Lobenberg: Glänzendes, dunkles Rubinrot. Eine archetypische Pomerol-Nase, rote und schwarze Waldbeeren in klarster und reinster Form, überaus sauber definierte Kanten. Frische, reife Pflaume, rote Kirsche, ganz rein, ein kleinster Hauch Teer, erinnert in der Puristik und Reinheit an einen Barolo Monfortino von Giacomo Conterno. Auch im Mund frische Zwetschge, so saftig und umschmeichelnd, dann kommt etwas Brombeere und schwarze Kirsche. Kraftvolles, sehr üppiges, und doch feines und butterweiches Tannin, nie bitter oder rau, aber sehr präsent, harmonisch von seinem Gegenpart, der deutlichen Säure, im Zaum gehalten. Ein Langläufer ganz ohne Zweifel. Athletischer Zehnkämpfer, drahtig, langer Nachhall, Brombeere rollt wieder hoch, die Zungenränder kämpfen noch mit frischer Zwetschge. Der Wein ist nicht ganz so kraftvoll komplex wie Le Pin, nicht so vielschichtig wie VCC, aber doch gehört er mit wenig Abstand in ihr rotfruchtiges Fahrwasser der Finesse und traumhaften Schönheit archetypischer Pomerols. 94-95+/100