Jean Faure

Chateau Jean Faure Grand Cru Classe 2016

Chateau Jean Faure Grand Cru Classe 2016
StilStil
voluminös & kräftig
tanninreich
RebsorteRebsorte
Cabernet Franc 55%
Merlot 45%
BewertungBewertung
Lobenberg 97-100/100
Gerstl 20/20
WeinWein
Rotwein
barrique
Trinkreife: 2026 - 2055
Verpackt in: 6er OHK
LageLage
Frankreich
Bordeaux
Saint Emilion
Allergene
Sulfite

  • 49,50 €

0,75 l · 30891H

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Lobenberg

Lobenberg über:
Chateau Jean Faure Grand Cru Classe 2016

97-100/100
Lobenberg: Das 18 Hektar große Château Jean Faure mit nur 40.000 Flaschen Gesamtproduktion grenzt exakt an die Weinberge von Château Cheval Blanc und La Dominique an. Die Weinberge bestehen überwiegend aus Lehm-, Kiesböden und etwas Sand. Eine sehr gute Wasserversorgung ist dadurch gewährleistet. Die Weinberge der drei Chateaux gehen auf breiter Front ineinander über. Das Terroir und die Bestockung sind fast identisch. Das Weingut wurde über die letzten Jahre immer mehr auf dichte Bepflanzung umgestellt. Die vorhandenen Reben sind uralt, teilweise über 80 Jahre. Die Ernte der Merlot fand vom 07. Oktober bis zum 10. Oktober statt und dann ab dem 13. Oktober wurde innerhalb von nur zwei Tagen die Cabernet geerntet. Die Rebsortenzusammensetzung in 2016: 55% Cabernet Franc, 45 Merlot. Olivier Decelle hat das völlig runtergekommene Weingut 2004 kaufen können wegen bestehender Erbstreitigkeiten. Das Weingut gehörte früher Madame Loubat, der vor dem Verkauf an Moueix auch das Château Petrus gehörte. Château Jean Faure hat in den letzten Jahren noch mal die Önologie und Weinbergsberatung umgestellt von Stéphane Derenoncourt als Berater auf Hubert de Bouard, genialer Besitzer und Weinmacher von Château Angelus und inzwischen zusammen mit Derenoncourt der angesagteste Berater auf dem rechten Ufer. Die Umstellung Richtung Biodynamie wird mit dem Jahrgang 2017 abgeschlossen sein, also auch die Zertifizierung. Traktoren wurden überwiegend abgeschafft, die Weinberge werden mit Pferden bearbeitet. Diese komplette Natürlichkeit, diese burgundische Art und die Hinwendung zur Frische auch schon während der Wachstumsphase sind das, was sich im Keller fortsetzt. Die Fermentation der Weine von Jean Faure findet dann dementsprechend auch im rohen Zement oder im Holz statt. Ohne Temperaturkontrolle, aber auch ohne Kaltmazeration davor. Hier sind wir komplett zurück zur Ursprünglichkeit. Der Ausbau der Weine wurde auch umgestellt. Auch hier sind wir im „state of the art“ des Burgund oder auch der deutschen Pinoterzeuger. Ein Teil wird im neuen Barrique ausgebaut, aber die Hälfte in Fudern von 1.500l Stockinger Holzfass und auch in gebrauchtes Holz. Insgesamt wird der Einfluss des neuen Holzes speziell in aromatischer Form fast komplett runtergefahren. Die Besonderheit der lehmigem, kiesigen Böden führte dazu, dass 2016 kein Hitzestress aufkam, trotz der langen Trockenperiode von Mitte Juni bis in den September hinein. Der Wasserspeicher war völlig ausreichend. Die Nächte im trockenen Sommer waren sehr kalt, sodass wir insgesamt eine recht kühle Jahrgangsstilistik haben. Mit nur 3,4 pH-Wert und der höchsten Säure der letzten aufgezeichneten Jahre. Manche Betriebe hier in der Region haben sogar entsäuern müssen. Bei Jean Faure natürlich nicht, aber dennoch wird klar, dass hier ein hochreifer Jahrgang mit einer kühlen Stilistik vorliegt. Im Mund zeigt sich durchaus im ersten Ansatz ein Teil der verbliebenen Rappen während der Vergärung. Speziell in der Cabernet Franc. Wir haben hier eine wunderschöne Krautwürze mit reifer, eingekochter Himbeere, Schlehe und Sauerkirsche. Die Merlot folgt mit frischer Zwetschge und reifer Pflaume. Auch schwarze Kirsche kommt relativ wenig. Brombeere und Cassis sind fast nicht vorhanden. Eigentlich sind wir zwar in dunkler Frucht unterwegs, aber überhaupt nicht wuchtig oder marmeladig, sondern sehr fein, schwebend und erhaben. Und immer wieder schieben sich Schlehe, Himbeere und Sauerkirsche nach vorne. Das ist so kühl aromatisch und doch so intensiv. Feine Mineralität