Chateau de Lauga Cru Artisan 2019

Chateau de Lauga Cru Artisan 2019

Holzkiste

93–94+
100
2
Cabernet Sauvignon 55%, Merlot 40%, Petit Verdot 4%, Carmenere 1%
5
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2025–2039
Verpackt in: 12er OHK
9
pikant & würzig
saftig
strukturiert
3
Lobenberg: 93–94+/100
Suckling: 90–91/100
6
Frankreich, Bordeaux, Haut Medoc
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau de Lauga Cru Artisan 2019

93–94+
/100

Lobenberg: Der 2019 Château de Lauga besteht aus 55% Cabernet Sauvignon, 40% Merlot, 4% Petit Verdot und 1% Carménère. Die Assemblage variiert ein bisschen von Jahr zu Jahr. 2019 ist der erste Jahrgang, bei dem ich mich verstärkt mit diesem Weingut auseinandersetze. Ich beobachte es seit Jahren, doch 2019 ist für mich der Durchbruch. Auch, weil der Jahrgang so exzeptionell ist. Darüber hinaus arbeitet der Besitzer mit Eric Boissenot als Berater, der wiederum alle Premier Cru und die besten jungen Wilden im Haut Medoc und Medoc betreut. Boissenot hat nur das Feinste vom Feinen im Clienten-Programm. Tief und würzig, warm und reich, und trotzdem hat 2019 eine ungeahnte Frische bei ca. gut 13,5 Volumenprozent. Es gab kein Problem mit Trockenheit, da es über das Jahr verteilt einige Regenfälle gab, aber glücklicherweise auch nicht zu viel. Zwetschge, rote Johannisbeere, rote Beeren. Satt in der Nase. Auch ein bisschen Granatapfel und Blutorange, tolle Frische und leichte Krautwürze. Die Weine werden nach der Handlese spontan vergoren, ein Teil bleibt unentrappt. Das spürt man in der Nase: Frische, Würze, tolle Spannung. Der Wein wird im gebrauchten Barrique ausgebaut nachdem er zuvor im offenen Holzgärständer vergoren wurde. Im Nachhall mischt sich eine schöne Spur Löffelbiskuit mit der Blutorange, der würzigen Beere, Schlehe, Cranberry und einer feine Bitternote aus getrockneter Sauerkirsche und ganz leicht unreifer Blaubeere. Das ergibt eine famose Frische. Der Wein ist pikant und vereint die schöne rote Fruchtsüße, unter die sich neben der Sauerkirsche auch ein bisschen süße Kirsche mischt, mit der Zwetschge, mit einem hauch Gesteinsmehl und einem kleinen Touch Holz. Wirklich eine rasante Frische und Spannung. Für diesen Preisbereich des Haut-Médoc und des Bordelais ist das wirklich eine kleine Sensation. Es gibt mit Clos Manou, Doyac und du Retout klar größere Weine im Haut-Médoc. Auch Haut Maurac geht daran vorbei, aber in diesem Preisbereich, in dem de Lauga liegt, zeigt der Wein eine unerwartete Reichhaltigkeit und in dieser pikanten Ausdrucksstärke eine intensive Süße und gleichzeitig frischebeladene rote Frucht. Ein kleiner Hauch von grün, der aber rüberkommt wie eine rasiermesserscharfe salzige Mineralität, dass passt zur reifen roten Frucht und gibt Balance. Das ist eine unbedingte Empfehlung. 93-94+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

90–91
/100

Suckling über: Chateau de Lauga Cru Artisan

-- Suckling: Focused with tight yet rounded tannins to the blue fruit and blackcurrants on the palate. Medium body. Fresh finish. 90-91/100