Cicero

DER MATTMANN Pinot Noir 2010

94–95
100
2
Pinot Noir
5
rot
13,0% Vol.
Trinkreife: 2014–2030
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94–95/100
6
Schweiz, Bündner Herrschaft
7
Allergene: Sulfite
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
DER MATTMANN Pinot Noir 2010

94–95
/100

Lobenberg: DER MATTMANN heißt nun Cicero M, da Thomas Mattman verstorben ist und die Namensrechte nicht bei Cicero-Weinbau liegen. Zum Teil als Ganztraubenvergärung. Die ganzen Trauben werden in offenen 400 l Holzfässern mit den Füßen gestampft, was die schonendste Methode ist. Die entrappten Trauben werden ebenfalls in offenen Fässern mit Stößeln angequetscht. Dies hat eine Anmutung wie auch die besten Weine in Portugal vinifiziert werden. Das ist sehr archaisch, aber zugleich das Sanfteste, was man machen kann. In der Nase sehr konzentrierte kleine Walderdbeere, Sanddorn, Passionsfrucht. Kirsche und Schattenmorelle – alles in sehr konzentrierter Form. Daneben schöne Krautwürzigkeit von den mitvergorenen Stängeln. Rauchnoten, Gesteinsmehl, ein wenig Salz, weißer Pfeffer, helle Schokolade, Dominikanische Zigarre. Dann kommt Himbeere und ein leichter Hauch rote Johannisbeere. Schöner Druck und Gripp im Mund. Alles alte Schweizer Pinot-Klone, die etwas rustikaler und krautwürziger sind als die reinen Burgunderklone. Die Reben sind sehr alt und zum Teil auch wurzelecht. Neben konzentrierter Walderdbeere kommt Zwetschge. Der Wein ist sehr originell, sehr eigenständig. Im Nachhall provencalische Kräuter, Estragon, Thymian, auch wieder weißer Pfeffer, konzentrierte Zwetschge, sehr konzentrierte würzige Himbeere und Erdbeere. Alles durchgegoren und vollkommen unsüß, knochentrocken. Nach einiger Belüftung kommt doch noch ein wenig Fruchtsüße von Herzkirschen und Zwetschgen auf. Ein Unikat, dem im Vergleich mit Studach und Gantenbein vielleicht ein wenig der warme Schmelz und die absolute Feinheit fehlt, dafür hat er ein deutliches Plus in der Originalität. Toller Wein. 94-95/100