Finca Dofi 2021

Alvaro Palacios

Finca Dofi 2021

voluminös & kräftig
tanninreich
96–97
100
2
Garnacha 88%, Carinena 9%, Picpoul de Pinet 2%, Diverse 1%
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2029–2060
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 96–97/100
6
Spanien, Priorat
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Finca Dofi 2021

96–97
/100

Lobenberg: Die Grenache dominiert ganz klar die Lage, mit roter Frucht, guter Definition und Präzision. Auch wenn der Single Vineyard sehr groß ist, ist dieser Wein super sauber. Erdbeere und Himbeere – ich fühle mich an Cabernet Franc von der Loire erinnert. Dahinter kommen dann Lakritze, Minze und Eukalyptus. Duftig mit Rosenblättern, Orangenzesten und ein bisschen Maracuja. Sehr schick, sehr süß, sehr charmant. Der Mund ist extrem geschmackvoll und sooo saftig! Süße rote Kirsche mit Himbeere und Erdbeere, dazu kommt viel Orange und etwas Bleistift darunter. Garrigue-Würze ist spürbar. Das Ganze erinnert eher an Kreide und Kalkstein als an den Schiefer, auf dem der Wein wächst. Große Finesse und ultrafeine Tannine. Cool Climate! Aus 16 Hektar nur 20.000 Flaschen zu erzeugen, bedeutet einen ultrageringen Ertrag pro Rebe. Das merkt man diesem Wein an. Er hat eine wahnsinnige Spannung und Konzentration. Aber eine Konzentration von sehr viel roter Frucht und Feinheit. Überhaupt kein Blockbuster, sondern immer spielerisch, lecker und saftig bleibend. Eine Köstlichkeit! Eindrucksvoll, sehr definiert und präzise. Ein Unikat, das zugleich das Zeug zu Everybody’s Darling hat in seiner saftigen roten Frucht. Sehr schick! 96-97/100 *** Der Wein besteht aus 88 Prozent Grenache, neun Prozent Carignan, zwei Prozent Piquepoul und einem Prozent anderer weißer Sorten. Im Unterschied zum Vi de Vila ist Finca Dofi ein einziger Weinberg mit 16 Hektar Reben. 80 Prozent sind Buschreben, 20 Prozent sind einfacher Cordon mit sehr geringem Abstand zum Boden. Sie sind zwischen 20 und 40 Jahre alt. Der Untergrund besteht komplett aus braunem, eisendurchsetztem Schieferboden. Es wird organisch gearbeitet. 55 Prozent der Trauben werden komplett entrappt, der Rest gehet als angequetschte Ganztrauben in die spontane Fermentation. Insgesamt gibt es 80.000 Flaschen von diesem Wein. Er hat 14 Volumenprozent Alkohol.

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

Mein Winzer

Alvaro Palacios

Mittelpunkt des in den unwegsamen katalonischen Bergen gelegenen Weinanbaugebietes Priorato ist der kleine Ort Gratallops. Von hier aus haben in den vergangenen Jahren außergewöhnliche Rotweine für Furore gesorgt.