Chateau Petit Gravet Aine Grand Cru 2021

Petit Gravet Aine

Chateau Petit Gravet Aine Grand Cru 2021

Holzkiste

voluminös & kräftig
tanninreich
97–98
100
2
Cabernet Franc 90%, Merlot 10%
5
rot
Trinkreife: 2028–2058
Verpackt in: 12er OHK
3
Lobenberg: 97–98/100
Galloni: 92–94/100
Gerstl: 19+/20
6
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Petit Gravet Aine Grand Cru 2021

97–98
/100

Lobenberg: Hier gab es 2021 rund zehn Prozent Verluste durch Frost. Mehltau machte keine Probleme. Die Assemblage besteht aus 90 Prozent Cabernet Franc und zehn Prozent Merlot. Die Cabernet ist total gesund und vollreif gelesen worden. Wir haben eine sehr florale Nase mit Rosenblättern, Veilchen und Flieder. Schwebend. Darauf etwas provenzalische Kräuter. Enorm schick! In seiner Art irgendwo zwischen Château Coutet und Château Jean Faure liegend. So unendlich fein. Die Nase erinnert ein wenig an Rappen, aber es wird hier zu 100 Prozent entrappt. So schwebend! Im Mund Himbeere, Erdbeere und ein wenig Chilischärfe dazu. Sehr viel Salz, langes Finale mit Trockenblumen. Das ist ein extrem schicker Wein, ein 2021er, wie ich ihn dieses Jahr gar nicht erwartet hätte, weil er so unglaublich charmant ist. Das Tannin ist total seidig und trotzdem hat er richtig Kick, Aufregung, Spannung, Länge, Salz und Mineralität. Trotzdem ist er so zart. Ein wunderbarer Wein! 97-98/100 *** Petit Gravet Ainé liegt direkt neben Château Canon la Gaffelière von Graf Neipperg. Also der gleiche Untergrund. Sand mit Kies und kleinen Einsprengseln von Lehm, auch Kalkstein. Biodynamisch zertifiziert. Die Weinberge sind mit über 7.000 Stöcken pro Hektar bestockt, es gibt weniger als 7.000 Flaschen. Über 70 Jahre alte Reben. Es gibt nur 1,7 Hektar. Cathérine Papon-Nouvel sortiert seit 2017 mit der von Château Ausone zuerst praktizierten Zuckerwasser-Sortierung. Nach kompletter Entrappung wird noch einmal nachsortiert, nur total cleane Beeren kommen in diese Lösung. Die Zuckerwasser-Konzentration entspricht dabei exakt dem des Safts vollreifer, gesunder Beeren. Das Ergebnis: In diesem Wasserbad sacken nur die reifen Beeren herunter, die man optisch von den etwas unreiferen nicht unterscheiden kann. Die unreifen Beeren bleiben auf der Oberfläche schwimmen und können abgeschöpft werden. Anschließend laufen die gesunden Beeren natürlich vor der Vergärung durch Klarwasser. Erst nach der Trocknung werden sie in die Vergärung gegeben. Jedes Jahr kann man so aufs Neue entscheiden, welchen Reifegrad man haben möchte, je nach Zucker-Konzentration von Wasser und Beeren. Das Ergebnis ist ein 100 Prozent perfekt Auslese, besser als jeder Rüttel- oder Sortiertisch. Diese Maschinen wurden inzwischen dramatisch verbessert, es gibt sie mit permanentem Wasseraustausch, mit Kühlung und vielen weiteren Schnickschnacks. Cathérine Papon-Nouvel hat noch die erste Maschine, die Alain Vauthier zuerst bei Ausone eingesetzt hat und die sie von ihm bekommen hat. Der Wein wird spontan im Stahl vergoren und in zu 50 Prozent in neuem Holz ausgebaut, zu 50 Prozent in gebrauchtem. Die Besitzerin Cathérine Papon-Nouvel gilt als eine der Großmeisterinnen der Cabernet Franc, die ja inzwischen immer mehr Einfluss gewinnt in Saint-Émilion, egal ob es Château Ausone ist, Château Cheval Blanc oder die Großmeister Château Jean Faure oder Château Coutet. Cathérine gehört auf jeden Fall dazu. Im Zuge der größeren Hinwendung zur Finesse ist die Cabernet Franc natürlich perfekt und speziell bei Biodynamikern und biologisch arbeitenden Betrieben sehr beliebt. Auch eignet sie sich hervorragend, um einen Teil unentrappt in die Vergärung zu geben. *** Wie in den meisten Regionen Europas lautet der Tenor auch in Bordeaux »2021 - zurück zur Klassik!«. Nach mehreren warmen Jahren in Folge kommt 2021 hier mit genialer kühler Eleganz und niedrigen Alkoholwerten um die Ecke. Sehr schick, fein, dabei aber auch so spannungsgeladen – ein absolutes Traumjahr für Finesse-Trinker. Die Weine zeigen viel aromatischen Fruchtdruck bei wirklich reifer Tanninstruktur durch die längere Vegetationsperiode. Ein großes Aufatmen unter allen Winzern, denn das Ergebnis ist quasi die Entschädigung für die harte Arbeit im Weinberg, die die Natur von Anfang bis Ende des Jahres von allen Beteiligten abverlangt hat. Hohe Niederschläge zu Beginn des Jahres, was gleichzeitig aber auch ein Segen für die trockenen Böden war. Dann nochmal ein Temperaturtief im April, schon nach dem Austrieb. Das Bordelais hat es aber nicht ganz so hart getroffen, die Frostschäden waren hier im Mittel nicht so verheerend wie in anderen Teilen Frankreichs, deshalb sind die Erträge insgesamt doch noch zufriedenstellend. Der Merlot ist außerordentlich edel, mit bemerkenswert konzentrierter Frucht, während der Cabernet unglaublich intensiv und frisch ist, was dem Jahrgang große Eleganz verleiht. Vielleicht in einer Reihe mit 2008, 2012 und 2014 mit seinen jung schon so verführerisch zugänglichen Weinen, die aber auch noch eine lange Zukunft vor sich haben.

