Cote Rotie Coteaux de Bassenon

Maison Stephan

Cote Rotie Coteaux de Bassenon 2016

tanninreich
strukturiert
unkonventionell
pikant & würzig
98
100
2
Syrah 60%, Serine 30%, Viognier 10%
5
rot
13,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2055
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 98/100
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Cote Rotie Coteaux de Bassenon 2016

98
/100

Lobenberg: Jean Michel Stephan ist einer der wenigen Winzer, die in der berühmten Appellation Côte-Rotie reinen Naturwein keltern. Ohne Schönung, Filtration und kein zugesetzter Schwefel. Jean Michel Stephan beherrscht den Naturwein-Ausbau aber derart, dass es kaum auffällt und er stets die Appellation auf der Flasche tragen darf. Biologische Weinbergsarbeit in allen Lagen. In der Einzellage Bassenon stehen bei Stephan circa 60% Syrah, 30% Serine, die autochthone Spielart der Syrah und 10% Viognier im Mischsatz. Die Reben wurzeln in Magmatit, also Lavagestein und Biotit, also Kristallmineralien. Dieser ist einer der wenigen Weine bei Stephan, die im Barrique ausgebaut werden, zudem dauert der Ausbau hier mit 24 Monaten ein Jahr länger als üblich. Unfiltriert und ohne Schwefelzugabe abgefüllt. Die Nase ist die steinigste, kühlste und präziseste in der Range, dunkel, würzig, seriös, aber dennoch mit dem einnehmenden Duft der Côte-Rotie, es ist auch charmant, nur nicht ganz so vordergründig wie bei den anderen Weinen. Würzige Schwarzkirsche, Schlehe, Amarena, dazu verblüffend viele süße Gewürze, Nelke, Zimt, Lebkuchen, blonder Tabak, Malz, Earl Grey. Unglaublich vielschichtig und detailliert. Man kann sich die Nase wie ein Mosaik vorstellen, kaleidoskopartig komplex und trotzdem ein einheitliches, fein verwobenes Gesamtbild. Der Mundeintritt ist enorm fein, kühl, elegant, dennoch reich in der Frucht und im Tannin, alle Aromen der Nase rollen einmal durch. Die Tanninstruktur ist brillant, extrem feinporig, engmaschig, akkurat und bis ins Letzte definiert, dabei lange steinig und dunkel nachklingend und alles im festen, granit-mineralischen Griff haltend. Man hat das Teil Grip, lässt gar nicht wieder los hintenraus. Das ist Côte-Rotie mit Ecken und Kanten, aber gleichzeitig so viel Feinheit und Eleganz im Ausdruck. Grazile Schwarzkirsche, etwas Blaubeere an den Seiten, massive Gesteinsunterlage, süße Gewürze ohne Ende. Der Wein ist so komplex, dass man gar nicht weiß worauf man zuerst achten soll, hier ist so viel los im Mund. Irgendwie monolithisch im Tannin und der steinigen Struktur, aber zugleich so verspielt, süßwürzig, saftig, kristallin und klar. Wow, das ist ein beeindruckender Wein. Sicher einer der alterungswürdigsten Weine bei Stephan mit dieser immensen Strukturiertheit. Das hat Klasse und ist auch archetypisch Côte-Rotie. 98/100

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