Clos Louie

Chateau Clos Louie 2018

100
100
2
Cabernet Franc 30%, Merlot 30%, Cabernet Sauvignon 20%, Malbec 20%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2057
Verpackt in: 3er OHK
3
Lobenberg: 100/100
Pirmin Bilger: 20/20
Gerstl: 20/20
6
Frankreich, Bordeaux, Cotes de Castillon
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Clos Louie 2018

100
/100

Lobenberg: Ein Weingut am Rande der Appellation zu Saint Emilion, mit weniger als 15 Hektar Anbaufläche, dessen Kern eine nur 0,85 Hektar große Zelle ist, bestockt mit bis zu 150 Jahre alten, wurzelechten Reben, Prephyloxera. Direkter Nachbar ist Eric Jeanneteau von Tertre de la Mouleyre aus Saint Emilion. Merlot, Malbec, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Über einer Eisenauflage auf reinem Kalkstein gelegen, biologische Bearbeitung, Gras- und Kräuter-Bewuchs. Die Lehmauflage über dem reinen Kalkstein ist etwa 30 cm dick. Der Ertrag ist auf Grund des hohen Alters der Reben extrem gering, ganz natürlich unter 25 Hektoliter pro Hektar. Alles wird in Handarbeit erledigt und auf einem Tisch händisch sortiert und entrappt. Ein Aufwand, welchen sich ein großes Weingut gar nicht leisten könnte. Die Lese entspricht allen biologisch arbeitenden Winzern, und dank des geringen Kupfereinsatzes und der frühen Reife erfolgt die Lese wie bei Clos Puy Arnaud in der Regel schon im September. Der alte Weinberg ist mit 6.500 Stöcken pro Hektar bepflanzt. Das Weingut ist inzwischen auch biozertifiziert. Der Weinberg steht in der Gemeinde Saint-Philippe-d’Huile. Die Bio-Zertifikation gilt seit 2012. Der Önologe ist Claude Gros. Besitzer sind Pascal und Sophie Lucien-Douteau. Die Rebsorten-Zusammensetzung ist aufgrund des gemischten Satzes der 150 Jahre alten Reben nicht haargenau festzulegen. Die Weine werden im Zement, aber auch im offenen 30-Hektoliter-Inox-Stahltank vergoren, danach zusammen im 500-Liter-Stockinger-Tonneau ausgebaut. Sie bleiben 1 1⁄2 Jahre ohne Bâtonnage in diesen Fässern. Unberührt bis zur Abfüllung. Der Holzeinsatz ist zu 50 % in neuen und 50 % in gebrauchten Tonneaus sowie zum Teil in 300-Liter-Fässern. Seit 2018 gibt es ein paar kleine neue Plots dazu, insgesamt gibt es somit knapp über 5000 Flaschen Clos Louie, es bleibt immer noch ein rares Elixier. Auch ist die Zusammensetzung der Assemblage in 2018 etwas verändert, es gibt in etwa 20% Cabernet Sauvignon, 30% Cabernet Franc, 30% Merlot und 20% Malbec. Der pH-Wert ist 3,45 bei 14,5% Vol. Alkohol, was einen normalen Wert bei Clos Louie darstellt. Normalerweise sollte man bei diesem Jahrgang tiefe Säurewerte erwarten, doch bei Clos Louie ist er auf Grund des Cabernet Sauvignons und des Malbecs relativ normal ausgefallen. Cabernet Franc und Merlot sind tiefer in der Säure als gewöhnlich. Die gesamte Ernte wurde bei voller Reife am 5. und 6. Oktober eingebracht. Bei Clos Louie kommen wir dann bei der Degustation der Wahrheit des Jahrgangs 2018 schon deutlich näher. Der Charakter des 2018ers liegt zwischen 2008 und 2016, das sind die beiden tragenden Elemente um 2018 richtig einzuschätzen. Das deckt sich so auch ungefähr mit meinen bisherigen Verkostungen. Wir haben die Eleganz von 2008 ohne diesen Schick von 2016, aber durchaus mit dem geschmeidigen Trinkfluss aus 2016. Wie bei allen bisherigen Weinen auch hier extrem Duft-betont, sehr aromatisch. Eine dichte Wolke feiner Frucht, Charme ist das Hauptelement des Jahrgangs 2018. Aus vier Rebsorten haben wir von Cassis über feine weiße Schokolade, Johannisbeere, reife Zwetschge, Schlehe, ein bisschen Granatapfel und ein wenig Blaubeere. Wir haben sämtliche Komponenten, auch Schwarzkirsche gesellt sich dazu. Ein burgundischer Trinkfluss – auch das ist ein Charakteristikum des Jahrgangs 2018, bei Clos Louie ganz ohne Extremitäten. Weder ganz so extrem schick und verspielt wie 2016, noch ganz so kraftvoll, tanninreich und säurehaltig wie 2010, sondern alles auf der extrem charmanten, geschmeidigen Seite laufend. Ein unglaublicher Fluss in der Nase. Im Mund dann eine neue Erfahrung für Clos Louie, die erstmalige Zugabe von 20% Cabernet Sauvignon. Diese Addition macht sich extrem positiv bemerkbar, gibt Aufregung und Spannung dazu. Die Intensität im Mund ist schon genau so hoch wie in den letzten großen Jahren hier, nur etwas anders. Wir sind etwas mehr auf der Schlehe und etwas mehr auf der roten Johannisbeere, und dazu diese große Würzigkeit aus Merlot, Malbec und Cabernet Franc. Das Ganze bei der sehr tiefen Säure der Cabernet Franc, das gibt schon einen enorm hohen Oszillographen. Von der spannungsgeladenen Cabernet Sauvignon bis hin zur tiefen Säure der Cabernet Franc und des Merlot. Dazu dann die Malbec-Würze. Der 2018er braucht, obwohl er so unglaublich geschmeidig, saftig und charmant ist, sicherlich einige Jahre, um sich perfekt zu finden. Und er kommt mit einem etwas anderen Charakter als die großen Jahre 2015 bis 2017 daher. In keinster Weise schlechter, nur etwas anders. Gewissermaßen etwas aufregender durch die Cabernet Sauvignon, denn da bekommt der tendenzielle St-Emilion Style einen Touch Château Figeac dazu. Das ist ein großer Wein aus der Gemeinde Castillon, was zu Lasten der extrem arbeitenden Winzer den Preis des Weines eben extrem beschränkt. Für uns und für die Konsumenten ist das aber die Gelegenheit einen tendenziellen 150-Euro Wein für deutlich weniger Geld zu kaufen. Großer, aufregender Stoff! 100/100