92–94
/100

Galloni über: Chateau Petit Gravet Aine Grand Cru

-- Galloni: The 2021 Petit Gravet Aîné is elegant and nuanced, but it is also going to need time to fully come together. As always, the Franc is front and center. The 2021 is a bit lighter than has been the norm in the recent past, and that tends to accentuate some of the more angular contours of the Franc. At the same time, there is a feeling of transparency that is so alluring. Rose petal, blood orange, mocha, dried herbs and dark red-fleshed fruit open nicely with a bit of air. It's early days here, though. Élevage will be critical. 92-94/100

19+
/20

Gerstl über: Chateau Petit Gravet Aine Grand Cru

-- Gerstl: Catherine Papon-Nouvel: «Nach einem aufwändigen Sommer konn- ten wir sehr reife Trauben ernten.» Das ist einer dieser Weine, die wir schon seit Jahren verfolgen. Kürzlich habe ich den 02er probiert, er zeigte sich von der allerschönsten Seite, noch mit viel Potenzial. Den 21er im Glas schätze ich noch höher ein, die Würzigkeit in der Nase ist typisch, insgesamt aber noch sehr zurückhaltend, man muss dem Wein gut zuhören, alles wirkt sehr frisch und mit einer feinen Pfeffer- note unterlegt. Im Gaumen ist viel Spannung da, alles ist sehr,sehr aromatisch und fein, das ist Cabernet Franc, der tanzt und singt, man fühlt sich auch etwas an der Loire. Alles ist unterlegt von einer Struktur, die dem Wein langes Le- ben einhauchen wird. Die Tannine sind noch streng, daher wird der Petit Gravet Aîné de- finitiv noch etwas Zeit brauchen. Empfehle allen Weinfreund:innen, 6 Flaschen von dieser Rarität in den Keller zu legen. 19+/20

Mein Winzer

Petit Gravet Aine

Saint Emilion ist mit fast 6.000 Hektar die allergrößte Appellation des Bordelais mit unzähligen großen, kleinen und kleinsten Châteaux. Die Übersicht zu behalten, gelingt nur wenigen Insidern, denn etliche Winzer besitzen hier gleich mehrere Weingüter. So auch die junge Cathérine Papon-Nouvel, die...