Crozes Hermitage Blanc Vieilles Vignes 2019

Michel Tardieu - Nordrhone

Crozes Hermitage Blanc Vieilles Vignes 2019

98+
100
2
Marsanne 60%, Roussanne 40%
3
Lobenberg 98+/100
5
Weißwein
barrique
14,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2045
Verpackt in: 12er OHK
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite,

Abfüllerinformation

Abfüller / Importeur: Michel Tardieu - Nordrhone, Quartier Les Ferrailles - Route de Cucuron, 84160 Lourmarin, FRANKREICH


  • 19,90 €

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lobenberg

Lobenberg über:Crozes Hermitage Blanc Vieilles Vignes 2019

98+
/100

Lobenberg: 2019 ist an der Rhône die Fortsetzung der mediterranen Jahre, der Jahre ohne Wasser, der großen Trockenheit. Zwischen April und Mitte September gab es so gut wie keinen Regen, weder im Norden noch im Süden. Die Trockenheit war extrem. Minimale Regenschauer zwischendurch reichten noch nicht einmal aus, um von der Erde aufgenommen zu werden. Seltsamerweise starben die Weinberge nicht ab, sondern alle Weinberge mit alten Reben sahen über die ganze Zeit ganz hervorragend aus. Es gab zwar Wasserstress, aber es gab keinen Stillstand. Der Schlüssel sind also ganz eindeutig alte, tiefwurzelnde Reben. Trotzdem wäre es zu einem desaströsen Ergebnis gekommen, wenn es nicht Mitte September einige anständige Regenfälle von über 20 Millimeter gegeben hätte. Die Entwicklung wäre sonst zu weit fortgeschritten, die Weine hätten ihre Frische verloren. Die Regenfälle wendeten das Blatt vollständig. Aber man muss dazusagen, dass es in Zukunft wahrscheinlich keine großen Weine von der Rhône geben wird, sollte sich die Situation so fortsetzen. 2019 ist es nicht nur gutgegangen, sondern alle Winzer sprechen von einem legendären Jahrgang. Die Weißweine im Süden sind durch die kühlen Nächte vor der Ernte und durch die Regenfälle extrem frisch. Das Ganze mit hoher Reife durch die enormen Sonnenstunden des Sommers. Das bringt einen ähnlichen Spagat, einen ähnlichen Oszillographen, wie in Deutschland, wie in Bordeaux, wie überhaupt in Europa. Crispe, frische, mineralische Weine. Extrem extraktreich, hohe Reife und hohe Frische beieinander. Die Rotweine sind generös und tief und stellen eine Synthese von 2007 und 2016 dar. Die Nordrhône hat nicht ganz so stark unter der Trockenheit gelitten wie die Südrhône, es war auch nicht ganz so heiß. Noble, präzise, harmonische Weine. Aber auch hier kann man von einer strahlenden Zukunft und von einem Best-Ever-Jahrgang ausgehen. 2019 ist schon jetzt, ein Jahr nach der Ernte, eine lebende Legende. Alle Weißweine von Tardieu werden nach einer Ganztraubenpressung ohne Standzeit in die Vergärung genommen, um keine Säure zu verlieren. Die Trauben dieses Crozes-Hermitage stammen von zwei ganz kleinen Erzeugern in dieser Appellation, die auch den roten Crozes-Hermitage Vieilles Vignes liefern. Es hat weit über 10 Jahre gedauert, bis die Tardieus ein paar wenige Trauben von den Winzern ergattern konnten. Insgesamt gibt es nur 3.000 Flaschen von diesem Wein. Grundsätzlich ist der Norden sehr viel kühler. Die Weine wachsen in Steillagen, nicht in Südexposition. Auch ist die Marsanne hier deutlich frischer und eleganter als an der südlichen Rhône. Die Reben aus diesem Weinberg sind deutlich über 50 Jahre alt. Nach einer Ganztraubenpressung werden die Weine spontan vergoren. Der Ausbau geschieht dann für zehn Monate zu 50 Prozent in neuen Barriques und zu 50 Prozent in Zweitbelegungen. Das Holz stammt aus Allier, Tronçais und Jupille. Die Weine werden vor der Füllung weder geschönt noch filtriert. 2019 hat der Crozes-Hermitage auch erstmals einen Anteil Roussanne. Es ist nun also nicht mehr reinsortige Marsanne und der Wein hat sich damit ein bisschen zu mehr Power verwandelt. Die Nase hat zur weißen Frucht Rosmarin dazubekommen. Ein bisschen Krautwürze, deutlich Garrigue in der Nase. Unglaubliche Power. Da schiebt Aprikosenkern neben weißer Birne. Ganz viel Sahne, weiße Blüten, Kreide, Salz und fast Gerbstoff in der Nase. Weißer Pfeffer, eine leichte Schärfe zeigend. Ein Segen ist die große Frische dieses Weins, sonst wäre er einfach zu heftig und würde zu stark reinknallen. Aber die wunderbare Säure, die ihn begleitet, und die hohe Mineralität, balancieren den Wein auf jeden Fall. Sicher ist, dass der Wein eigene Jahre weggesperrt werden muss. Ich würde mal erst sieben, acht Jahre für den Keller plädieren. Er wird aber lange, lange weiterreifen. Es ist nur einfach ein Powerwein. Unglaublich viel Schub hintenraus, lange stehend. Nussig, Steinobst, grüne und rote Aprikose. Eine leichte Öligkeit, ein bisschen der Touch von Grünem Veltliner, aber dann schon in der Smaragd-Version. Gott, hat der Wein viel Druck! Wie ich schon sagte: wegsperren, in zehn Jahren genießen und dann 20 Jahre Zeit haben. Ein Crozes-Hermitage Blanc in einer von mir noch nicht probierten Ausprägung. Ein Powerteil, das mit jedem Hermitage mithalten kann. 98+/100

Mein Winzer

Michel Tardieu – Nordrhone

Michel Tardieu ist inzwischen legendär und einer der besten Weinmacher Frankreichs. Robert Parker u. v. a. überhäuften ihn zu Recht mit Superlativen. Sehr oft arbeitet er an der Rhone und in anderen Regionen mit seinem Freund Philippe Cambie zusammen. […]

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