Lobenberg: Jetzt ist es soweit. Was sich in den letzten Jahren bei Karsten Peter mit jeder Füllung angedeutet hat, findet hier seine konsequente Zuspitzung. Der erste Chardonnay aus der Einzellage Herzfeld markiert einen neuen Höhepunkt – und das nicht nur im Sortiment von Karsten Peter. Das ist der Grand Cru, der bisher gefehlt hat. Ein kompromissloser Lagenwein aus einer der nördlichsten Parzellen Leistadts, hoch oben am Waldrand, durchlüftet, wild, kühl. Terrassierte Lagen mit Ausstrahlung – nicht zufällig denkt man hier sofort an die oberen Hänge von Saint-Aubin oder sogar an Chassagne-Montrachet von Ramonet, wenn man die Nase ins Glas hält.Ausgebaut komplett im Barrique, davon rund 40 % neues Holz – das merkt man aber eigentlich nur an der Textur, nicht im Aroma. Die Nase ist kühl, steinig, präzise, fast messerscharf. Reduktive Noten von Rauch und nassem Stein gehen über in feine, gelbfruchtige Aromatik – Williamsbirne, Quitte, ein Hauch Aprikosenkern und kandierte Zitrusschale. Dazu feine Kräuter, Kamille, weiße Blüten, zarte Mandeln, frisch geschälte Limette. Der Holzeinsatz sitzt wie ein Maßanzug: ein Hauch Vanille, dezente Kakaobutter, aber niemals vordergründig. Blind geht das ganz klar Richtung Côte de Beaune – mehr braucht man dazu nicht sagen. Am Gaumen dann diese unglaubliche Klarheit und Tiefe. Der Herzfeld wirkt wie ein Brennglas, das alles bündelt, was Karsten Peter in den letzten Jahren aufgebaut hat: die Spannung des Leistadter Ortsweins, aber mit mehr Druck, mehr Textur, mehr Länge. Gelbe und grüne Zitrusfrüchte, salzige Mineralität, reifer Gerbstoff, vibrierendes Säurespiel – dieser Chardonnay besitzt ein nahezu burgundisches Rückgrat, aber mit einem Hauch Pfälzer Kraft und Saft. Alles bleibt dennoch in perfekter Balance, getragen von dieser kühlen, ätherischen Energie, wie man sie nur aus den besten Lagen kennt. Kein Gramm Fett, kein Lärm – nur Tiefe, Substanz und Eleganz. Herzfeld ist ein Statement. Ein Chardonnay, der Zeit braucht und der mit Reife richtig aufdrehen wird. Aber schon jetzt spürt man, dass hier etwas ganz Großes entsteht – aus einem Ort, der bislang im Schatten stand, aber nun beginnt, sein volles Potenzial zu zeigen. Leistadt hat mit dem Herzfeld einen neuen Fixstern – und Karsten Peter bringt ihn mit bemerkenswerter Präzision zum Leuchten. Tief, salzig, kompromisslos. Ein Burgunder aus der Pfalz, ohne Kopie zu sein. Groß!