Chateau Durfort Vivens 2eme Cru 2020

Durfort Vivens

Chateau Durfort Vivens 2eme Cru 2020

BIO

97–99
100
2
Cabernet Sauvignon 88%, Merlot 12%
5
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2065
Verpackt in: 6er OHK
9
voluminös & kräftig
tanninreich
3
Lobenberg: 97–99/100
Vinum: 19,5/20
Revue du Vin de France: 97–98/100
Suckling: 96–97/100
Gerstl: 19+/20
6
Frankreich, Bordeaux, Margaux
7
Allergene: Sulfite
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Durfort Vivens 2eme Cru 2020

97–99
/100

Lobenberg: Ein biodynamisches Weingut von Gonzague Lurton, dem Ehemann von Claire Villars-Lurton, die Château Haut-Bages Libéral, Château Ferrière und Château Gurgue führt. Hier wurde in den letzten Jahren fast brutal investiert. Im Weinberg Dichtpflanzung, im Keller Amphoren und Betoneier. Die Trauben werden komplett entrappt und die Beeren dann nicht angequetscht, sondern als ganze Beeren in die Vergärung gegeben. Lange Vergärdauer auf den Schalen von über vier Wochen. Dann wird mehr oder weniger nur der Free Run Juice verwendet. Also kein hartes Pressen, um keine harten Tannine aus den Kernen zu extrahieren. Der Ausbau geschieht nur zu einem Drittel im neuen Holz und schon fast zur Hälfte in Tonneaux, Betoneiern und Amphoren. Auf Durfort Vivens lässt man nichts unversucht, um den Status als Deuxième Cru auch qualitativ wieder zu erreichen. Aber man ist hier im Grunde schon auf einem hervorragenden Weg. In Bordeaux gab es 2020 eine unglaubliche Regenmenge im Frühjahr. Während der frühen, aber perfekten Blüte, blieb es zwei Wochen lang trocken, direkt danach gab es wieder Regenfälle. Von Mitte Juni bis Mitte August fiel dann allerdings kein einziger Tropfen Regen mehr. Bei Sandböden war das ein Desaster – die Reben bekamen Trockenstress. Bei Lehmböden, wie wir sie in den besten Lagen des Médoc und Pomerol haben, oder auf reinem Kalkstein, wie oft in Saint-Émilion, war das überhaupt kein Problem. Am linken Ufer fielen dann Mitte August circa 80 Millimeter Regen. Ende August nochmal 15 Millimeter. Danach war es den ganzen September über trocken. Also ziemlich perfekte Bedingungen für hervorragendes Terroir, perfekte Bedingungen für hohe Reife und satte Tanninwerte, bei recht moderater Säure. Durfort Vivens kommt 2020 mit einer reichen, dichten Kirschnase. Wuchtig, aber nicht fett, nur intensiv aromatisch und druckvoll. Eine warme schwarze Kirschwolke, mit Zwetschge und Sauerkirsche darunter. Hohe Intensität. Schwarze Schokolade ohne Bitterstoff, einfach nur reichlich. Etwas Mango dazu. Der Mund wird von Zwetschge dominiert, wow! Reichlich frische Zwetschge, erst langsam kommen rote Kirsche und Sauerkirsche. Hohe Intensität, lang und mineralisch. Ein sehr eigenständiger Wein aus Margaux. Mehr zur Feinheit dieser Biodynamiker als zur Wucht laufend. Mehr zur roten burgundischen Frucht als zum üppigen, schwarzerdigen, würzigen Margaux. Hedonistisch und lecker, mit total seidigen und verspielten Tanninen. Wunderbare Länge. Er ist im Grunde viel zu fein für einen klassischen Margaux, viel zu verspielt. Ein tänzelndes kleines Wunderwerk, mit einem guten Kern und Fleisch in der Mitte. Margaux – diese Appellation liebe ich in diesem Jahr. 97-99/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

19,5
/20

Vinum über: Chateau Durfort Vivens 2eme Cru

-- Vinum: Diskrete, so komplexe wie delikate Aromatik von Gewürzen, Kräutern, frischen Beeren mit einem Hauch mineralischer Akzente; beginnt seidig, entwickelt grosse Transparenz über herrlich geschmeidigen und doch festen Tanninen, endet sehr lang auf erfrischenden Himbeernoten ohne spürbaren Alkohol: für die besondere Harmonie und Komplexität. 19,5/20

97–98
/100

Revue du Vin de France über: Chateau Durfort Vivens 2eme Cru

-- Revue du Vin de France: One of the stars of this vintage. Intense and powerful, it also manages to be extremely refined. The fruit just sings out on the palate, lingering for many seconds and promising fantastic potential over time. 97-98/100

96–97
/100

Suckling über: Chateau Durfort Vivens 2eme Cru

-- Suckling: What really impresses here is the tannin framework, which displays refinement and power at the same time. It’s full, yet very polished, racy and long. Loads of blackberries and walnuts with crushed grapes. 88% cabernet sauvignon and 12% merlot. 96-97/100

19+
/20

Gerstl über: Chateau Durfort Vivens 2eme Cru

-- Gerstl: Die Margaux Weine haben im Jahrgang 2020 einfach einen ganz besonderen Glanz eine Noblesse und unvergleichliche Eleganz, welche einem eine Gänsehaut auf den Rücken zaubert. Der Durfort Vivens zeigt zeigt sich einerseits mit einer warmen reifen Fruchtaromatik und gleichzeitig mit würziger und minarlisch kühler Ausprägung. Das wirkt alles so wunderschön tänzerisch leicht und doch steckt eine Urkraft in diesem Wein. Tiefe dunkle schwarze Frucht verbindet sich mit noblen Kräutern, Minze, Pfeffer, Graphit und einem Hauch von Röstaromen. Die Energie kommt auch am Gaumen voll zur Geltung mit saftiger Säure und einer gewaltigen aromatischen Wucht. Das dieser Wein dennoch so leicht und beschwingt über den Gaumen fliesst ist unglaublich. Die Tannine sind derat seidig fein, dass man sie kaum wahrnimmt. Welch delikate Harmonie und Balance in diesem Wein - das ist einfach grandios. Dann bringt er auch noch eine atemberaubende Länge hervor, welche würzige und zart mineralisch endet. Ein grandioser Margaux. Pirmin Bilger 19+/20

Mein Winzer

Durfort Vivens

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