La Baixada 2021

Alvaro Palacios

La Baixada 2021

strukturiert
tanninreich
pikant & würzig
97–99
100
2
Garnacha, Garnacha Blanca, Macabeo
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2029–2057
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 97–99/100
6
Spanien, Priorat
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
La Baixada 2021

97–99
/100

Lobenberg: Die Nase dieses Weins ist sehr speziell. Überhaupt nicht mit Gratallops oder Finca Dofi zu vergleichen. Hochreife Garnacha, mit Bleistift und Schiefer unterlegt. Das Gestein dominiert sehr stark. Enorm dicht! Feine Lakritze, sehr viel Minze, aber auch total auf Krautwürze laufend. Der Mund zeigt eine enorme Vibration. Das ist wie ein Pinot Noir von Prieuré Roch mit 100 Prozent Rappen. Er wurde zwar nur mit 60 Prozent ganzen Trauben vergoren, aber er kommt im Mund völlig unentrappt rüber. Diese enorme Würzigkeit aus den Rappen und aus dem Schiefer geben ihm das gewisse etwas. Trotzdem hat der Wein ultrafeine Tannine, ist im Mund seidig und Pinot-haft mit großer Länge. Es ist schon ganz besonders, was man aus Garnacha machen kann. Diese Vielfalt hier im Priorat, hier bei Alavaro Palacios, ist verblüffend! Großer, eigenwilliger, Pinot-hafter Stoff und doch gleichzeitig ein unverwechselbarer Grenache. Ein Unikat! 97-99/100 *** La Baixada ist eine kleine Einzellage, nur 1,3 Hektar groß. Dort stehen 94 Prozent Grenache und sechs Prozent Carignan. Die Reben wurden erst vor 25 Jahren gepflanzt per Sélection Massale. Sie wurzeln in sehr steiler Nordostexposition auf Schieferböden. Es wird organisch gearbeitet. Trotz der Nordausrichtung werden die Trauben immer extrem reif. Es gibt nur 3.000 Flaschen im Jahr 2021. Der Wein hat 14 Volumenprozent Alkohol. Im Weingut werden die Trauben zu 40 Prozent entrappt. Ein ganz kleiner Anteil wird per Macération Carbonique vergoren, der Großteil klassisch per Maischegärung. Die Pigeage wird mit den Füßen im offenen Gärtank durchgeführt. Der Ausbau geschieht in großen ovalen Holzfudern, später für einige Monate im Beton.

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

Mein Winzer

Alvaro Palacios

Mittelpunkt des in den unwegsamen katalonischen Bergen gelegenen Weinanbaugebietes Priorato ist der kleine Ort Gratallops. Von hier aus haben in den vergangenen Jahren außergewöhnliche Rotweine für Furore gesorgt.