Palmer

Chateau Palmer 3eme Cru 2020

BIO

voluminös & kräftig
tanninreich
100+
100
2
Cabernet Sauvignon 48%, Merlot 48%, Cabernet Franc 4%
5
rot
13,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2080
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 100+/100
Gerstl: 20+/20
Revue du Vin de France: 98–100/100
6
Frankreich, Bordeaux, Margaux
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Palmer 3eme Cru 2020

100+
/100

Lobenberg: Die Assemblage 2020: 48 Prozent Merlot, 48 Prozent Cabernet Sauvignon und vier Prozent Cabernet Franc. Obwohl Chateau Palmer offiziell nur ein 3ème Cru ist, liegt er qualitativ oft weit darüber. Seit 2014 ist Palmer Demeter zertifiziert. Das Château umfasst 66 Hektar. Ein Drittel davon ist immer für den Erstwein Palmer reserviert, ein Drittel für den Zweitwein Alter Ego und beim letzten Drittel wird jedes Jahr entschieden, ob Erst- oder Zweitwein – je nach Qualität. In Bordeaux gab es 2020 eine unglaubliche Regenmenge im Frühjahr. Während der frühen, aber perfekten Blüte, blieb es zwei Wochen lang trocken, direkt danach gab es wieder Regenfälle. Von Mitte Juni bis Mitte August fiel dann allerdings keinen einziger Tropfen Regen mehr. Bei Sandböden war das ein Desaster – die Reben bekamen Trockenstress. Bei Lehmböden, wie wir sie in den besten Lagen des Médoc und Pomerol haben, oder auf reinem Kalkstein, wie oft in Saint-Émilion, war das überhaupt kein Problem. Zumal Mitte August circa 80 Millimeter Regen fielen. Ende August nochmal 15 Millimeter. Danach war es den ganzen September über trocken. Also ziemlich perfekte Bedingungen für hervorragendes Terroir, perfekte Bedingungen für hohe Reife und satte Tanninwerte, bei recht moderater Säure. Bei Palmer ist Trockenheit nicht so problematisch, weil wir hier überwiegend ein wasserspeicherndes Lehm-Terroir haben. Das Durchschnittsalter der Reben für den Erstwein Palmer liegt bei 45 bis 50 Jahren. Die Reben für den Alter Ego sind durchschnittlich 35 bis 40 Jahre alt. Im Keller wird alles spontan im Edelstahl fermentiert. Inzwischen wird hier komplett schwefelfrei vergoren, erst nach der Malo folgt die Zugabe. Eine Methode, die sich bei Biodynamikern immer mehr durchsetzt und die einfach die Frucht deutlich sauberer erhält. Es wird komplett entrappt. Im Weinberg ist Château Palmer bei einer Pflanzdichte von 10.000 Stöcken pro Hektar angekommen. Das Ziel von unter 500 Gramm pro Pflanze ist locker erreicht. Wir sind inzwischen bei deutlich unter 500 Gramm und sie haben zwei Hektar im Besitz, die mit 20.000 Pflanzen bestückt sind, bei gleichem Gesamtertrag je Hektar. Das heißt, wir kommen dort auf nur 3 kleine Träubchen und ein Gesamtgewicht von unter 300 Gramm pro Pflanze. Das Ziel ist eigentlich nicht der Hektarertrag, sondern der Ertrag pro Pflanze. Und diese 300 Gramm pro Pflanze entsprechen in etwa dem gleichen Extremismus eines Roberto Voerzio, der in Barolo praktiziert, oder eines Dominique Leandre Chevalier an den Côtes de Blaye. Chateau Palmer hat zwar später angefangen mit der Biodynamie als Pontet Canet, aber in Bezug auf Ertrag pro Pflanze und ambitionierter Zielsetzung ist Palmer im Médoc vielleicht sogar ganz vorne. Palmer in der Verkostung nach dem Alter Ego – das ist schon ein großer Unterschied. So groß, wie ich ihn fast nicht erwartet hätte. Die Nase ist deutlich versammelter, der Wein ist fast schwarz, glänzend. Wir haben viel Druck, aber auch unendliche Feinheit. Das ist im Gegensatz zum seidigen Alter Ego reiner Samt. Eine dichte, samtige Wolke von schwarzer Kirsche. Ein wenig Himbeere dahinter, unglaubliche aromatische Intensität. Total reif und gleichzeitig spielerisch leicht und delikat. Der Mund von Palmer hat eine wahnsinnige Dichte und eine große Spannung. Verblüffend: die Frucht ist total reif, nicht überreif, aber genial reif. Diese unglaubliche Masse an schwarzer Kirsche. Dahinter süße, reife Maulbeere, ein kleiner Hauch Cassis und untenrum etwas Schlehe. Auch unterlegt von etwas Minze. Ein klein wenig gelbe Frucht im Hintergrund. Tolles Drama ausstrahlend, aber ein weiches Drama. Tolle Opulenz der butterweichen, fülligen Tannine. Der Tannin-Level ist 2020 deutlich höher als in den Jahren davor. Die Säure ist tief, aber die Frucht ist frisch. Das hält das Ganze in einer wunderschönen Spannung. Ein hedonistisches Leckerli in einem Preisbereich, der den Alltag allerdings deutlich sprengt. Aber ein wunderschöner, grandioser Wein, der für zwei Minuten auf der Zunge und am Gaumen verbleibt. Die Augen werden schmal ob dieser hohen aromatischen Intensität und dieser genialen Spannung. Anders als 2019 – nicht so extrem crisp. Aber in der Harmonie und in der Balance das Beste, was ich bei Palmer bisher probiert habe. Ich bin schwer beeindruckt. Großer Wein und mein Wein des Jahrgangs 2020! 100+/100

20+
/20

Gerstl über: Chateau Palmer 3eme Cru

-- Gerstl: 48% Merlot, 48% Cabernet Sauvignon und 4% Cabernet Franc. Dies entspricht auch ziemlich genau dem Anteil der Reben von Chateau Palmer. Bei Palmer ist die Konzentration enorm, er zeigt sich einiges strukturierter bei immer noch sagenhaft feinen aber in unendlichen Massen vorhandenen Tanninen, ein grandioses Meisterwerk in allen Belangen. 20+/20

98–100
/100

Revue du Vin de France über: Chateau Palmer 3eme Cru

-- Revue du Vin de France: This is probably one of the very best wines from this vintage, and also one of the best ever from this estate. It is full-bodied, with substantial flesh and structure. It has explosive aromas, amazing texture and fine acidity. The length seems interminable. We are close to perfection here! 98-100/100

Mein Winzer

Palmer

Obwohl Chateau Palmer offiziell nur ein 3eme Cru ist, liegt er qualitativ oft weit darüber. Besonders bekannt ist er für sein extrem duftiges Bouquet, das ihn bereits in der Nase unverkennbar macht. Mit 40 % ist der Anteil an Merlottrauben im Verschnitt für einen Margaux relativ hoch, das mag ihm...