Maison Stephan

Cote Rotie 2017

unkonventionell
pikant & würzig
strukturiert
fruchtbetont
96+
100
2
Syrah, Viognier
5
rot
13,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2045
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96+/100
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Cote Rotie 2017

96+
/100

Lobenberg: Jean Michel Stephan ist einer der wenigen Winzer, die in der berühmten Appellation Côte-Rotie reinen Naturwein keltern. Noch dazu sieht der Wein kein Holz, wird ein Jahr im Edelstahl ausgebaut. Ohne Schönung, Filtration und kein zugesetzter Schwefel. Biologische Weinbergsarbeit in allen Lagen, in den Village Wein gehen verschiedenste Böden ein, Gneis, Granit, Magmatit und Schiefer. Jean Michel Stephan beherrscht den Naturwein-Ausbau aber derart, dass es kaum auffällt und er stets die Appellation auf der Flasche tragen darf. Die Nase ist bereits wunderbar offen und zugänglich. Ein Vorteil, der evident wird, wenn man den Wein gar nicht oder nur sehr gering schwefelt, wie Jean Michel Stephan. Und dieser Duft ist so typisch für die Côte-Rotie, dass es die reine Freude ist, klassisch, elegant, aber doch mit dem gewissen Etwas in der Aromatik. Viel Schwarzkirsche, rote Pflaume, schwarze Oliven, etwas Mokka und eine wunderbare, verführerische Salzkaramellnote. Der Duft ist tief und reich, aber keineswegs fett, eher verspielt, auch feingliedrig in seiner Fülle. Im Mund cremig und einnehmend, mit dem ganzen Charme eines Côte-Rotie den Gaumen auskleidend, schwarze Kirsche und Oliven, Garrigues, Thymian, Veilchen, hier fast noch verspielter als in der Nase. Hauchfeine Röstaromen im Nachhall wie von Espressobohnen. Dann kommt auch ein satter Schub von dunklem Gestein und wieder etwas hellere Lakritz- und Karamellnoten darüber, mit einer ganz zarten Süße, die den steinigen Charakter perfekt einfängt und etwas milder und anschmiegsamer macht. Ein wunderbarer Côte-Rotie, weil er den ganzen Charme der Appellation zum Ausdruck bringt. So verspielt, so fein im Finish, obwohl hier auch ordentlich Druck, feinstes Tannin und steinige Mineralität nachschieben. Aber der charmante, grazile Charakter bleibt wunderbar erhalten. Trinkt sich superb, aber wird auch sicher zehn Jahre halten können. Nach dem Öffnen dennoch am besten innerhalb einiger Tage austrinken, aufgrund des kompletten Verzichts auf Schwefel. Ein Wein für die Freude. 96+/100

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