20
/20

Pirmin Bilger über: Chateau Clos Louie

-- Pirmin Bilger: 14.5% Alkohol, nur gerade 5000 Flaschen wurden im 2018 produziert. Pascal vergleicht den Jahrgang mit 2016, wenn er auch etwas weniger Säure hat. 20% Cabernet Sauvignon, 30% Cabernet Franc, 30% Merlot, 20% Malbec. Unheimlich dicht und verführerisch intensives Bouquet nach reifer schwarzer Frucht. Cassis, schwarze Johannisbeere, Kirsche und ein unheimlich würziger Kräuterschwall. Das ist wiederum ein Duft zum Verlieben, einfach ein Traum zum Hineintauchen und Davonschweben gut. Er bringt diese Fülle auch am Gaumen voll zur Geltung. Da kommt eine geballte Fruchtfülle zum Tragen, welche aber nie zu üppig wirkt, sondern so saftig charmant daherkommt. Man spürt die Wärme des Jahrgangs und die präsente Säure tut ihm richtig gut. Die Gerbstoffe sind von excellenter Qualtiät und kommen so unglaublich cremig weich und fein daher. Der Wein hat diese Komplexität und kommt doch so herrlich zugänglich daher. Zum Abgang hin zeigt sich immer mehr diese Cabernet Würze und auch Frische, welche dem Wein eine gewisse Leichtigkeit geben. Ich habe den Geschmack noch minutenlang am Gaumen und eigentlich möchte ich gar nicht, dass er verschwindet. Der Clos Louie ist im 2018 einmal mehr unwiderstehlich gut gelungen - ein Wein zum Verlieben, Träumen und Geniessen. 20/20

20
/20

Gerstl über: Chateau Clos Louie

-- Gerstl: Ein sinnliches Fruchtbündel betört die Nase, dieser Duft ist schlicht himmlisch, schwarze Kirschen in hoher Konzentration, dazu jede Menge köstiche Kräuter und Gewürze, eine unglaubliche Aromenfülle betört die Nase, der Duft beeindruckt zutiefst. Ein kleines Monster am Gaumen, die Konzentration ist enorm, dennoch ist Eleganz das oberste Gebot, wo nimmt dieses Kraftpaket diese unglaubliche Eleganz her, diese betörende Sinnlichkeit, diese atemberaubende Frische, Der Wein wirkt oberflächlich betrachtet fast zu perfekt, dennoch spannend, da ist einiges los am Gaumen, das ist nicht nur ein oberflächliches Liebkind, das ist auch eine stolze Persönlichkeit, der Wein zeigt ein stolzes Rückgrat, Massen von feinsten Tanninen werden getragen von genial süssem Extrakt und begkleitet von einer unglaublich feinen Säure, welche in dieser Vollendung zum grossen Teil von den Cabernet kommt, die wir anschliessend noch separat probieren. Dieser Clos Louie ist schon ein faszinierender Wein, das Spiel aus Kraft und Eleganz ist einzigartig, da kann man nur noch staunend den Hut ziehen. Die über 100 Jahre alten Rebstöcke spielen mit Sicherheit ein zentrale Rolle, die überragende Qualität dieses Weines hat zweifellos viel damit zu tun. 20/20

Mein Winzer

Clos Louie

Es handelt sich bei diesem Weingut nur um 0,85 Hektar. Bis zu 150 Jahre alte Reben, wurzelecht, Prephyloxera. Merlot, Malbec, Carmenere, Cabernet Franc. Lehm-Eisen-Auflage auf reinem Kalkstein, biologische Bearbeitung, Gras- und Kräuterbewuchs.