Pinot Noir Schiste Vin de Pays Rouge 2019

Jean Luc Jamet Pinot Noir Schiste 2019

Zum Winzer

93+
100
2
Pinot Noir 100%
5
rot, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2021–2029
Verpackt in: 12er
9
seidig & aromatisch
unkonventionell
pikant & würzig
3
Lobenberg: 93+/100
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pinot Noir Schiste Vin de Pays Rouge 2019

93+
/100

Lobenberg: Dieser Pinot Noir wächst zusammen mit dem Syrah Valine hinter dem Haus von Jean-Luc Jamet, deshalb ist es ein Vin de Pays. Pinot steht auf Schiefer und der Syrah eher auf den Granit Abschnitten. Dieser Pinot Noir ist ein Experiment von Jean-Luc und seinem Bruder, es gibt nur 1200 Flaschen. Der Wein ist komplett im gebrauchten Holz ausgebaut. Die Jamets dachten, dass gerade hier in den Hochlagen und auf Schiefer Pinot eigentlich gut gedeihen müsste. Heraus kommt eine etwas andere Art Pinot wie wir sie etwa aus dem Burgund kennen. Im Grunde ist es ein Côte Rotie Pinot, weil wir so viel Zug drin haben, weil wir von diesen Böden ein bisschen verbranntes Fleisch haben, viel schwarze Kirsche, aber auch Cassis und etwas Brombeere und wie ich schon andeutete geflämmtes Fleisch und Unterholz. Der Wein hat circa 20% Rappenanteil, das scheint etwas durch, gibt etwas Würze. Der Mund ist für einen Pinot Noir unglaublich reichhaltig, üppig, zeigt vom Schiefer diesen schönen Terroirabdruck, etwas Feuerstein, aber vor allen Dingen auch süße, rote Frucht. Eine Zielsetzung, die Jean-Luc seinerzeit bewog sich von seinem Bruder zu trennen, er möchte saftige Weine machen, die zugänglich sind und nicht ewig brauchen, sondern Spaß und Freude bringen. Die Saftigkeit steht ganz vorne und das reiche, seidige Tannin, deshalb auch nur noch kleine Rappenanteile für mehr Feinheit. Ein sehr leckerer, ein runder, ein vollmundiger Pinot Noir. Und trotz der Würzigkeit von den Rappen und dem Schiefer durchaus eine warme Stilistik des südlichen Burgunds aufweisend. Ein Spaßmacher mit einem üppigen Körper, viel Volumen, schöner Süße und einem langen, mineralischem Ende. Niemals mit Burgund zu verwechseln, weil er so eigenwillig ist, aber gleichzeitig so lecker. 93+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Mein Winzer

Jean Luc Jamet

Jamet – dieser Name steht seit nunmehr über drei Jahrzehnten für exquisite Côte Rotie aus erster Reihe. Jean Luc und sein Bruder Jean Paul haben die Domaine ihres Vaters gemeinsam in die Spitze der Appellation geführt.