100 Prozent Merlot. Die Nase zeigt satten Holunder mit Schwarzkirsche darunter. Fein, aber auch hochintensiv. Sehr aromatisch dicht und gleichzeitig seidig und spielerisch. Feine Veilchennote darunter, helle Lakritze, Eukalyptus, viel Minze und auch etwas Nutella. Extrem leckere Nase! Der Mundangang: Sauerkirsche schiebt sich unter die schwarze Frucht, unter den Holunder und die Schwarzkirsche. Ein bisschen Cassis kommt dazu, auch Lakritze, Nutella changiert zu hellem Nougat. Das Ganze mit seidigsten Tanninen. Eine schöne Mélange! Große Harmonie und Balance – ein schicker Montagne Saint-Émilion mit guter Länge. Eine tänzelnde Schönheit! Ein Wein, der nur deshalb so günstig sein kann, weil er aus dieser Appellation kommt und nicht aus Saint-Émilion direkt. Der 2022er ist im Charakter etwas anders, feiner und zarter, die Tannine sind polierter. Aber er ist nicht besser als 2021, der etwas aufregender ist. Dafür ist 2022 nochmal deutlich harmonischer. Ein extrem schöner Wein, ein richtiges extremes Leckerli! *** Die Domaine umfasst 2,5 Hektar mit rund 60 Jahre alten Merlot-Reben. Fermentation im Beton. Der Ausbau geschieht zu 60 Prozent in gebrauchten Barriques, zu 40 Prozent in neuen. Zu einem Drittel wird der Wein mit Ganztrauben vergoren. Das Weingut wird beraten von Stéphane Derenoncourt. Der Winzer selbst ist Clément Baudon, er ist erst 28 Jahre alt und war zuvor Vineyard-Manager und Kellermeister bei Larcis Ducasse. In jungen Jahren hat er sich schon selbständig gemacht. Der alte Besitzer dieses biodynamischen Kleinods wollte aufgeben, aber der Weinberg ist einfach extrem gut und so hat Clément die Weinberge schließlich übernommen. Alles Biodyn und mit dem Pferd als Pflug bearbeitet. Er macht zwei verschiedene Cuvées: eine kommt von reinen Kalksteinböden – das ist die Cuvée Terre Blanche. Die zweite heißt Terre Brune, die von Lehmböden kommt. Interessanter ist aber die rarere Cuvée Terre Blanche, die mir Stéphane Derenoncourt persönlich empfohlen hat. Die Weine von diesem Terroir haben nur 3,2 als PH Wert, sind also extrem rassig und vibrierend frisch.