Immich-Batterieberg: Riesling Detonation 2024

Immich-Batterieberg: Riesling Detonation 2024

BIO

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
11,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2034
fruchtbetont
mineralisch
Lobenberg: 93/100
Suckling zu 2023: 93/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Detonation 2024

93
/100

Lobenberg: Kurze Maischestandzeiten von ein paar Stunden, dann ziemlich cloudy von der Presse direkt in die Edelstahltanks und 100 Prozent spontan vergoren. In diesen Basiswein fließen alte Reben von mindestens 40 Jahren ein, gewachsen auf kargen Weinbergen, Steffensberg, Monteneubel, Briedeler Herzchen. Das ist entsprechend ein Gutswein mit richtig Anspruch aus Top-Trauben. Intensive Nase mit viel reifer gelber Frucht, aber es bleibt spannungsgeladen und moselanisch. Angeschnittener Apfel, Zitrusschalen, Quitte. Die Aromatik ist durchaus intensiv und reif, aber keineswegs fett, sondern eher chablisartig fein. Total trocken durchgegoren. Das ist ein Seafood-Wein par excellence. Griffige Mineralität im Nachhall mit tänzelndem Spiel auf der Zunge, hat fast eine gewisse Schärfe aus seiner salzigen Mineralität. Das hat schon richtig Klasse und Charakter für einen Basiswein mit dieser schieferigen, positiven Herbheit, nicht weichgespült jedenfalls. Das gefällt mir gut! Nicht ohne Grund ist das Gernot Kollmanns Seafood Wein.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

Verkostungsnotiz
93
/100

Suckling zu 2023 über: Riesling Detonation

-- Suckling zu 2023: If you want to feel transported back to the golden age of German riesling a century and more ago, then this wine does that for you. Full of golden fruit aromas and a delicate spiciness, it is barely medium-bodied with restrained power and lovely elegance. Really caresses the palate in the long, silky finish. A cuvee of wines from the vineyards in Enkirch, Briedel and Dhron, mostly from over 40-year-old vines. Drink or hold. Screw cap.

Mein Winzer

Immich-Batterieberg

Gernot Kollmann, den winzerischen Kopf hinter Immich-Batterieberg, kennt in der Weinszene fast jeder, denn er ist einer der besten und erfahrensten Winemaker der Mosel. Auf Immich-Batterieberg, einem der ältesten Weingüter der Region, hat er eine würdige Werkhalle seine großen Weine zu schmieden.

Riesling Detonation 2024