El Carretil Tempranillo 2021

Bodegas Artadi de Laguardia

El Carretil Tempranillo 2021

BIO

voluminös & kräftig
strukturiert
seidig & aromatisch
99–100
100
2
Tempranillo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2031–2067
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 99–100/100
6
Spanien, Rioja und Navarra
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
El Carretil Tempranillo 2021

99–100
/100

Lobenberg: Wie immer hat der Wein die für mich faszinierendste Nase. Unglaublich transparent. Frische Kirsche mit Minze und Lakritze, sehr energiegeladen und hocharomatisch den Geruchssinn attackierend. Seidige Tannine schon im Geruch. Sehr viel Mineralität im Untergrund. Es ist der erste Wein der Reihe mit so viel roter Kirsche unter dieser Holunderspur, die scheinbar für diesen Jahrgang so bezeichnend ist. Auch Vogelbeere, das Ganze unterlegt von Garrigue, Minze und Menthol. Eine leichte Tabakspur darunter, sehr fein verwoben. Von der Fruchtintensität erinnert es mich zwar an Vosne-Romanée, aber der Wein ist nicht so dick und schiebend wie ein Burgunder aus dieser Appellation, er ist viel feiner, viel tänzelnder. Irgendwo eine Mischung aus einem großen Callet aus Mallorca und einer hochfeinen Nerello Mascalese vom Ätna. Diese Nase ist echt schick und spannend! Am Gaumen ist eine leichte Holznote spürbar, aber das ist auch gewollt. Dahinter diese schiebende Kirsche, die eigenholt wird von der Minze. Eine schlanke Majestät mit großer mineralischer Länge. Sehr lebendig, sehr saftig und trotzdem sehr fokussiert. Der Mund zieht sich zusammen ob dieser großen Spannung. Der Wein ist reif und seidig, aber trotzdem das Gegenteil von fett, das Gegenteil eines Blockbusters. Hohe Eleganz und aromatische Spannung, grandiose mineralische Länge. Aber in bisher hier nicht erlebter Feinheit. Ein supergraziler Powerwein und auf keinen Fall ein Blockbuster zum Beeindrucken. Völlig anders im Stil als der zuvor probierte grandiose San Lázaro, aber auf dem gleichen Level. 99-100/100 *** El Carretil ist ein Weinberg mit 3,64 Hektar Reben in Laguardia. Er liegt direkt unterhalb von der Toplage Viña el Pisón. Die Reben wurden 1930 und 1975 gepflanzt. Lehmboden mit sehr viel aktivem Kalkstein – ein sehr armer Boden mit zum Teil kompaktem Fels, auf dem die Reben leiden müssen. Die Trauben werden bei Artadi grundsätzlich entrappt. Spontane Gärung, der Wein wird anschließend im Barrique ausgebaut mit maximal 20 Prozent Neuholz. Artadi möchte über alle Weine hinweg den Anteil an Neuholz Stück für Stück auf zehn Prozent reduzieren. Gleichzeitig steigt sukzessive der Anteil an größeren Fässern.

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

Mein Winzer

Artadi

Eines der qualitativ besten Weingüter Spaniens gehört der Familie Lopez de Lacalle aus Laguardia.