruck von Rappen, ein Touch wie Petit Gravet Aine der Biodynamikerin Catherine Papon Nouvel aus Saint Emilion. Das ist lusig und sehr eigenständig. Rauch und Feuerstein kommen dazu, Unterholz, Anis. Etwa Rappen? Im Mund dann überraschend viel kühle Nordrhone, maskulin, fast etwas grünschimmernder Cornas aus alten Reben. Sehr eigen. Sattes Tannin, reif und samig und doch sehr präsent. Im Finale bittere Blaubeerschalen mit Schiefer und dunklem Stein, brutal mineralisch. Ein maskulines Unikat der 2020er Palette von Artadi, sehr eigen etwas schräg, in seiner Dichte und Mineralität aber eindrucksvoll, mit immer mehr Luft charmanter und finessereicher werdend. Groß und eigenwillig. 97-99/!00

Mein Winzer

Artadi

Eines der qualitativ besten Weingüter Spaniens gehört der Familie Lopez de Lacalle aus Laguardia.