Chateau de Saint Cosme: Gigondas Le Claux 2023

Chateau de Saint Cosme: Gigondas Le Claux 2023

BIO

Limitiert

Zum Winzer

Grenache 100%
rot, trocken
15,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2059
voluminös & kräftig
strukturiert
Lobenberg: 99–100/100
Decanter: 97/100
Suckling: 96/100
Frankreich, Rhone, Gigondas und Rasteau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Gigondas Le Claux 2023

99–100
/100

Lobenberg: Der Wein wurde schon 1870 gepflanzt, aber es ist dennoch keine Originalrebe, sondern eine gepfropfte Unterlagsrebe. Es ist der erste Weinberg an der südlichen Rhône, der so veredelt wurde. Der älteste Weinberg der Domäne, direkt vor dem Haus, 1,5 ha. Hier ist Kalkstein als Untergrund. Exposition ist Südwest. Muschelkalk aus 10 Millionen Jahre alten Kalksteinformationen, auf denen diese uralten Reben stehen. Der Wein besteht zu 100 % aus Grenache, die über 100 Jahre alt sind. Der Le Claux (oder auch Clos = ummauerter Weinberg) liegt 270 Meter hoch. Diese Hochlage, zusammen mit dem kühlen Mikroklima der Lagen von Saint Cosme, gibt eine ganz andere Expressivität der Grenache als bspw. in Châteauneuf-du-Pape. Deshalb sind wir hier in einer Fruchtstilistik, die weitaus mehr an Burgund, und auch ein wenig an die Loire und uralte Cabernet Franc erinnert. Als Ganztraube inklusive Rappen spontan im Zement vergoren. Ausbau in neuen und gebrauchten Barriques. Le Claux hat, wie so häufig, die eleganteste Nase der drei Einzellagenweine aus Gigondas. Die Frucht ist hypnotisierend, dunkel, hat auch ein bisschen etwas von einem großen Cote-Rotie in dieser floralen Finesse. Wenn man diesen Wein im Mund hat, wird die Differenz zwischen Gigondas und Châteauneuf schnell klar. Es sind eben nicht die kleineren Weine aus, sondern es sind Berg-Weine im Gegensatz zu den Tal-Weinen aus Châteauneuf. Unglaublich schwebend im Fruchtausdruck, auch viel blaue Frucht, was etwas ungewohnt ist für Grenache und immer wieder so viel Veilchen und Menthol, Blaubeere, Brombeerstrauch, Garrigues, tänzelnd und sooo saftig, dass man reinspringen möchte. Was für eine berauschende Balance, alles spielt und tanzt, greift perfekt ineinander, makellos samtige Tanninqualität. Das reichliche Tannin ist total poliert und geschliffen, sehr fein. Immer einer der größten Gigondas überhaupt von einem der ikonischsten Weinberge der Domaine und der gesamten Appellation

