Robert Weil

Kiedrich Klosterberg Riesling Erste Lage trocken 2020

fruchtbetont
leicht & frisch
95+
100
2
Riesling 100%
5
weiß
13,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2037
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 95+/100
6
Deutschland, Rheingau
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Kiedrich Klosterberg Riesling Erste Lage trocken 2020

95+
/100

Lobenberg: Der Klosterberg trägt seinen Namen, weil er seit alters für Kloster Eberbach das östliche Weinbergs-Pendant zum berühmten Steinberg war. Sein meist tiefgründiger Boden aus buntem Schiefer, Phyllit und Serizit-Gneis prägt den gehaltvollen, sehr stoffigen Charakter der Klosterberg-Rieslinge. Der Klosterberg vereint die gesamte geologische Vielfalt des Rheingaus in sich. Und die Höhe und Kühle dieser besonderen Lage, so Wilhelm Weil, macht gerade den besonderen Reiz aus. Sie sei überhaupt erst in seiner Generation, in Zeiten der globalen Erwärmung in die Güte einer Ersten Lage gewachsen. Sein Urgroßvater, Großvater und Vater hätten sich bezüglich der besten physiologischen Reife der Trauben aus dem Klosterberg gar noch sehr nach der Decke strecken müssen. Aber heute stünde der Klosterberg in einem tollen Dreiklang gemeinsam mit Turmberg und Gräfenberg. Der Klosterberg ist die Power-Lage bei Weil, neben dem erhabenen Gräfenberg und dem puristischen Turmberg. Ich habe den Wein bisher meist ausgelassen, weil Gräfenberg und Turmberg schon so eigenständig nebeneinander sind, aber gerade in den letzten Jahren hat der Klosterberg nochmal einen tollen Sprung gemacht. Kurze Maischestandzeit von 6 bis zu 24 Stunden. Im Stückfass spontan vergoren und ausgebaut, bis im Sommer verbleibt der Wein auf der Hefe. Die Kraft der Lage zeigt sich schon in der Nase, die beim Klosterberg mehr gelbes Steinobst zeigt und weniger puristisch-zitrisch daherkommt als der Turmberg. Schöne gelbe Birne, weißer Pfirsich, zerstoßene Kreide. Das Gestein dominiert den Klosterberg nicht, er bleibt mehr auf der Fruchtintensität. Der Klosterberg ist mundfüllend und satt, dicht und dabei trotzdem total fein und fließt mit superber Seidigkeit über den Gaumen. Die feine Gelbfruchtigkeit des Klosterberg schmilzt am Gaumen, dann kommt aber hinten raus doch diese feinsalzige Mineralität und dieser feinherbe Gerbstoff-Grip im Nachhall. Der Klosterberg hat ebenso viel Alterungspotenzial auf Grund seiner perfekten Balance, aber er ist schon so viel Zugänglicher und angenehmer zu trinken im jungen Stadium, dass er einfach die perfekte Ergänzung ist, während man auf die anderen Weine ein bisschen warten muss. 95+/100

Mein Winzer

Robert Weil

Die ersten Weinberge wurden 1867 von Dr. Robert Weil gekauft. Schon bald waren die Weine über die Grenzen hinaus bekannt. So belieferte das Weingut Robert Weil das deutsche und österreichische Kaiser-, das englische Königs- sowie das russische Zarenhaus.