schwingt mit. Die Aromatik ist fast parfümiert. Wir kriegen Minze dazu und eine traumhafte Blumigkeit. Etwas Jasmin. Das Geheimnis ist, dass die Cabernet Franc zwar reif, aber nicht überreif geerntet wurde. Sie darf nicht ins Überreife abrutschen, sondern muss floral bleiben. Das hat Olivier sicherlich auch von seinem guten Freund Thierry Germain von der Loire gelernt. Optimale Reife- und Erntezeitpunkte der Cabernet Franc. Das Geheimnis, so sagt Olivier Decelle, liegt im Weinberg. Je natürlicher er arbeitet, je älter die Reben werden, desto weniger muss er sowohl im Weinberg wie auch später im Keller eingreifen. Im Grunde greift er gar nicht mehr ein, sondern lässt es geschehen. Und die Weine entwickeln sich zu dieser unglaublichen Natürlichkeit, die sie heute haben. Die Differenzierung zu Cheval Blanc wird von Jahr zu Jahr größer. Das kann man befürworten oder bedauern. Ich persönlich finde, der individuelle Stil von Jean Faure ist viel spannender als der sensationelle Cheval Blanc. Der allerdings viel mehr der zu erwartenden Klasse eines herausragenden Saint Emilions entspricht. Jean Faure ist auf dem Weg wie die spannendsten Weine in Saint Emilion, wie Tour Saint Christophe, wie Chateau Tertre de la Mouleyre. Das ist ein traumhafter Weg Richtung Natur und weg von Konvention. Vielleicht nicht ganz in dieser Klasse spielt auch Chateau Coutet. Sicherlich auch die reinste Natur aller Weine in Bordeaux, nur dass das Terroir von Jean Faure spannender ist. Daher entstehen hier die etwas größeren Weine. Der Mund ist meines Erachtens etwas konzentrierter als 2015. Wir haben hier wirklich enorm viel Struktur. Die Cabernet Franc dominiert die Merlot total. Wir haben hier eine eingezogene Tannin-Spur, die nicht rustikal ist, aber total präsent. Auch im Mund sind wir inzwischen weg von unserer klassischen Erwartungshaltung eines Saint Emilions. Auch Pomerol reicht als Vergleich nicht mehr. Wir haben hier eine so würzige Cabernet Franc, nicht wie auf Clos Puy Arnaud eine leichte Loire-Version, sondern schon eine massive, dichte, aber auf keinen Fall konfitürig, sondern krautwürzig und lang. Ich verstehe durchaus, dass es einige Saint Emilion-Liebhaber gibt, die Jean Faure ablehnen, denn dieses Weingut ist wirklich sehr speziell in dieser Cabernet Franc-Dominanz. Das hat zwar Ausone und Cheval Blanc auch, aber deren Ausprägung ist deutlich mehr in die Süße, in die konfitürige Überreife gehend. Hier sind wir in totaler Harmonie mit der Merlot. Ein extrem natürlicher Wein mit tollem Trinkfluss und großer mineralischer Länge. Der Wein hat viel Grip, diese enorm kühle Stilistik neben der enorm hohen Reife. Das macht unglaubliche Trinkfreude. Und das ist so hoch individuell und einzigartig, ich weiß nicht ob ich einen anderen Saint Emilion in diesem Jahr probiert habe, der so unikathaft ist wie Jean Faure. Ich habe sicherlich mit Chateau Tertre de la Mouleyre bessere und mit Tour Saint Christophe gleichwertige getrunken, aber die Ausprägung dieses Nachbarn von Cheval Blanc ist schon einzigartig. Wie ich schon sagte: Man kniet nieder oder man lehnt es ab. Auf jeden Fall superber Stoff. Ich bewerte ihn gleich wie 2015 obwohl ich diese, sich immer weiter ausprägende Stilistik des 2016 persönlich sogar noch mehr schätze. Jean Faure geht inzwischen so speziell, dass der önologische Berater Hubert de Bouard von Angelus es aufgegeben hat, die finale Assemblage zu bestimmen oder auf den Wein Einfluss zu nehmen. Olivier Decelle nutzt Hubert de Bouard für den Vertrieb in Frankreich und die Präsentation seiner Weine, aber in Sachen Ausgestaltung gehen die Meinungen der beiden diametral auseinander. Der hochreife, fast überreife Saint Emilion von Angelus und Jean Faure gehen inzwischen so auseinander, dass es einfach gar nicht mehr übereinpasst. Olivier Decelle nimmt die Assemblage-Vorschläge von Hubert de Bouard belustigt zur Kenntnis. Geht dann aber seinen total eigenen Weg. Aber ich mag einfach diesen sehr individuellen Angang und diese Einzigartigkeit. Das ist sicher nicht everybodys Darling. 97-100/100
Gerstl

