Cotes du Rhone Blanc Couzou 2019

Jean Luc Jamet Cotes du Rhone Blanc Couzou 2019

Zum Winzer

93–94
100
2
Marsanne 50%, Roussanne 25%, Viognier 25%
5
weiß, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2021–2032
Verpackt in: 12er
9
exotisch & aromatisch
voll & rund
mineralisch
3
Lobenberg: 93–94/100
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Cotes du Rhone Blanc Couzou 2019

93–94
/100

Lobenberg: Der Wein besteht zu 60% aus Marsanne mit Beimischung von Viognier und Roussanne. Fantastische Frische und unglaubliche Kraft zugleich. Diese dominante Marsanne macht eine schön weiße Frucht, weißer Weinbergspfirsich, sehr schick, feine Salznote, Darjeelingtee, weiße Blüten, fast ein wenig an Weißburgunder erinnernd. Aber etwas straighter, irgendwo zwischen Weißburgunder und Meursault liegend. Sehr gute Harmonie in der Nase. Der Mund ist wirklich fein, auch hier tolle Harmonie und schöne Fülle, cremig, weiße Frucht, Walnuss, Zitronengras, reichhaltig, schmelzig und frisch zugleich. Hochcharmant mit einem Hang zur Größe. Tendenziell irgendwo ein hervorragender Saint Peray in dieser Stilistik. Wunderbarer Wein. 93-94/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Mein Winzer

Jean Luc Jamet

Jamet – dieser Name steht seit nunmehr über drei Jahrzehnten für exquisite Côte Rotie aus erster Reihe. Jean Luc und sein Bruder Jean Paul haben die Domaine ihres Vaters gemeinsam in die Spitze der Appellation geführt.