Der Weinberg wurde 1902 gepflanzt. Der Wein steht komplett auf Kalkstein mit purem Sand, was ja für die größte Finesse bürgt. Exakt der gleiche Untergrund wie bei Rayas in Chateauneuf auf der Lage Le Claux. Auch dieser Weinberg ist zu 100 Prozent mit Grenache bestockt. 270 Meter hoch, Nordwest-Exposition. Das heißt, es ist der kühlere Weinberg. Diese Lage ist bei den Juroren nicht selten der Primus inter pares. Ich selbst bin häufig eher bei Le Claux wegen der größeren Feinheit und Frische. Die kleinste Lage ist Le Poste. Aber Hominis Fides hat irgendwo einen Kultstatus, warum auch immer. Hominis Fides drückt aus dem Glas, Power, Saft, dunkel, würzig, wuchtig. Aber 2022 kommt mit dieser unerklärlichen Eleganz, dieser ungeahnten Finesse aus diesem so heißen Jahr. Hochkonzentrierte Brombeere, Blaubeere, Cassis, Veilchen und Tulpen, alles massiv konzentriert und reich. Sicherlich der intensivste der drei mit dieser hohen Aromatik. Große Eleganz und perfekte Balance. Satte Maulbeere darunter, süße Blaubeere, Schwarzkirsche, viel Schub, viel Speck und Fett. Unglaublich viel Süße, die dominant vor allem aus der Lakritze kommt, dicht, packend, fast überwältigend in seiner Intensität und der Dramatik des Auftritts. 97-100/100