Eine unglaublich feine, tänzelnde Nase, sehr an 2020 erinnernd. So schick! Weißer Pfirsich, Aprikose, hellgelbe Melone und Zitronengras. Ein echter Tanz. Apfel und Birne, ein Hauch Rosine darunter. Eine traumhafte Nase – zum Reinspringen schön! Im Mund leichter Bitterstoff, aber auch eine wunderbare Frische aus Zitronengras, heller Grapefruit und Limette. Dazu wieder Apfel und Birne, dann Maracuja mit ihrer wunderschönen Säure und der leichten Exotik. Das Ganze aber tänzelnd bleibend. Gar nichts Schweres, sondern eher etwas leicht Verspieltes. Von allen probierten Sauternes mit Abstand der Primus. Grandios! Allerdings gebe ich zu Yquem nicht probiert zu haben. Trotzdem ein Topwert! *** La Tour Blanche wurde bei der Klassifizierung der Sauternes-Weine 1855 direkt hinter Yquem an die Spitze gestuft. Und das Gut ist auch heute noch zusammen mit Yquem der absolute Spitzenreiter der Appellation. Das liegt daran, dass Tour Blanche neben Yquem einer der wenigen Weine ist, die richtig Grip haben. La Tour Blanche hat immer die nötige Spannung, neben der wunderbaren Reife der Frucht. Und so ist für mich im Grunde heute – wo die süßen Bordeaux immer weiter zurückfallen – La Tour Blanche neben Yquem und ein bis zwei weiteren Weingütern aus Barsac, die jedoch über andere Terroirs und Kalksteinböden verfügen, das einzig verbliebene Superspannende.