Lobenberg: Jetzt ist das Duo komplett. Nach dem Chardonnay Herzfeld kommt mit dem Spielberg der rote Gegenpol, das perfekte Pendant. Wenn der Herzfeld Burgund in Weiß spricht, dann flüstert das der Spielberg als Pinot – und zwar Grand Cru. Das ist der Spätburgunder, auf den man bei Karsten Peter gewartet hat, die noch größere Fortsetzung des Charme »R«. Und er liefert. Mit Präzision, mit Tiefe, mit Finesse – und mit echtem Herkunftsausdruck. Der Spielberg ist eine der spannendsten Lagen in Dürkheim: ein Südwesthang mit altem Rebbestand, auf Korallenriff-Kalk, von Sandsteinfelsen umgeben, winddurchflutet, immer kühl. Tagsüber viel Sonne, nachts speichert der Fels die Wärme. Diese Balance aus Reife und Frische spiegelt sich hier im Glas mit messerscharfer Klarheit. Vinifiziert wurde wie gewohnt ganz zart: Etwa 10–15 % Ganztrauben für Struktur und Grip, der Rest abgebeert und vorsichtig überschwallt. Kein Unterstoßen, kein Pumpen. Der Ausbau in gebrauchten burgundischen Barriques sorgt für eine elegante, zurückhaltende Holznote, die der glockenklare Frucht den Vortritt lässt. In der Nase strahlt der Spielberg sofort: Dunkle Himbeere, kühle Sauerkirsche, Cassisblatt, dazu Blutorange, feinstes Sandelholz und eine rauchig-mineralische Basis – fast wie nasser Feuerstein und Graphit. Diese Reduktion ist perfekt austariert, niemals vordergründig, sondern tiefenkomplex. Ein Hauch Veilchen, ein Streif floraler Frische, Kräuter, alles bleibt kühl, präzise, tänzelnd. Hier trifft sinnliche Frucht auf kalkige Schärfe! Das hat enorme Tiefe, das hat Ausdruck, das ist Burgundisch, aber dabei so schön eigenständig. Am Gaumen dann kompromisslos fein. Seidige Tannine, extrem feinkörnig, nichts stört, alles schwebt. Die Frucht bleibt transparent: wieder Himbeere, Sauerkirsche, etwas Granatapfel. Dann kommt die salzige Länge, die typische Kühle der Lage, die Textur eines großen Pinots. Salzkaramell und Räucherspeck im Nachhall. Das wirkt dunkel und doch hell, kühl und zugleich warm durch diese fast karamellige Süße, die von der Abendsonne herrührt. Blind könnte man sich hier glatt in Vosne-Romanée wiederfinden. Der Spielberg ist kein lauter Pinot, kein Kraftprotz. Aber er hat alles, was einen Grand Cru ausmacht: Tiefe, Länge, Präzision, Spannung. Und Charakter. Er steht wie ein roter Fels neben dem weißen Herzfeld – das neue Spitzenduo von Karsten Peter. Zwei Lagen, zwei Rebsorten, ein Stil. Und das ganz oben.