Gerstl über:
Chateau Jean Faure Grand Cru Classe 2016

20/20
-- Gerstl: Olivier Decelle: "Wir haben erst bei der Ernte gemerkt, dass die Weine diese wunderbare Frische aufweisen. Eigentlich haben wir die Aromen eines heissen Jahrgangs erwartet und waren total überrscht von der kühen Stilistik. Besonders schön ist natürlich, dass wir trotzdem die Extraktsüsse eines heissen Jahrgangs haben." Dieser Duft geht unter die Haut, ich muss nur kurz die Nase an dieses Glas halten, und schon habe ich meine Gänsehaut, diese sensationelle hochkonzentrierte und überaus komplexe schwarze Frucht, dieser Duft hinterlässt den Eindruck als käme er aus der Tiefe eines Ziehbrunnens. Die Terroiraromatik könnte raffinierter nicht sein, Tabak, Leder, Trüffel, Kräuter, Gewürze, blumige Variationen. Olivier Decelle: "Es ist ganz wichtig die Cabernet Franc zu ernten solange sie noch im floralen Bereich sind, das ist eine Gratwenderung, es geht dann sehr schnell einmal in Richtung Konfitüre. Wir hätten problemlos mit der Ernte noch warten können, es gab keinerlei Botrytis, aber wir wollten unbedingt vermeiden, dass es sich in konfitürige wandelt". Am Gaumen zeigt er einen geradezu explosiven Auftritt, die Konzentration ist enorm, welch ire innere Kraft, das ist ein Mund voll Wein, reich, komplex, überaus schmackhaft, mit einer sagenhaften Struktur, da sind Tannine ohne Ende, aber sensationell feine. Beim Probieren dieses Weines merkt man schon, dass Olivier Decelle die Burgunder liebt, sein Stil in Bordeaux ist auch sehr burgundisch. Die geniale Frische drückt dem Wein von A - Z den Stempel auf, das ist eine ganz eigenwillige Weinpersönlichkeit, aber eine ganz grosse. 20/20
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Jean Faure

Das 18 Hektar große Chateau Jean Faure mit nur 50.000 Flaschen Gesamtproduktion grenzt exakt an die Weinberge von Cheval Blanc, die Weinberge gehen auf breiter Front ineinander über, das Terroir und die Bestockung sind fast identisch, etwas dickere Sand-Lehm-Schicht über dem Kalkboden als bei Cheval Blanc. […]

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