Jahrgangsbericht

Jahrgang 2023 Rhone: Ein Jahrgang auf Messers Schneide! Es brauchte nur ein paar Tage, die das Jahr zwischen einem »Grand Millésime« und einem »Millésime complexe« schwanken ließen. Der letztlich doch noch "klassische" Winter, der von einer ziemlich strengen Kälte geprägt war, verhinderte zum Glück den zu frühen Austrieb und damit jedes Risiko von Frühjahrsfrösten. Der folgende Vegetationszyklus brachte regelmäßige und glücklicherweise reichliche Regenfälle. Daraus resultierende Pilz-Krankheiten setzen die Winzer aber unter Druck! Die Erfahrung des Jahrgangs 2018 mit starkem Mehltau, der den Winzern noch leidvoll gut in Erinnerung ist, sorgte jedoch dafür, dass dieser Pilz-Druck bei den besten Winzern mit Erfahrung und viel Arbeit eingegrenzt werden konnte. Diese Winzer gingen somit gelassen und mit guten Wasserreserven in die Sommersaison, eine qualitativ schöne und große Ernte stand in Aussicht. Außerdem, und das ist selten, beglückte der Sommer die Winzer nochmal mit einigen milden Regenfällen. Am 15. August waren die Weinberge der Rhône gesund und grün. Die Winzer rieben sich die Hände, denn alles deutete auf einen »Grand Millésime« hin. Leider hat Mutter Natur, wie so oft in den letzten Jahren, in einigen Teilbereichen 2023 doch noch anders entschieden. Für einige Tage wurden die Weinberge der Rhône von einer extremen Hitzewelle heimgesucht. Die Trauben auf jungen Rebstöcken und jungen Terroirs hatten kaum eine Chance. Der totale Stillstand im Weinberg. Nur die wirklich alten Vieilles Vignes mit geringen Erträgen, dazu auf geschützten und alten Terroirs, fanden die Widerstandsfähigkeit, um ihre Trauben weiter zur optimalen Reife zu bringen. Die Katastrophe wurde somit nur in Teilen abgewendet, nur sehr alte Reben auf Top-Terroirs brachten grandiose Ergebnisse, aber in Summe über alle jüngeren Weinberge sind die Qualitäten wirklich mehr als heterogen, selbst in den arrivierten und besten Weinkellern... Eine grandiose, sehr spitze Spitze der Pyramide und darunter viel Durchwachsenes. Wieder einmal hat die akribische Selektionsarbeit im Weinberg ihren Sinn erfüllt! Die südliche Rhône: Paradoxerweise zeigen die Weißweine viel Lebendigkeit, Frische und aromatisch-mineralische Ausgewogenheit. Die Gaumen sind strahlend und harmonisch. Unerwartet und großartig. - Die Qualitäten bei den Rotweinen sind dagegen von Rebsorte zu Rebsorte sehr unterschiedlich. Entgegen allen Erwartungen kommen die Syrahs mit moderater Frucht erstaunlich gut weg. Die Weine aus sehr alten “Vieux Grenache” sind wunderbar rassig und von sehr großer Präzision, ein großes Jahr für sehr alte Reben. Junge Grenache aber litten sehr. Die nördliche Rhône: Hier gibt es weiß eine gewisse Ähnlichkeit mit den so herrlichen südlichen Weißweinen, wobei die Dichte sogar etwas ausgeprägter ist, superbe Ergebnisse... Die Qualitäten bei den Rotweinen variieren jedoch von einer Appellation zur anderen und sogar innerhalb der Appellation, abhängig eben vom Rebalter und vom Terroir. Ein Jahrgang, der uns bei den wenigen richtig gelungenen und großen Weinen in der Spitze, aber eben nur da, enorm an den Superjahrgang 2016 denken lässt. Und für den Norden des Nordens gilt »Spéciale!«: Saint Joseph, Condrieu and Cote Rôtie zeigen einige Jahrhundertweine.

97
/100

Decanter über: Gigondas Le Claux

-- Decanter: Plum and damson fruit with Christmas spicing, this is full-bodied, fully concentrated and fresh, with wonderful textural finesse. The oak work is still integrating, but will do so in time. It's powerful without being heavy and has great intensity, vibrancy and a long finish. Grown on yellow marls, whole-bunch fermented with natural yeasts in concrete, then aged in barrels of various ages.

96
/100

Suckling über: Gigondas Le Claux

-- Suckling: Welcome to the deep end of Gigondas. The dense nose of damson plums and baking spices barely prepares you for the enormous concentration of this very full-bodied and very muscular palate. Huge finish but with good freshness. The only thing this needs is more time in the bottle to calm down and slim down a bit. Extremely long finish. From organically grown grapes from vines planted in 1880. Best after 2027.

Mein Winzer

Chateau de Saint Cosme

Gigondas ist zusammen mit der Appellation Chateauneuf-du-Pape sicherlich die spannendste und innovativste Region der Rhone und der junge Louis Barruol von Chateau de Saint Cosme gehört nicht nur laut Robert Parker zusammen mit Santa Duc und Bouissiere zur Creme de la Creme der Appellation.

Gigondas Le Claux 2023