Chateau Lynch Bages 5eme Cru 2020

Lynch Bages

Chateau Lynch Bages 5eme Cru 2020

98–100
100
2
Cabernet Sauvignon 60%, Merlot 31%, Petit Verdot 5%, Cabernet Franc 4%
5
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2064
Verpackt in: 3er OHK
9
voluminös & kräftig
tanninreich
3
Lobenberg: 98–100/100
Suckling: 98–99/100
Weinwisser: 98–99/100
Gerstl: 20/20
6
Frankreich, Bordeaux, Pauillac
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Lynch Bages 5eme Cru 2020

98–100
/100

Lobenberg: Château Lynch Bages liegt auf dem Bages-Plateau oberhalb des Örtchens Pauillac und der Gironde. Selber Besitzer wie bei Pichon Baron, Jean-Michel Cazes ist der Inhaber. In Bordeaux gab es 2020 eine unglaubliche Regenmenge im Frühjahr. Während der frühen, aber perfekten Blüte, blieb es zwei Wochen lang trocken, direkt danach gab es wieder Regenfälle. Von Mitte Juni bis Mitte August fiel dann allerdings keinen einziger Tropfen Regen mehr. Bei Sandböden war das ein Desaster – die Reben bekamen Trockenstress. Bei Lehmböden, wie wir sie in den besten Lagen des Médoc und Pomerol haben, oder auf reinem Kalkstein, wie oft in Saint-Émilion, war das überhaupt kein Problem. Zumal Mitte August circa 80 Millimeter Regen fielen. Ende August nochmal 15 Millimeter. Danach war es den ganzen September über trocken. Also ziemlich perfekte Bedingungen für hervorragendes Terroir, perfekte Bedingungen für hohe Reife und satte Tanninwerte, bei recht moderater Säure. Der 2020er Lynch Bages besteht aus 60 Prozent Cabernet Sauvignon, 31 Prozent Merlot, vier Prozent Cabernet Franc und fünf Prozent Petit Verdot. Der Alkoholgehalt liegt bei 13,4 Volumenprozent, die Säure bei vier Gramm, der pH-Wert bei 3,7. Der Ausbau erfolgt für 18 Monate in Barriques, 75 Prozent davon sind neu. Das ist schon ein ganz anderer Schlag als der zuvor probierte Haut Batailley. So eine immense Wolke an reifem Cassis mit Brombeere und Maulbeere. Auch ein bisschen würziger Wacholder. Holunder, schwarze Erde, süße, schwarze, bittere Schokolade und satte schwarze holländische Lakritze. Ein immenses Potpourri, untermalt von ein bisschen Minze und Eukalyptus. Eine schwarze Wolke, immens und dicht. Der Mund zeigt eine grandiose Spannung. Auch hier wieder das Schwarze, das Süße. Zuallererst dieses satt-schwarze, scharfe, bissige, salzige Lakritz. Dann folgen süße Maulbeere, Cassis und Rosmarin – tolle Süße. So unglaublich viel schwarze Frucht, so immens dicht und aromatisch. Das Finale: Lakritz, Salz, Rosmarin und Honig. Von allem viel und reichlich. Unglaublich aromatisch. Sensationelle Spannung, fast dramatisch in seiner Ausrichtung. Nicht ganz so frisch wie 2019, aber dafür noch wuchtiger. Die Tannine sind immens, aber sie sind samtig. Seidig sind sie nicht, dafür sind sie viel zu üppig. Das Ganze endet mit schmalen Augen, die Zunge rollt sich. Was für eine Wuchtbrumme. Und trotzdem ist es kein fetter Wein. Man glaubt es kaum – es passt zusammen, es hat Harmonie. Großer Stoff, ganz ohne Frage. Nicht die unglaublich klassische Eleganz eines Pichon Lalande, aber ein hocheindrucksvoller Pauillac aus einem ganz großen Sammlerjahrgang ist das allemal. Und best ever Lynch Bages, eine reife Wucht! 98-100/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

98–99
/100

Suckling über: Chateau Lynch Bages 5eme Cru

-- Suckling: Blackcurrants, orange peel, flowers and tar with hints of graphite. Full-bodied with a creamy texture of exquisitely polished tannins. It goes on and on. Intense flavors at the end, too, with lead pencil and lots of blackberry. Very classic and precise. 98-99/100

98–99
/100

Weinwisser über: Chateau Lynch Bages 5eme Cru

-- Weinwisser: 60 % Cabernet Sauvignon, 31 % Merlot, 4 % Cabernet Franc, 5 % Petit Verdot, Alkohol 13.41 vol%, pH 3.73, IPT 93. Tiefes Purpur mit opaker Mitte und zartem lila Rand. Dicht verwobenes Bouquet mit schwarzbeerigen Konturen, tasmanischer Bergpfeffer und Brasiltabak. Im zweiten Ansatz Orangenblüten, getrockneter Rosmarin und dunkles Graphit. Am konzentrierten Gaumen mit cremiger Textur, feinkörnige Extraktfülle, sehr strukturiert und tiefgründig, engmaschiges Tanningerüst, balancierte Rasse, die den mächtigen Körper perfekt stützt. Im katapultartigen Finale wird der Gigant immer länger und nimmt richtig Fahrt auf, Wildkirsche, Bleistiftmine und 'sucre-salinie'-Adstringenz im Rückaroma. Der schafft sich an einer der grössten Lynch-Bages zu werden. Das diesjährige Thema 'Fiat Lux! Es werde Licht' passt zu dem Debut in der nigelnagelneuen Kellerei wie die Faust aufs Auge. Ganz klar: KAUFEN! 98-99/100

20
/20

Gerstl über: Chateau Lynch Bages 5eme Cru

-- Gerstl: Wow dieser Lynch, wer da nicht ins Schwärmen kommt, dem ist nicht mehr zu helfen, das ist ein Monument, dieser Duft ist von beeindruckender Schönheit, das ist eine Duftsymphonie der himmlischen Art, ein Parfüm aus purer zutiefst berührenden Naturaromen, es wirkt so total natürlich als hätte da niemals ein Mensch etwas daran gemacht. Genauso ist der Wein, er schwebt total leitfüssig über den Gaumen, ist aber voller die Sinne berauschender Aromen, die Konzentration ist enorm, aber man spürt den Wein kaum auf dem Gaumen so herrlich leicht ist er, das ist ein aromatisches Meisterwerk der Sonderklasse, ich glaube, das ist der perfekteste Lynch-Bages, den ich je ab Fass verkostet habe. 20/20

Mein Winzer

Lynch Bages

Château Lynch-Bages liegt auf dem Bages-Plateau oberhalb des Örtchens Pauillac und der Gironde. Seit 1973 ist Château Lynch Bages im Besitz von Jean-Michel Cazes, der einen großen Teil seiner Jugend in den USA verbracht hat und das Gut offensiv, selbstbewußt, innovativ und sehr klug leitet und nach...